Bitcoin hat am Wochenende kurz die Marke von 82.000 US-Dollar erreicht, doch die Erholung wirkt wackelig. Nach schwächeren Kursen und neuem Makro-Gegenwind fragen sich viele Anleger: Ist der Bärenmarkt schon vorbei oder kommt noch ein letzter, schmerzhafter Rücksetzer?
Drei Regeln, die laut Analyst Bee das Ende des Bärenmarkts markieren
Der Krypto-Analyst Bee nennt drei einfache „Regeln“, an denen man seiner Meinung nach erkennen kann, wann der Bitcoin-Bärenmarkt wirklich abgeschlossen ist. Seine Aussagen teilen derzeit viele Trader auf X, weil sie eine klare Orientierung geben sollen.
Regel 1: Ein Bärenmarkt dauert mindestens 350 Tage.
Bee geht davon aus, dass Bitcoin historisch gesehen eine gewisse Mindestlänge braucht, bis der Abwärtstrend wirklich ausläuft. Für ihn ist das ein Grund, warum die aktuelle Phase trotz Zwischenerholungen noch nicht „fertig“ sein muss.
Regel 2: Der Boden entsteht nicht, ohne die 350-Tage-Linie zu berühren.
Gemeint ist der 350-Tage-Durchschnitt (MA 350). Laut Bee bildet Bitcoin den finalen Tiefpunkt typischerweise erst, wenn dieser Bereich einmal „getestet“ wird. In seiner Einordnung liegt diese Linie aktuell grob um 47.000 US-Dollar und sei bisher nicht angelaufen.
Regel 3: Der Kurs fällt weiter, als die meisten erwarten.
Diese dritte Regel ist eher psychologisch, aber Bee hält sie für wichtig: In Bärenmärkten unterschätzen viele die letzte Abwärtswelle. In seiner Chart-Interpretation wäre sogar ein Rückgang in Richtung 46.000 US-Dollar denkbar, bevor ein belastbarer Boden entsteht.
Unterm Strich bleibt Bee vorsichtig. Er rechnet kurzfristig mit einem weiteren Abwärtstrend und spricht von einer möglichen „Spülung“ nach unten. Erst wenn der MA 350 erreicht wird, würde er nach eigenen Worten wieder bullischer werden. Gleichzeitig nennt er einen Lichtblick: Seiner Schätzung nach sei Bitcoin bereits rund 65 Prozent durch den Bärenzyklus durch.
Warum Bitcoin wieder unter Druck steht
Die jüngste Rallye über 80.000 US-Dollar hat die Stimmung zwar kurz angehoben, doch das Niveau konnte nicht stabil gehalten werden. Bitcoin rutschte zeitweise wieder darunter. Als Belastungsfaktoren werden unter anderem die zuletzt heiß ausgefallenen US-Inflationsdaten (CPI) genannt, die riskante Assets oft unter Druck setzen.
Auch geopolitische Unsicherheit spielt mit rein: Berichte, wonach Gespräche im Kontext der USA und Iran ins Stocken geraten sind, erhöhen die Nervosität an den Märkten. In solchen Phasen reagieren Krypto-Kurse häufig besonders empfindlich.
Analyst Colin: Boden möglich, aber ein Rücktest bleibt realistisch
Ein anderer Marktbeobachter, Colin, sieht die Lage etwas offener. Er sagt, er sei heute eher bereit als noch vor einem Monat, die Möglichkeit zu akzeptieren, dass der Boden bereits gesetzt wurde. Trotzdem hält er es dann für wahrscheinlich, dass Bitcoin später im Jahr noch einmal die unteren Bereiche der Handelsspanne testet. Er nennt hier grob 60.000 bis 70.000 US-Dollar.
Gleichzeitig schließt Colin nicht aus, dass das Zyklus-Tief noch vor uns liegt und Bitcoin gegen Ende des Jahres noch tiefere Kurse sehen könnte. Seine Logik: Je länger Bitcoin seitwärts oder höher handelt, desto geringer werden zwar die Chancen auf ein deutlich tieferes Bärenmarkt-Tief, ausgeschlossen ist es aber nicht.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels liegt Bitcoin bei rund 81.200 US-Dollar und damit im Tagesvergleich leicht im Minus.