Bitcoin erholt sich, aber bei 72.200 droht Abverkauf

Bitcoin erholt sich, aber bei 72.200 droht Abverkauf
Bitcoin erholt sich, aber bei 72.200 droht Abverkauf (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Wer Bitcoin beim Sprung über die Marke von 120.000 US-Dollar im Juli 2025 gekauft hat, sitzt noch immer auf deutlichen Verlusten. Ein damaliger Einsatz von 1.000 Dollar ist beim aktuellen Kurs von rund 64.073 Dollar nur noch etwa 520 Dollar wert. Das entspricht einem Minus von knapp 48 Prozent. Um wieder auf Einstand zu kommen, müsste Bitcoin von hier aus um rund 92 Prozent steigen.

Die ersten Hürden liegen schon bei 72.200 und 76.600 Dollar

Bevor die psychologisch wichtige Marke von 100.000 Dollar überhaupt wieder in Sicht kommt, muss Bitcoin zunächst zwei niedrigere Zonen zurückerobern. Laut Daten von Glassnode liegt die Kostenbasis der kurzfristigen Anleger aktuell bei etwa 72.200 Dollar. Eine breitere Kennzahl für aktive Marktteilnehmer, der sogenannte True Market Mean, liegt bei rund 76.600 Dollar.

Diese Marken sind wichtig, weil dort viele Investoren zumindest näher an ihren Einstand zurückkommen würden. Genau das kann den Verkaufsdruck erhöhen: Wer monatelang im Minus war, nutzt eine Erholung oft zum Ausstieg oder zur Risikoreduktion.

Ausgehend vom aktuellen Kurs wären dafür folgende Anstiege nötig:

72.200 Dollar: etwa +12,7 Prozent
76.600 Dollar: etwa +19,6 Prozent
100.000 Dollar: etwa +56,1 Prozent
123.165 Dollar: etwa +92,2 Prozent

Damit wird klar: Die ersten echten Belastungstests für die laufende Erholung kommen deutlich früher als bei 100.000 Dollar. Entscheidend ist, ob auf diesen Niveaus genug neue Nachfrage vorhanden ist, um mögliche Verkäufe aufzufangen.

Warum frühe Gewinner und Aussteiger die Erholung bremsen könnten

Die Analyse von Glassnode deutet darauf hin, dass sich die Lage zwar etwas verbessert hat, von einer überzeugenden Trendwende aber noch keine Rede sein kann. Die Bewegung zurück in Richtung 64.000 Dollar sei bislang nicht von breiter Marktteilnahme getragen worden. Sowohl die Aktivität auf der Blockchain als auch das Interesse am Spotmarkt gelten weiterhin als eher schwach.

Zugleich hat sich der Verkaufsdruck langfristiger Halter zuletzt abgeschwächt. Auch die Tiefs aus dem Juni wurden nach Einschätzung der Analysten von Käufern aufgenommen. Trotzdem bleibt der mögliche Boden laut Glassnode noch unbestätigt.

Für den Markt bedeutet das: Eine langsame Stabilisierung ist erkennbar, aber der Weg nach oben bleibt anfällig. Gerade im Bereich um 72.200 und 76.600 Dollar könnte sich zeigen, ob Bitcoin genug Kraft für eine breitere Erholung hat oder ob Anleger ihre erste Chance zum Ausstieg nutzen.

Selbst 100.000 Dollar würden die 120.000-Dollar-Käufer noch nicht retten

Auch ein Anstieg zurück auf 100.000 Dollar würde viele Käufer aus der Hochphase des Jahres 2025 noch nicht vollständig entschädigen. Wer nahe dem damaligen Rekord von 123.165 Dollar eingestiegen ist, bräuchte deutlich höhere Kurse, um ohne Verlust herauszukommen.

Gleichzeitig bleibt auch die Unterseite ein Thema. In einem früheren Bericht hatte Glassnode darauf hingewiesen, dass im Fall neuer Schwäche sogar die Zone um 53.000 Dollar als mögliches Restrisiko im Raum steht.

Unterm Strich hängt die weitere Erholung deshalb vor allem an einer Frage: Kann der Markt genug Nachfrage aufbauen, um Verkäufe an den ersten wichtigen Kostenbasis-Zonen aufzufangen? Erst wenn Bitcoin diese Bereiche nachhaltig überwindet, werden Marken wie 100.000 oder sogar 123.165 Dollar wieder realistischer. Bis dahin bleiben die Käufer vom 120.000-Dollar-Hoch klar im Hintertreffen.

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