Bitcoin hat sich seit dem Tief vom 6. Februar bei rund 60.000 US Dollar spürbar erholt. Trotzdem warnt der CryptoQuant Analyst Maartun davor, die Bewegung vorschnell als Start eines neuen Bullenmarkts zu feiern. Aus seiner Sicht sieht die Rally derzeit eher nach einer Erholung im Bärenmarkt aus, weil größere Akteure die Stärke zum Verkaufen nutzen.
On Chain Signale werden besser, aber der Markt ist noch nicht frei
Maartun betont, dass sich die Marktstruktur im Hintergrund tatsächlich verbessert. In den letzten 30 Tagen ist der Bestand der Langzeit Holder laut seinen Daten um etwa 354.000 BTC gestiegen. Das spricht für eine sogenannte strukturelle Akkumulation, also dafür, dass Coins von Investoren eingesammelt werden, die weniger auf kurzfristige Schwankungen reagieren.
Solche Phasen können langfristig positiv sein, weil Bitcoin dadurch aus dem aktiven Umlauf verschwindet. Gleichzeitig reicht dieses Signal allein nicht, um schon jetzt von einem bestätigten Trendwechsel zu sprechen. Entscheidend ist laut Maartun nicht nur, wie stark der Kurs steigt, sondern welcher Charakter hinter der Bewegung steckt.
Warum die Rally zur Falle werden kann
Ein wichtiger Punkt ist die Frage, warum der Kurs trotz frischer Nachfrage nicht deutlicher anzieht. Maartun verweist auf eine schnelle Kapitalaufnahme von Strategy, die innerhalb von 48 Stunden rund 2,66 Milliarden US Dollar eingesammelt haben soll. Normalerweise würde so ein Nachfrageschub den Markt stärker nach oben drücken. Passiert das nicht, ist das oft ein Hinweis darauf, dass auf dem aktuellen Niveau viel Angebot in den Markt kommt.
Dieses Angebot sieht Maartun vor allem aus zwei Gruppen. Erstens bei Kurzzeit Holdern, die laut seinen Zahlen rund 60.000 BTC auf Börsen verschoben haben. Auffällig ist dabei, dass der Indikator SOPR unter 1 liegt. Das bedeutet, diese Anleger verkaufen im Schnitt mit Verlust, sie steigen also in die Erholung hinein aus. Dieses Verhalten gilt als typisch für schwächere Marktphasen.
Zweitens kommen Verkäufe offenbar von Whales, also großen Wallets mit mehr als 100 BTC. Auch hier sollen die Zuflüsse zu Börsen steigen. Für den Markt heißt das, dass langfristig zwar mehr aufgebaut wird, kurzfristig aber kräftig verteilt wird. Genau diese Mischung kann eine Rally ausbremsen oder in eine Falle verwandeln, wenn zu viele Trader auf einen schnellen Durchbruch setzen.
Die Marke, auf die viele jetzt schauen
Aus technischer Sicht hebt Maartun eine wichtige Schwelle hervor, den sogenannten Realized Price der Kurzzeit Holder, den er bei etwa 83.000 US Dollar verortet. In starken Bullenphasen notiert Bitcoin häufig darüber, in schwächeren Phasen wirkt dieser Bereich eher als Widerstand. Aktuell liegt der Kurs mit rund 75.000 US Dollar noch darunter.
Sein Fazit fällt daher vorsichtig aus. Die Basis wird besser, Langzeit Holder akkumulieren und schwächere Hände werden aus dem Markt gedrängt. Aber solange Kurzzeit Anleger mit Verlust verkaufen, Whales in Stärke abgeben und der Kurs die zentrale Schwelle nicht zurückerobert, bleibt die Lage ausgeglichen, aber noch nicht klar bullisch. Ein nachhaltiger Aufwärtstrend würde wahrscheinlicher, wenn die Nachfrage das Angebot weiter absorbiert und Bitcoin wieder überzeugend über die genannten Schlüsselbereiche steigt.