Bitcoin steht vor einer Woche voller möglicher Kurstreiber. Während BTC am Dienstagmorgen bei rund 80.100 Dollar handelt, richten sich die Blicke auf die Fed-Entscheidung am Mittwoch, den 28. Oktober. Gleichzeitig konkurrieren ein gigantischer KI-Börsengang und neue Bitcoin-Investitionen um die Aufmerksamkeit der Anleger.
Das Wichtigste in Kürze
- Bitcoin unter Druck: BTC kämpft um 80.000 Dollar. Morgen entscheidet die US-Notenbank über die Zinsen, während die Märkte bereits auf eine mögliche Zinserhöhung im Dezember blicken.
- Milliarden bewegen die Märkte: Anthropic bereitet einen potenziell rekordverdächtigen Börsengang vor. Gleichzeitig kauft Strive Bitcoin für 511 Millionen Dollar, während Strategy pausiert.
- Neue Risiken und Chancen: Die US-Zwischenwahlen, der Iran-Konflikt und regulatorische Fortschritte bei Ripple könnten die Stimmung am Kryptomarkt verändern.
Die Nachrichtenlage zeigt einen Markt zwischen wachsender Unsicherheit und anhaltender institutioneller Nachfrage.
🚨 WAS IST ÜBER NACHT PASSIERT?
— Think it Crypto (@thinkitcrypto) October 27, 2026
Hier die 12 wichtigsten Highlights plus Einordnung:
🩸 Bitcoin weiter knapp unter $80.000.
📅👀 MORGEN Fed-Entscheid: Polymarket sieht 92% für keine Änderung.
💥 OFFIZIELL: Anthropic meldet seinen Börsengang an, womöglich der größte IPO aller… pic.twitter.com/ZTR6p6nTAM
Fed, Anthropic und US-Wahlen: Warum Bitcoin jetzt von außen unter Druck gerät
Die US-Notenbank entscheidet am Mittwoch über ihren Leitzins. Auf Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen derzeit bei rund 94 Prozent.
Die eigentliche Unsicherheit betrifft jedoch den Dezember. Dort preisen Prognosemärkte inzwischen mit etwa 75 Prozenteine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte ein.
Für Bitcoin ist das relevant: Höhere Zinsen können sichere Dollar-Anlagen attraktiver machen und Risikoanlagen belasten.
Zusätzlich sorgt der angekündigte Börsengang des KI-Unternehmens Anthropic für Aufmerksamkeit.
Am Montag reichte das Unternehmen seinen Börsenprospekt ein. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Anthropic 16,3 Milliarden Dollar Umsatz, nach 1,16 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
Der ausgewiesene Nettoverlust von 80,7 Milliarden Dollar wirkt dramatisch. Allerdings entstanden davon rund 72,4 Milliarden Dollar durch Bewertungsänderungen bei Finanzierungsinstrumenten. Der operative Verlust lag bei rund 693 Millionen Dollar.
Ein riesiger Börsengang könnte Kapital anziehen, das andernfalls in andere Risikoanlagen geflossen wäre. Dass dadurch bereits Geld aus Bitcoin abgezogen wird, ist jedoch nicht belegt.
Auch die US-Zwischenwahlen am 3. November rücken näher.
Auf der Optionsplattform Derive wurde eine Position mit rund 68 Millionen Dollar Nominalwert aufgebaut, die auf einen Bitcoin-Kurs von 90.000 Dollar nach der Wahl ausgerichtet ist.
Ölpreis und Iran-Konflikt: Neue Gefahr für die Bitcoin-Erholung
Zusätzliche Unsicherheit kommt aus dem Nahen Osten.
Hoffnungen auf diplomatische Gespräche mit Iran ließen den Ölpreis zuletzt sinken. Die international wichtige Sorte Brent notierte am Montag dennoch bei rund 116 Dollar pro Barrel.
Ein dauerhafter Rückgang wäre für die Inflationsaussichten grundsätzlich hilfreich.
Gleichzeitig berichtete CNN, dass US-Streitkräfte laut Regierungsquellen innerhalb von 96 Stunden nach einem entsprechenden Befehl größere Angriffe auf Iran durchführen könnten.
Das ist eine Aussage über militärische Einsatzbereitschaft, keine Bestätigung eines bereits beschlossenen Angriffs.
Eine neue Eskalation könnte den Ölpreis erneut antreiben und die Zinssorgen verstärken.
Strive kauft massiv Bitcoin – Strategy pausiert, Ripple erhält Bankzulassung
Während der Markt um 80.000 Dollar ringt, meldet das börsennotierte US-Unternehmen Strive einen Großkauf von 6.182 Bitcoin für rund 511,4 Millionen Dollar.
Damit steigt seine Reserve auf 43.000 BTC.
Ganz anders handelt Strategy: Das Unternehmen kaufte in der Woche vom 19. bis 25. Oktober keine Bitcoin und verwendete stattdessen 204,9 Millionen Dollar für den Rückkauf eigener Vorzugsaktien.
Von einem Ende der Bitcoin-Strategie kann deshalb keine Rede sein. Strategy hält weiterhin 848.517 BTC.
Auch regulatorisch gibt es Fortschritte. Ripple erhielt die endgültige US-Zulassung für seine nationale Trust-Bank. Die CFTC wiederum arbeitet an einem Regulierungsrahmen, der Kryptobörsen eine bundesweite Registrierungsmöglichkeit eröffnen soll.
Die Kooperationen zwischen Coinbase und großen US-Banken zeigen ebenfalls, wie eng traditionelle Finanzdienste und Kryptowährungen inzwischen verbunden sind.
Dabei gibt es Unterschiede: PNC ermöglicht bestimmten Privatbankkunden bereits den direkten Bitcoin-Handel innerhalb seiner Plattform. Die Kooperationen mit JPMorgan Chase und Citi betreffen dagegen vor allem Kontoverknüpfungen, Zahlungswege und Stablecoin-Infrastruktur.
Für den Bitcoin-Kurs bleibt trotz dieser Fortschritte die kurzfristige Marktstruktur entscheidend.
Solange BTC die Zone um 79.000 bis 80.000 Dollar verteidigt, ist eine Erholung in Richtung 82.600 und 85.000 Dollar möglich. Unterhalb der jüngsten Tiefs steigt dagegen das Risiko eines Rückgangs in Richtung 76.500 Dollar.
Die nächsten entscheidenden Termine stehen fest: 28. Oktober Fed-Entscheidung, 3. November US-Zwischenwahlen.Ob die institutionelle Nachfrage Bitcoin stabilisieren kann, dürfte sich daran zeigen, wie der Markt auf diese beiden Ereignisse reagiert.
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