Bitcoin steht erneut vor einer heiklen Richtungsentscheidung. Der BTC-Kurs notiert aktuell bei rund 76.300 bis 76.500 US-Dollar und hat sich damit vom deutlichen Rücksetzer zu Wochenbeginn stabilisiert. Doch aus technischer Sicht könnte vor einem neuen Angriff nach oben noch ein letzter Liquiditäts-Sweep fehlen.
Der bekannte Analyst Credible Crypto verweist dabei auf sogenannte „Equal Lows“, also mehrere nahezu identische Tiefpunkte auf kleineren Zeitebenen. Solche Bereiche werden von Tradern häufig als potenzielle Liquiditätszonen betrachtet, weil sich darunter Stop-Loss-Orders ansammeln können.
Sein Szenario ist deshalb zweigeteilt: Bitcoin könnte zunächst diese lokalen Tiefs abräumen, insbesondere falls Ethereum ebenfalls seine zuletzt entstandenen Dreifach-Tiefs unterschreitet. Gleichzeitig sieht der Analyst oberhalb des aktuellen BTC-Kurses weiterhin deutlich mehr unberührte Liquidität. Genau dort liege für ihn momentan der wichtigere Anreiz.
Warum ein kurzer Bitcoin-Rücksetzer sogar helfen könnte
Entscheidend ist die Reihenfolge. Nach Einschätzung von Credible Crypto hat Bitcoin bereits Tiefs auf höheren Zeitebenen abgeholt, gleichzeitig jedoch auf kleineren Zeitebenen neue nahezu gleiche Tiefpunkte zurückgelassen. Der Analyst würde es deshalb bevorzugen, wenn der Markt diese Zone zuerst bereinigt.
Der Gedanke dahinter: Steigt Bitcoin direkt zu den darüberliegenden Hochs, während unterhalb weiterhin auffällige Liquidität liegt, könnte diese Zone später erneut zum Ziel werden. Ein vorheriger kurzer Rücksetzer würde dieses Risiko aus technischer Sicht zumindest reduzieren.
Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine zwingende Marktregel. Liquiditätszonen können Kurse anziehen, müssen aber nicht angelaufen werden. Gerade in einem starken Trend können vermeintlich offene Bereiche über längere Zeit unangetastet bleiben.
Der jüngste Kursverlauf zeigt, wie eng die Situation momentan ist. Bitcoin fiel am 15. September bis in den Bereich um 75.600 Dollar zurück, nachdem die Kryptowährung einen Tag zuvor noch oberhalb von 78.000 Dollar gehandelt hatte. Aktuell versucht BTC, sich wieder oberhalb von 76.000 Dollar festzusetzen.
Ethereum könnte den nächsten Bitcoin-Impuls auslösen
Besonders interessant wird die Situation durch Ethereum. ETH handelt derzeit bei rund 2.440 Dollar und gewinnt auf 24-Stunden-Sicht wieder an Boden. Zuvor war Ethereum am 15. September deutlich gefallen und hatte zwischenzeitlich Niveaus unter 2.400 Dollar erreicht.
Credible Crypto beobachtet bei Ethereum mehrere nahezu identische lokale Tiefs. Sollten diese unterschritten werden, könnte dies seiner Ansicht nach gleichzeitig den nötigen Druck erzeugen, um auch die offenen Bitcoin-Tiefs auf kleineren Zeitebenen abzuholen.
Das würde allerdings nicht automatisch eine größere Abwärtsbewegung bedeuten. Im bullischen Szenario wäre ein solcher Sweep vielmehr eine kurzfristige Bereinigung, bevor Käufer wieder die Kontrolle übernehmen.
Problematisch würde die Lage erst, wenn aus dem kurzen Unterschreiten der Tiefs ein nachhaltiger Strukturbruch entsteht und Bitcoin anschließend keine schnelle Rückeroberung schafft.
Oberhalb von Bitcoin wartet weiter die größere Liquidität
Trotz des kurzfristigen Abwärtsrisikos bleibt der entscheidende Teil der Analyse konstruktiv. Credible Crypto betont, dass oberhalb des Bitcoin-Kurses weiterhin erhebliche Liquidität liegt und dieser Bereich aus seiner Sicht momentan den bedeutenderen Anreiz darstellt. Anders gesagt: Ein kurzfristiger Rücksetzer und ein grundsätzlich bullisches Szenario schließen sich nicht aus.
Auch der jüngste Kursverlauf liefert dafür eine klare Orientierung. Anfang September handelte Bitcoin zeitweise oberhalb von 81.000 Dollar, bevor der Markt wieder deutlich zurücksetzte. Der Bereich zwischen rund 78.000 und 80.000 Dollar bleibt damit eine naheliegende Widerstandszone, die BTC zunächst zurückerobern müsste.
Gelingt dieser Schritt, würde der Markt erneut in Richtung der jüngsten Hochs laufen. Scheitert Bitcoin dagegen bereits unterhalb dieser Zone und werden anschließend die lokalen Tiefs nachhaltig gebrochen, würde sich das kurzfristige technische Bild eintrüben.
Für Anleger geht es deshalb momentan weniger um die Frage, ob Bitcoin sofort steigt oder fällt. Entscheidend ist, welche Liquidität zuerst abgeholt wird und wie der Kurs anschließend reagiert. Ein kurzer Sweep unter die lokalen Tiefs könnte das bullische Szenario intakt lassen, solange Bitcoin anschließend schnell zurückkehrt. Oberhalb bleiben dagegen die jüngsten Hochs der Bereich, den die Käufer zurückerobern müssen.
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