Bitcoin-Alarmzone 69.000-Dollar-alte Coins werden ruhig

Bitcoin-Alarmzone 69.000-Dollar-alte Coins werden ruhig
Bitcoin-Alarmzone 69.000-Dollar-alte Coins werden ruhig (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Bei Bitcoin sind die wirklich alten Coins zuletzt deutlich seltener in Bewegung gekommen. Nach zwei Jahren mit ungewöhnlich hoher Aktivität gealterter Bestände zeigt sich 2026 eine klare Abkühlung. Genau das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die große Umverteilung älterer Bestände weitgehend abgeschlossen ist. Gleichzeitig richtet sich der Blick nun auf die Marke von 69.000 US-Dollar: Dort dürfte sich entscheiden, ob die neueren Käufer stabil bleiben oder unter Druck geraten.

Alte Bitcoin-Bestände werden ruhiger

Daten von Galaxy Research zeigen, dass 2024 und 2025 besonders viele Bitcoin bewegt wurden, die zuvor mindestens ein Jahr lang nicht angerührt worden waren. 2026 liegt dieses Volumen bislang bei weniger als der Hälfte des Vorjahres. Das spricht dafür, dass viele ältere Anleger ihre Umschichtungen oder Verkäufe bereits hinter sich haben.

Wichtig ist aber: Eine On-Chain-Bewegung ist nicht automatisch ein Verkauf. Die Daten zeigen nur, dass Coins transferiert wurden. Ob sie tatsächlich den Besitzer gewechselt haben, lässt sich daraus nicht sicher ablesen. Gerade große interne Wallet-Umstellungen bei Börsen oder Verwahrern können das Bild verzerren, auch wenn solche Effekte in den Galaxy-Daten weitgehend herausgefiltert werden.

Damit lässt sich festhalten: Alte Coins sind 2026 deutlich ruhiger geworden. Das ist ein nützliches Signal, aber kein endgültiger Beweis dafür, dass alle Verkäufe abgeschlossen sind.

Warum die Schwäche jetzt eher bei neueren Haltern liegen könnte

Parallel dazu zeigt ein aktueller Blick von Glassnode, dass sich der Bitcoin-Markt zwar stabilisiert, der Boden aber noch nicht sicher ausgebildet ist. Auffällig ist vor allem: Gewinnmitnahmen durch Langfrist-Halter sind fast verschwunden, und realisierte Verluste gehen zuletzt zurück.

Der entscheidende Punkt liegt in der unterschiedlichen Definition von „langfristig“. Galaxy betrachtet Coins, die mindestens ein Jahr alt sind. Glassnode arbeitet dagegen mit einer Schwelle von rund 155 Tagen. Dadurch können Käufer aus dem Jahr 2025 in den Glassnode-Daten bereits als Langfrist-Halter auftauchen, obwohl ihre Coins in den Galaxy-Daten noch gar nicht als „alt“ gelten.

Das bedeutet: Wenn 2026 Langfrist-Halter Verluste realisieren, müssen das nicht unbedingt Veteranen aus früheren Marktzyklen sein. Es kann sich auch um Anleger handeln, die die Bitcoin aus der großen Verteilungsphase 2024 und 2025 aufgenommen haben und nun selbst unter Druck stehen.

Genau darin liegt die mögliche Verschiebung im Markt: Die Schwachstelle wandert womöglich von den alten Haltern zu den neueren Käufern. Die älteren Bestände bleiben ruhig, aber die Investoren, die diese Coins übernommen haben, könnten bei weiter fallenden Kursen nervös werden.

69.000 Dollar werden zur entscheidenden Marke

Glassnode sieht den Bereich um 69.000 US-Dollar als besonders wichtig an. Dort liegt in etwa die durchschnittliche Kostenbasis der kurzfristigen Halter. Vereinfacht gesagt trennt diese Zone viele jüngere Käufer in Gewinn oder Verlust.

Ein klarer Anstieg über diese Marke hätte für den Markt eine spürbar beruhigende Wirkung. Viele der jüngeren Käufer wären dann wieder im Plus, der Verkaufsdruck durch Verlustrealisierungen könnte nachlassen, und die Übergabe der Coins von alten an neue Halter würde stabiler wirken.

Prallt Bitcoin dort jedoch ab und fällt zurück, bleibt ein großer Teil dieser Käufer im Minus. Dann könnte neuer Verkaufsdruck entstehen – nicht mehr von den alten Wallets, sondern von den Anlegern, die deren Bestände erst vor relativ kurzer Zeit übernommen haben.

Hinzu kommt: Weniger Verkaufsdruck allein reicht nicht aus. Damit sich der Markt nachhaltig erholt, braucht es auch neue Nachfrage. Bisher waren ETF-Zuflüsse nur phasenweise zu sehen, nicht kontinuierlich. Auch der Abbau von Risiko im Derivatemarkt ist noch kein Ersatz für echte Spot-Käufe.

Unterm Strich ist die Lage damit klar: Die alten Bitcoin-Halter wirken deutlich ruhiger als in den Vorjahren. Die nächste große Frage lautet nun, ob die neuen Besitzer diese Coins stark genug halten können. Die Reaktion des Marktes rund um 69.000 US-Dollar dürfte dafür ein früher und wichtiger Test werden.

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