Ethereum könnte nach Einschätzung von Tom Lee in den kommenden zwölf Monaten deutlich über 10.000 Dollar steigen. Der BitMine-Vorsitzende äußerte sich bei der Korea Blockchain Week überraschend offensiv, zeigte sich aber unsicher, ob ETH die von Arthur Hayes genannten 10.000 Dollar bereits bis Ende 2026 erreichen kann. Kurzfristig entscheidet ohnehin eine ganz andere Zone: ETH handelt aktuell bei rund 2.720 Dollar und trifft zwischen etwa 2.750 und 2.800 Dollar auf den nächsten wichtigen Widerstand.
Warum Tom Lee bei Ethereum noch deutlich mehr Potenzial sieht
Hinter Lees Optimismus steht vor allem die Erwartung, dass institutionelle Investoren ihre Krypto-Allokationen weiter erhöhen könnten. Er argumentiert, dass viele institutionelle Marktteilnehmer bislang nur gering oder überhaupt nicht in Kryptowährungen investiert seien. Eine stärkere Kapitalrotation in den Sektor könnte deshalb zusätzliche Nachfrage erzeugen.
Lee verweist außerdem auf Ethereums Rolle bei Tokenisierung und institutioneller Blockchain-Infrastruktur. Gleichzeitig ist er nicht nur Beobachter des Marktes: Als Vorsitzender von BitMine ist er direkt mit einem Unternehmen verbunden, das eine massive ETH-Treasury aufgebaut hat.
Laut einer bei der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichten Unternehmensmitteilung hielt BitMine per 27. September 6.001.302 ETH. Das entsprach nach Unternehmensangaben rund 4,9 Prozent des gesamten Ether-Angebots.
Damit ist Lees Einschätzung auch im Kontext der BitMine-Strategie zu sehen. Steigt der ETH-Kurs stark, würde sich dies erheblich auf den Wert der Ethereum-Bestände des Unternehmens auswirken.
Erst 2.800 Dollar, dann 3.000 Dollar – der Markt hat Hürden
So spektakulär die Marke von 10.000 Dollar klingt, technisch muss Ethereum zunächst deutlich kleinere Hürden überwinden.
ETH notiert am 2. Oktober bei rund 2.720 Dollar und hat innerhalb der vergangenen 30 Tage etwa 13 Prozent zugelegt. Gleichzeitig befindet sich der Kurs unmittelbar unter einer Widerstandszone zwischen ungefähr 2.750 und 2.800 Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte den Weg in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 3.000 Dollar öffnen.
Auf der Unterseite bleibt dagegen der Bereich um 2.630 bis 2.670 Dollar wichtig. Fällt ETH wieder darunter, würde die jüngste Erholung an Stärke verlieren und die Diskussion über fünfstellige Kurse zunächst noch weiter in den Hintergrund rücken.
Der starke Optimismus kommt allerdings nicht aus dem Nichts. Ethereum legte im dritten Quartal 2026 mehr als 70 Prozent zu und gehörte damit zuletzt zu den stärksten großen Krypto-Assets.
Lees 25x-Rechnung ist kein Ethereum-Kursziel
Im Zusammenhang mit möglichen Renditen für BitMine-Aktionäre sprach er auch über ein hypothetisches Szenario, in dem Ethereum um das 25-Fache steigt.
Dabei handelte es sich jedoch nicht um eine konkrete ETH-Prognose. Lee nutzte die Annahme als Rechenbeispiel, um zu illustrieren, wie sich eine extreme Wertsteigerung der gehaltenen Ether auf BitMine beziehungsweise dessen Aktionäre auswirken könnte. Aus dem 25x-Beispiel ein neues offizielles Ethereum-Kursziel abzuleiten, wäre daher irreführend.
Für Anleger bleiben deshalb zwei völlig unterschiedliche Zeithorizonte entscheidend: Langfristig setzt Lee auf eine stärkere institutionelle Nachfrage, weitere Käufe durch Krypto-Treasury-Unternehmen und eine zentrale Rolle von Ethereum bei tokenisierten Finanzprodukten. Kurzfristig muss der Markt diese Erwartungen jedoch erst im Kurs bestätigen.
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