Der Handel mit Bitcoin-Futures ist im September auf rund 1,1 Billionen US-Dollar gestiegen und hat damit den höchsten Monatswert seit drei Monaten erreicht. Doch während das Interesse am Derivatemarkt deutlich zunimmt, steht der Bitcoin-Kurs inzwischen wieder unter Druck. Am 8. Oktober notiert BTC bei etwa 83.000 US-Dollar. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob die hohe Handelsaktivität eine nachhaltige Erholung unterstützt oder neue Risiken für Anleger schafft.
Die Zahlen stammen aus einer Analyse der On-Chain-Plattform CryptoQuant. Demnach übertraf das Handelsvolumen im September die Werte der beiden vorherigen Monate deutlich. Binance führte den Markt mit einem monatlichen Bitcoin-Futures-Volumen von rund 454,4 Milliarden US-Dollar an. Auf Platz zwei folgte OKX mit 190,9 Milliarden Dollar, während Bybit auf 146,6 Milliarden Dollar kam.
Zusammen wickelten diese drei Plattformen rund 792 Milliarden Dollar ab. Das entspricht etwa 72 Prozent des gesamten gemeldeten Futures-Volumens. Die Zahlen zeigen, wie stark sich der Bitcoin-Handel auf wenige große Anbieter konzentriert. Gleichzeitig unterstreichen sie, welche Bedeutung gehebelte Finanzprodukte inzwischen für die Marktaktivität besitzen.
Warum die 1,1 Billionen Dollar auch ein Warnsignal sein können
Ein steigendes Futures-Volumen gilt zunächst als Zeichen für eine höhere Handelsaktivität. Es bedeutet allerdings nicht automatisch, dass mehr Anleger auf steigende Bitcoin-Kurse setzen.
Futures ermöglichen es Marktteilnehmern, sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen zu profitieren. Außerdem werden sie zur Absicherung bestehender Bitcoin-Positionen eingesetzt. Genau deshalb lässt sich aus dem September-Rekord allein keine bullische Prognose ableiten.
Entscheidend ist vielmehr, ob gleichzeitig die Zahl beziehungsweise der Wert offener Kontrakte steigt. Diese Kennzahl wird als Open Interest bezeichnet. Nimmt das Open Interest gemeinsam mit dem Handelsvolumen zu, kann dies auf den Aufbau zusätzlicher Positionen hindeuten. Ein steigender Hebeleinsatz kann Kursbewegungen verstärken, weil größere Schwankungen schneller automatische Liquidationen auslösen.
Wächst dagegen nur das Handelsvolumen, während das Open Interest stagniert oder sinkt, kann dahinter vor allem kurzfristiger Handel oder die Umschichtung bestehender Positionen stehen.
Aktuelle Daten von CoinGlass zeigen ein aggregiertes Bitcoin-Futures-Open-Interest von rund 54,5 Milliarden Dollar. Das Handelsvolumen der vergangenen 24 Stunden liegt bei etwa 62,8 Milliarden Dollar. Diese Momentaufnahme bestätigt eine weiterhin hohe Aktivität am Derivatemarkt, erlaubt für sich genommen aber keine Aussage darüber, wie stark der Hebeleinsatz seit September tatsächlich gestiegen ist.
Auch die Finanzierungsraten bleiben relevant. Sie zeigen bei unbefristeten Futures, welche Marktseite für das Halten ihrer Positionen bezahlt. Übermäßig positive Raten können auf stark besetzte Long-Positionen hinweisen, während deutlich negative Werte eine stärkere Short-Positionierung anzeigen können.
Damit ist der hohe Futures-Umsatz nicht nur ein Zeichen für Liquidität, sondern möglicherweise auch ein Hinweis auf erhöhte Anfälligkeit gegenüber abrupten Kursbewegungen.
Bitcoin bei 83.000 Dollar: Diese Marken entscheiden über das weitere Risiko
Besonders relevant wird der Anstieg des Futures-Handels durch die jüngste Entwicklung am Bitcoin-Markt. Während Bitcoin am 6. Oktober noch bei rund 85.300 Dollar gehandelt wurde, zeigen Kursdaten vom 8. Oktober Notierungen um 83.000 Dollar. Der Rückgang erfolgt in einem Umfeld, das von einem stärkeren US-Dollar, steigenden Anleiherenditen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt ist.
Für Anleger entsteht damit ein konkreter Konflikt: Der Derivatemarkt ist aktiver geworden, doch der Bitcoin-Kurs zeigt bislang keine entsprechende nachhaltige Stärke.
Eine Stabilisierung oberhalb von 83.000 Dollar würde dagegen zunächst für eine Beruhigung sprechen. Für eine überzeugendere Erholung müsste Bitcoin anschließend den Bereich um 86.500 Dollar zurückerobern.
Jetzt einsteigen?
Bitcoin kaufen | Bitcoin mit PayPal kaufen | Bitcoin Sparplan einrichten