Arbitrum friert 30.766 ETH nach KelpDAO-Hack ein

Arbitrum friert 30.766 ETH nach KelpDAO-Hack ein
Arbitrum friert 30.766 ETH nach KelpDAO-Hack ein (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Arbitrum hat nach dem Hack bei KelpDAO einen ungewöhnlichen Schritt gemacht: Der Security Council des Netzwerks hat 30.766 ETH eingefroren, die mit dem Exploit in Verbindung stehen. Das entspricht grob rund 71 Millionen US Dollar. Brisant ist nicht nur die Summe, sondern vor allem die Art, wie das passiert ist, ein Governance Gremium griff aktiv ein und setzte die normale Verfügung über On Chain Gelder faktisch außer Kraft.

Arbitrum friert 30.766 ETH ein und verschiebt sie in eine Zwischen Wallet

Laut Arbitrum wurden die betroffenen ETH von einer Adresse auf Arbitrum One abgezogen und in eine Art Zwischen Wallet transferiert, die weiterhin gesperrt ist. Damit sind die Mittel nicht frei verfügbar, für eine endgültige Freigabe oder weitere Schritte braucht es nun zusätzliche Governance Entscheidungen.

Arbitrum erklärte, der Security Council habe als Notfallmaßnahme gehandelt und dabei auch Hinweise von Strafverfolgungsbehörden zur Identität des Angreifers einbezogen. Gleichzeitig betonte das Team, man habe versucht, die Sicherheit der Community zu schützen, ohne andere Nutzer oder Anwendungen auf Arbitrum zu beeinträchtigen.

Das On Chain Analysehaus Arkham bestätigte den Vorgang ebenfalls öffentlich und sprach davon, Arbitrum habe rund 70,9 Millionen US Dollar in ETH aus den Wallets des Exploiters entfernt und an eine spezielle Adresse weitergeleitet. Der Tonfall in der Diskussion war dabei zugespitzt, denn aus Sicht vieler Beobachter sieht es so aus, als könne ein kleines Gremium im Ernstfall Vermögenswerte bewegen, auch wenn Krypto oft mit Unveränderlichkeit und finaler Kontrolle durch den Nutzer beworben wird.

Der KelpDAO Exploit: rund 290 Millionen US Dollar Schaden

Die eingefrorenen 30.766 ETH sind nur ein Teil der gesamten Affäre. KelpDAO wurde am 18. April angegriffen, insgesamt ging es laut Berichten um etwa 290 Millionen US Dollar. LayerZero ordnete den Vorfall als begrenzt ein und verwies darauf, dass es um die rsETH Konfiguration von KelpDAO gegangen sei, konkret um ein Setup mit einem einzelnen DVN, und nicht um einen systemweiten Fehler im gesamten Protokoll.

KelpDAO selbst sprach von einer gefälschten Cross Chain Nachricht als Auslöser und bedankte sich später beim Arbitrum Security Council, bei Stakeholdern aus dem Ökosystem sowie bei SEAL 911, die bei der Koordination und Strukturierung der Informationen geholfen hätten.

Neue Debatte um Dezentralisierung: Notfallhilfe oder Machtkonzentration

Die Maßnahme hat eine alte Diskussion neu angefacht: Wie dezentral sind große Krypto Netzwerke wirklich, wenn ein kleines, gewähltes Notfallgremium in kritischen Momenten so tief eingreifen kann?

Griff Green, Mitglied des Arbitrum Security Council, verteidigte die Entscheidung öffentlich. Er sprach von langen internen Debatten, technisch, praktisch, ethisch und politisch, und davon, dass man am Ende bewusst gehandelt habe, statt untätig zu bleiben.

Kritiker sehen darin hingegen einen Beleg dafür, dass ein Netzwerk zwar dezentral wirken kann, aber dennoch einen zentralen Hebel besitzt, sobald der Druck groß genug ist. Besonders scharf fiel die Kritik aus, wenn es um den Vergleich mit Bitcoin ging, das in solchen Debatten oft als robuster gegen Eingriffe von kleinen Gruppen oder Institutionen dargestellt wird.

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag der ARB Kurs bei etwa 0,1266 US Dollar.

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