Die US-amerikanischen Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum haben am 14. Oktober 2026 zusammen rund 391 Millionen US-Dollar an Nettoabflüssen verzeichnet. Besonders auffällig: Ausgerechnet die großen Bitcoin-Fonds von BlackRock und Fidelity verlieren erhebliche Mittel. Für den Bitcoin-Kurs kommt diese Entwicklung zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn die Kryptowährung kämpft bereits um die Marke von 80.000 US-Dollar.
Nach Daten von Farside Investors flossen am Mittwoch netto 261,4 Millionen US-Dollar aus den amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs ab. Gleichzeitig verloren die Spot-Ethereum-ETFs weitere 129,5 Millionen US-Dollar. Damit kehrte sich die positive Entwicklung vom Vortag bei beiden Kryptowährungen um.
Am 13. Oktober hatten Bitcoin-ETFs noch Zuflüsse von 175,7 Millionen US-Dollar verzeichnet. Nur einen Handelstag später dominieren wieder die Verkäufe beziehungsweise Rückgaben von ETF-Anteilen.
BlackRock und Fidelity verlieren Millionen: Nur Bitwise stemmt sich gegen den Trend
Die größten Abflüsse bei Bitcoin entfielen auf zwei Schwergewichte des ETF-Marktes. Fidelitys Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC) verlor 152,7 Millionen US-Dollar, während aus BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) weitere 110,9 Millionen US-Dollar abflossen.
Eine Ausnahme bildete der Bitwise Bitcoin ETF (BITB), der einen kleinen Nettozufluss von rund 2,2 Millionen US-Dollar verbuchte. Damit zeigt sich eine deutliche Verschiebung gegenüber dem Vortag. Am Dienstag hatten BlackRock und Fidelity zusammen noch 169 Millionen US-Dollar an frischem Kapital angezogen. Am Mittwoch drehten beide Fonds ins Minus.
Auch bei Ethereum fällt die Entwicklung negativ aus. BlackRocks iShares Ethereum Trust (ETHA) verzeichnete am 14. Oktober Nettoabflüsse von 109,8 Millionen US-Dollar und war damit für den größten Teil der gesamten Ethereum-ETF-Abflüsse verantwortlich. Zusätzlich verlor der Grayscale Ethereum Mini Trust rund 18,8 Millionen US-Dollar.
Die gleichzeitigen Mittelabflüsse bei Bitcoin und Ethereum sind deshalb bemerkenswert, weil sie nicht nur einen einzelnen Anbieter betreffen. Beide führenden Kryptowährungen verlieren kurzfristig Nachfrage über die regulierten US-Anlageprodukte.
Bitcoin bei 80.000 Dollar: Warum die ETF-Abflüsse jetzt gefährlich werden
Die ETF-Daten treffen auf einen bereits angeschlagenen Bitcoin-Markt. Am 14. Oktober fiel Bitcoin auf etwa 80.700 US-Dollar. Am Morgen des 15. Oktober bewegt sich Bitcoin im Bereich von 81.000 US-Dollar.
Hält Bitcoin die Marke von 80.000 US-Dollar, könnte sich zunächst eine Stabilisierung einstellen. Dafür wäre es hilfreich, wenn die ETF-Abflüsse nachlassen und Bitcoin wieder nachhaltig über 82.000 US-Dollar steigt. Anschließend würde der Bereich um 84.000 US-Dollar als kurzfristige Widerstandszone in den Fokus rücken.
Fällt Bitcoin dagegen dauerhaft unter 80.000 US-Dollar, würde sich das kurzfristige Chartbild weiter eintrüben. Zusätzliche ETF-Abflüsse könnten die Nachfrage belasten und das Risiko weiterer Kursverluste erhöhen. Entscheidend ist dabei nicht allein die Höhe der Abflüsse eines einzelnen Tages. Wichtiger ist, ob sich daraus eine längere Phase mit negativem institutionellem Kapitalfluss entwickelt.
Für Bitcoin bleibt die Situation angespannt. Eine Rückkehr über 82.000 US-Dollar und nachlassende ETF-Abflüsse würden die Chancen auf eine Erholung verbessern. Sollte dagegen die Unterstützung bei 80.000 US-Dollar fallen und gleichzeitig weiter Kapital aus den US-Fonds abgezogen werden, könnte sich der Verkaufsdruck deutlich verschärfen.
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