Trotz der jüngsten Erholung bis in den Bereich von rund 82.000 US-Dollar mehren sich die Stimmen, dass der Bitcoin-Boden noch nicht erreicht ist. Zwei bekannte Analysten verweisen auf ein weiterhin aktives Chartmuster und warnen vor einer erneuten Abwärtsbewegung, sobald die aktuelle Erholung an Schwung verliert.
CryptoCon: Bear-Flag bleibt das dominierende Muster
Der Krypto-Analyst CryptoCon sieht aktuell vor allem ein Signal: In seinen Beiträgen auf X beschreibt er das Kursbild weiter als klassische „Bear Flag“ (Bärenflagge). Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Erholung innerhalb eines größeren Abwärtstrends, die häufig endet, sobald der Kurs am oberen Rand des Kanals scheitert.
Laut CryptoCon testet Bitcoin derzeit genau diesen oberen Bereich des Kanals. Das sei oft der Moment, in dem viele Anleger anfangen zu hoffen, dass das Tief bereits hinter uns liegt. Aus seiner Sicht ist das aber eher ein typischer Punkt, an dem eine Bear Flag später nach unten auflöst, wenn der Retest nicht hält.
Er verweist außerdem auf den Zeitfaktor: Die aktuelle Bear-Flag-Phase laufe bereits seit 86 Tagen. Der längste vergleichbare Zeitraum seit November 2021 habe bei etwa 100 Tagen gelegen. In dieser Spanne sollen sich insgesamt sieben Bear Flags gebildet haben. Gerade nach einem zweiten größeren Retest am oberen Kanalrand komme es historisch häufig zum nächsten Abverkauf, so CryptoCon.
Sein Fazit: Der Markt spiele die bearishe Phase möglicherweise noch nicht vollständig durch. Einen klaren Boden hält er eher gegen Jahresende für wahrscheinlich. Als zusätzlichen Hinweis nennt er, dass „Fear and Greed“ zuletzt wieder in den neutralen Bereich zurückgekehrt ist, ein Muster, das er in früheren Zyklen zu ähnlichen Zeitpunkten gesehen habe.
Doctor Profit warnt vor Bull Trap und rechnet mit neuen Tiefs
Auch der Analyst Doctor Profit schlägt einen vorsichtigen Ton an. Er spricht davon, dass Bitcoin in die letzte Phase einer „Bull Trap“ laufen könnte. Gemeint ist eine Erholung, die wie ein Neustart wirkt, am Ende aber nur Käufer anlockt, bevor der Kurs wieder deutlich fällt.
Doctor Profit erwartet den nächsten Abwärtsimpuls aus dem aktuellen Bereich. Seinen Angaben nach will er eine bestehende Long-Position zunächst noch halten, bis Bitcoin etwa zwischen 83.000 und 85.000 US-Dollar notiert. Danach plant er, Gewinne mitzunehmen und schrittweise Short-Positionen aufzubauen.
Bereits zuvor hatte er angedeutet, dass ein möglicher Boden erst später im Jahr entstehen könnte. Bis dahin hält er eine Bewegung in Richtung 50.000 US-Dollar für denkbar, bevor sich ein nachhaltigerer Trendwechsel entwickeln kann.
Was Anleger jetzt im Blick behalten sollten
Beide Analysten kommen unabhängig voneinander zu einem ähnlichen Kernpunkt: Die aktuelle Erholung ist aus ihrer Sicht noch kein Beweis für ein finales Tief. Entscheidend wird sein, ob Bitcoin den Bereich am oberen Rand des aktuellen Kanals überzeugend zurückerobern kann oder ob der Kurs dort erneut abgewiesen wird.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag Bitcoin bei rund 80.900 US-Dollar und damit leicht im Minus auf 24-Stunden-Sicht. Wie immer gilt: Chartmuster liefern Wahrscheinlichkeiten, keine Garantien. Wer investiert, sollte Risiko und Zeithorizont klar steuern und sich nicht nur auf einzelne Prognosen verlassen.