Bitcoin über 87.000 Dollar – warum die Rallye sofort wieder kippte

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Bitcoin über 87.000 Dollar – warum die Rallye sofort wieder kippte (Foto KI generiert)
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Bitcoin hat nach dem überraschend schwachen US-Arbeitsmarktbericht zunächst kräftig zugelegt und kurz die Marke von 87.000 Dollar überschritten. Doch die Erleichterungsrallye hielt nicht lange: Am Samstag notiert BTC wieder bei rund 84.500 Dollar. Damit zeigt sich ein entscheidendes Problem für den Kryptomarkt: Schwächere Konjunkturdaten allein reichen derzeit offenbar nicht für einen nachhaltigen Ausbruch.

Der September-Arbeitsmarktbericht lieferte eigentlich genau jene Zahlen, auf die zinssensitive Märkte gewartet hatten. Außerhalb der Landwirtschaft entstanden in den USA lediglich 29.000 neue Stellen, während die Arbeitslosenquote von 4,1 auf 4,2 Prozent stieg. Zusätzlich wurden die Beschäftigungszuwächse für Juli und August zusammen um 60.000 Stellen nach unten revidiert.

Auch beim Lohndruck gab es Entspannung: Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im September nur um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die US-Notenbank nimmt damit ein wichtiger Inflationsfaktor zumindest etwas an Schärfe ab.

Warum Bitcoin trotz schwacher Jobdaten nicht über 87.000 Dollar blieb

Unmittelbar nach den Job-Daten schoss Bitcoin laut CryptoQuant zeitweise auf rund 87.100 Dollar. Der Markt interpretierte den schwachen Beschäftigungsbericht zunächst als Argument gegen eine erneut restriktivere Geldpolitik der Federal Reserve.

Doch genau diese Bewegung wurde schnell wieder verkauft. Der aktuelle Bitcoin-Kurs liegt am 3. Oktober bei etwa 84.500 Dollar und damit deutlich unter dem kurzfristigen Hoch nach dem Arbeitsmarktbericht.

Das macht die Zone um 87.000 Dollar kurzfristig besonders interessant. Ein erneuter Anstieg über diesen Bereich wäre ein Hinweis darauf, dass Käufer die nach dem Jobbericht entstandene Dynamik doch noch übernehmen können. Bleibt Bitcoin dagegen darunter, bestätigt sich zunächst das Bild einer gescheiterten Erholung.

Auch die Unterseite rückt damit wieder stärker in den Fokus. Anfang der Woche war BTC bis in den Bereich um 82.600 Dollar gefallen. Ein erneuter Rückgang in diese Zone würde zeigen, dass die positiven Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik vom Markt bereits weitgehend verarbeitet wurden.

Der Arbeitsmarkt schwächelt – doch die Inflation bleibt das Problem

Der Arbeitsmarktbericht steht nicht isoliert. Bereits zuvor hatten mehrere US-Daten eine Abkühlung signalisiert. Die Zahl der offenen Stellen sank im August auf rund 7,08 Millionen nach 7,34 Millionen im Juli. Das Bureau of Labor Statistics bezeichnete sowohl Stellenangebote als auch Neueinstellungen allerdings insgesamt als wenig verändert.

Gleichzeitig bleibt das Inflationsbild komplizierter. Der von der Fed besonders beobachtete Kern-PCE-Preisindex lag im August 3,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die gesamte PCE-Inflation betrug 3,4 Prozent. Damit hat sich der Preisdruck gegenüber den Vormonaten zwar nicht weiter beschleunigt, er liegt aber weiterhin deutlich oberhalb des langfristigen Inflationsziels der Federal Reserve.

Genau hier liegt der Konflikt für Bitcoin. Ein schwächerer Arbeitsmarkt kann die Wahrscheinlichkeit einer weniger restriktiven Geldpolitik erhöhen. Gleichzeitig könnten anhaltend hohe Verbraucherpreise, steigende Energiepreise oder neue Inflationsrisiken die Fed daran hindern, die Finanzierungsbedingungen deutlich zu lockern.

Für Bitcoin ist deshalb nicht nur entscheidend, was die Fed selbst signalisiert. Anleger müssen auch beobachten, wie der Anleihemarkt reagiert. Fallen die US-Renditen und gerät gleichzeitig der Dollar unter Druck, verbessert sich das Umfeld für riskantere Anlagen wie Bitcoin. Bleiben Renditen und Dollar dagegen hoch, kann selbst ein schwacher Arbeitsmarktbericht seine positive Wirkung schnell verlieren.

Diese Marken entscheiden jetzt über Erholung oder neuen Druck

Kurzfristig hat Bitcoin damit zwei klar erkennbare Bereiche.

Auf der Oberseite muss BTC den Rücklauf über rund 87.000 Dollar schaffen. Erst wenn der Kurs dort nicht erneut sofort abverkauft wird, würde die Reaktion auf die US-Daten wieder konstruktiver aussehen.

Auf der Unterseite ist zunächst der Bereich der jüngsten Rücksetzer wichtig. Sollte der Verkaufsdruck zunehmen, rückt das Wochentief um 82.600 Dollar wieder in den Blick. Ein Bruch darunter würde den gescheiterten Ausbruchsversuch über 87.000 Dollar zusätzlich belasten.

Der entscheidende Treiber bleibt jedoch die makroökonomische Kette: Inflation beeinflusst die Fed, die Fed beeinflusst die US-Renditen, diese bewegen den Dollar – und genau daraus entsteht ein wichtiger Teil des Liquiditätsumfelds für Bitcoin.

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