Arthur Hayes bleibt langfristig optimistisch für Bitcoin, aber aktuell würde er noch nicht kaufen. Der Mitgründer von BitMEX sagt, er wartet auf ein klareres Signal aus der Makro, Lage: neue Liquidität durch die Zentralbanken.
Hayes: Nicht der Krieg treibt Bitcoin, sondern das Geld der Zentralbanken
In einem Gespräch im Coin Stories Podcast erklärte Hayes, dass ein Krieg, etwa ein länger andauernder Konflikt mit dem Iran, nicht automatisch gut für Bitcoin sei. Entscheidend sei vielmehr, was danach im Finanzsystem passiert. Seine These: Wenn die Belastungen steigen, könnte die US Notenbank gezwungen sein, wieder stärker zu stützen, und am Ende auch wieder Geld zu drucken.
Sein Fazit ist klar: Wenn er heute 1 Dollar investieren müsste, würde er ihn nicht sofort in Bitcoin stecken. Er würde warten, bis die Zentralbanken tatsächlich wieder Liquidität in die Märkte pumpen. Denn genau dieser Moment sei aus seiner Sicht der bessere Zeitpunkt für einen Einstieg.
Hayes betonte dabei, dass viele Anleger den falschen Zusammenhang herstellen. Wer sagt, Krieg sei bullish für Bitcoin, meine in Wahrheit, dass Krieg oft zu Geld, drucken führt. Und genau das sei der eigentliche Treiber. Deshalb rät er dazu, nicht auf Verdacht zu timen, sondern die Liquiditätswende abzuwarten.
Warum Hayes kurzfristig mit weiterem Druck rechnet
Hayes beschreibt Bitcoin weniger als reinen Schutz gegen Geldentwertung, sondern eher als eine Art Frühwarnsystem für Liquidität. Wenn die Bedingungen straffer werden, weniger neue Dollar entstehen und Kreditrisiken zunehmen, spiegelt sich das seiner Ansicht nach zuerst in Risiko, Assets wie Bitcoin.
Zusätzlich sieht er einen neuen Stressfaktor: Künstliche Intelligenz. Hayes glaubt, dass KI schneller als viele erwarten Jobs im Bürobereich verdrängen könnte. Schon 10 bis 20 Prozent Jobverlust könnten reichen, um über Hebel und Kreditketten Probleme im Bankensystem auszulösen. Dann könnte es zu heftigen Neubewertungen bei Regionalbanken, Private Credit und Finanzaktien kommen, inklusive Einlagenabflüssen und am Ende Notfall, Maßnahmen der Fed.
Genau in so einem Szenario sieht Hayes die Lage für Bitcoin deutlich besser als heute, weil dann die Wahrscheinlichkeit für frische Zentralbank, Liquidität steigt.
Langfristig pro Bitcoin, aber mit klarer Warnung an Anleger
Trotz seiner Vorsicht für die nächsten Schritte bleibt Hayes bei seiner Grundhaltung: Er sei strukturell sehr stark in Krypto investiert. Für ihn ist das Argument für nicht staatliches Geld heute sogar stärker als in den Anfangsjahren von Bitcoin.
Gleichzeitig kritisierte er, dass sich die Branche zu sehr nach den Wünschen von Institutionen richtet. Bitcoin habe seinen Aufstieg auch ohne staatliche Unterstützung, bei unklarer Regulierung und in einem eher feindlichen Banken, Umfeld geschafft. Aus seiner Sicht sollte Krypto nicht versuchen, einfach nur eine kompliziertere Version des traditionellen Finanzsystems zu werden.
Auch Verschwörungstheorien, etwa dass Market Maker den Preis absichtlich drücken, weist er zurück. Häufiger seien schlechte Positionierung, falsches Timing oder zu viel Hebel der Grund für Verluste. An frustrierte Anleger, die schnelle, lebensverändernde Gewinne erwarten, richtet er eine harte Erinnerung: Der Markt sei nicht dafür da, jemanden reich zu machen, langfristiges Denken und Geduld seien wichtiger.
Zum Zeitpunkt des Interviews lag der Bitcoin Kurs bei rund 69.538 US Dollar.