Bitcoin-Ausbruch wackelt: 79.000 Dollar entscheiden

BitcoinAusbruch-wackelt-79000-Dollar-entscheiden
Bitcoin-Ausbruch wackelt: 79.000 Dollar entscheiden (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin hat in den frühen asiatischen Handelsstunden am 4. Mai erstmals seit Februar wieder die Marke von 80.000 Dollar überschritten. Kurzzeitig stieg der Kurs laut Marktdaten auf 80.529 Dollar, bevor er wieder in Richtung 79.600 Dollar zurückfiel. Genau dort beginnt jetzt der eigentliche Test: Hält Bitcoin die Zone über 79.000 Dollar nicht, könnte der Sprung über 80.000 Dollar schnell wie eine Bullenfalle wirken.

Denn der Anstieg sieht auf den ersten Blick stark aus, unter der Oberfläche ist der Markt aber deutlich gespaltener. Auf der einen Seite kehrt institutionelle Nachfrage über Spot-Bitcoin-ETFs zurück. Auf der anderen Seite bleibt das makroökonomische Umfeld angespannt, während der Derivatemarkt bereits stark auf steigende Kurse positioniert ist.

Für Anleger geht es damit nicht nur um eine runde Zahl. Die entscheidende Frage lautet jetzt: War der Ausbruch über 80.000 Dollar der Start einer echten Erholung oder nur ein kurzer Liquiditätsschub, der späte Short-Positionen aus dem Markt gedrängt hat?

Warum der Sprung über 80.000 Dollar fragiler wirkt als gedacht

Der erste Vorstoß über 80.000 Dollar wurde vor allem durch aggressives Kaufen an großen Offshore-Börsen getragen. Besonders auf Binance stieg das sogenannte Taker-Buy-Volumen deutlich an. Damit sind Marktorders gemeint, bei denen Trader sofort kaufen, statt auf günstigere Limitpreise zu warten.

Laut CryptoQuant wurden innerhalb von zwei Stunden zwei große Kaufwellen im Umfang von rund 1,19 Milliarden Dollar und 792 Millionen Dollar registriert. Zusammen ergibt das fast 2 Milliarden Dollar an aggressivem Kaufvolumen. Das zeigt zwar, dass Momentum-Trader den Ausbruch nicht verpassen wollten. Es zeigt aber auch, dass der Anstieg sehr stark von kurzfristigem Handelsdruck und weniger von ruhiger Akkumulation getragen wurde.

Genau das macht die Lage heikel. Wenn Bitcoin an einer so wichtigen Widerstandszone nur durch schnelle Marktorders nach oben gedrückt wird, darf der Kurs nicht lange schwächeln. CryptoQuant-Analyst JA Maartunn sieht deshalb die Marke von 79.000 Dollar als zentrale Linie. Bleibt Bitcoin darüber, bleibt die Struktur stabil. Fällt der Kurs darunter, könnte der gesamte Wochenendanstieg als Liquiditätsgrab gewertet werden.

Für den Markt wäre das ein klares Warnsignal. Dann hätte Bitcoin nicht Stärke bestätigt, sondern lediglich genug Käufer angelockt, um danach wieder Druck aufzubauen.

Der Derivatemarkt bleibt zu bullisch für diese Unsicherheit

Noch komplizierter wird die Lage durch den Blick auf Optionen und Futures. Auf Deribit liegen laut den genannten Daten rund 1,7 Milliarden Dollar an nominalem Volumen in Call-Optionen mit Zielmarke 80.000 Dollar. Weitere große Cluster befinden sich bei 90.000 und 100.000 Dollar. Viele Marktteilnehmer setzen also weiter auf höhere Kurse.

Gleichzeitig kippt die Stimmung am Spotmarkt. Der Fear & Greed Index fiel laut Alphractal um 10 Punkte auf 43 und damit in den Bereich „Fear“. Das bedeutet: Während viele langfristigere Marktteilnehmer vorsichtiger werden, bleiben gehebelte Trader weiter offensiv auf steigende Kurse eingestellt.

Diese Kombination ist gefährlich. Wenn Spot-Anleger zögern, aber Futures-Trader weiter hohe Long-Positionen halten, entsteht ein Markt, der nach oben stark wirken kann, aber nach unten anfällig bleibt. Positive Funding-Raten von zuletzt 0,51 Prozent zeigen, dass Trader weiterhin bereit sind, für bullische Wetten zu zahlen.

Sollte Bitcoin nun unter die kritische Zone rutschen, könnten genau diese Long-Positionen zum Problem werden. Dann drohen nicht nur normale Gewinnmitnahmen, sondern schnelle Liquidationen, die den Rücksetzer zusätzlich beschleunigen.

ETF-Nachfrage stützt Bitcoin, doch das Makro-Risiko bleibt

Der stabilste Teil der aktuellen Erholung kommt nicht aus dem Derivatemarkt, sondern von den US-Spot-Bitcoin-ETFs. Laut SoSoValue verzeichneten die börsengehandelten Fonds zuletzt zwei Monate in Folge Nettozuflüsse. Insgesamt flossen 3,29 Milliarden Dollar in die Produkte, nachdem zuvor vier Monate lang Abflüsse dominiert hatten.

Das ist wichtig, weil ETF-Zuflüsse echte Spot-Nachfrage widerspiegeln. Während Futures und Optionen kurzfristige Übertreibungen erzeugen können, sorgen ETF-Käufe für eine stabilere Basis. Ecoinometrics wertet vor allem die Beständigkeit der Zuflüsse als entscheidend. Eine Serie von neun Tagen mit Nettozuflüssen zeigt, dass institutionelle Nachfrage wieder verlässlicher wird.

Trotzdem reicht dieser Rückenwind allein noch nicht aus, um Entwarnung zu geben. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, hohe Ölpreise und die Unsicherheit rund um die US-Geldpolitik belasten weiter die Risikobereitschaft. Sollte die Inflation durch teure Energie hartnäckig bleiben, könnte die US-Notenbank gezwungen sein, länger restriktiv zu bleiben.

Für Bitcoin ist das der zentrale Konflikt: ETF-Nachfrage baut einen Boden, aber Makro-Stress und überhitzte Long-Wetten machen den Ausbruch verwundbar.

Jetzt zählt vor allem die Zone um 79.000 Dollar. Hält Bitcoin darüber, bleibt die Chance auf eine Fortsetzung Richtung 80.000 Dollar und darüber hinaus intakt. Bricht diese Linie, droht der Markt den jüngsten Anstieg neu zu bewerten. Dann wäre der Sprung über 80.000 Dollar kein Befreiungsschlag gewesen, sondern genau die Falle, vor der Trader jetzt warnen.

>>In Bitcoin investieren? So gehts: Bitcoin kaufen<<

Diesen Artikel mit KI zusammenfassen lassen. Beim Klick werden Sie an den jeweiligen Anbieter weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzbestimmungen des jeweiligen Anbieters.
KI Zusammenfassung von:
Teilen
Auch Interessant
CDUCSU-verteidigt-BitcoinHaltefrist-Kein-Privileg-fuer-Kryptowaehrungen
BitcoinRallye-entpuppt-sich-als-HebelFalle
Strategy-jagt-1-Million-Bitcoin-Jetzt-entscheidet-sich-ob-Saylors-Wette-noch-staerker-wird