Zilliqa stoppt Transaktionen Ledger-Bug knackt Keys

Zilliqa stoppt Transaktionen Ledger-Bug knackt Keys
Zilliqa stoppt Transaktionen Ledger-Bug knackt Keys (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Zilliqa hat seine nativen Transaktionen vorübergehend gestoppt, nachdem eine schwerwiegende Schwachstelle in der Ledger-App des Netzwerks bekannt wurde. Das Problem ist brisant: Schon etwa fünf betroffene Signaturen desselben privaten Schlüssels können Angreifern genügen, um diesen Schlüssel in wenigen Sekunden zu rekonstruieren. Damit sind Nutzer nicht nur durch die Lücke selbst gefährdet – auch die Rettung ihrer Guthaben kann zum Wettlauf mit potenziellen Angreifern werden.

Schwachstelle in der Zilliqa-Ledger-App betrifft native Transaktionen

Nach Angaben von Zilliqa betrifft die Sicherheitslücke ausschließlich native, nicht-EVM-Transaktionen, die über die Zilliqa-App auf einem Ledger-Gerät signiert wurden. EVM-Transaktionen seien nicht betroffen. Auch die offiziellen SDKs wie zilliqa-js, gozilliqa-sdk und pyzil nutzen andere Signaturpfade und gelten daher als sicher.

Besonders heikel ist, dass der Fehler offenbar über Jahre unentdeckt blieb. Laut Zilliqa waren alle Versionen der App zwischen 2019 und 2026 von dem Bug betroffen. Entdeckt wurde am 19. Juli verdächtige Aktivität auf der Blockchain, am 21. Juli konnte die eigentliche Ursache bestätigt werden. Angaben zu betroffenen Wallet-Adressen oder einer möglichen Schadenssumme machte das Projekt bislang nicht.

Der technische Fehler lag bei der Erzeugung des sogenannten Nonce-Werts, der für jede Schnorr-Signatur benötigt wird. Durch einen Implementierungsfehler wurden dabei Teile der Zufallsdaten falsch übernommen. Das führte dazu, dass ein Teil der eigentlich notwendigen Entropie verloren ging. Aus kryptografischer Sicht wurden die Signaturen dadurch so stark geschwächt, dass sich aus mehreren öffentlich sichtbaren Signaturen derselbe private Schlüssel zurückrechnen lässt.

Nach Einschätzung von Zilliqa reichen dafür schon ungefähr fünf betroffene Signaturen eines Kontos aus. Da diese Signaturen dauerhaft auf der Blockchain gespeichert sind, lässt sich das Problem nicht einfach durch ein Update rückgängig machen. Wer mit der Ledger-App mehrfach native Zilliqa-Transaktionen signiert hat, muss den zugehörigen privaten Schlüssel im Zweifel als kompromittiert betrachten.

Rettung der Vermögenswerte könnte von Angreifern abgefangen werden

Das größte Problem ist derzeit nicht nur die Schwachstelle selbst, sondern auch die sichere Reaktion darauf. Denn wenn ein Angreifer den privaten Schlüssel bereits aus den öffentlichen Signaturen rekonstruiert hat, kann er ebenfalls gültige Transaktionen signieren. Versucht der eigentliche Besitzer dann, seine Token auf eine neue Adresse zu verschieben, könnte der Angreifer diese Transaktion zuvorkommen und die Gelder zuerst abziehen.

Genau deshalb hat Zilliqa die nativen Transaktionen pausiert. Das Netzwerk will damit Zeit gewinnen, um einen koordinierten Rettungsplan auszuarbeiten. Nutzer, die native Zilliqa-Transaktionen mit einem Ledger-Gerät signiert haben, sollen vorerst nichts unternehmen und auf offizielle Anweisungen warten.

Zilliqa erklärte, dass die Pause weitere Abflüsse von Geldern verhindern soll. Ein Datum für die Wiederaufnahme des normalen Betriebs oder für das endgültige Migrationsverfahren wurde bislang jedoch noch nicht veröffentlicht.

Update in Arbeit, aber alte Schlüssel bleiben unsicher

Eine korrigierte Version der Ledger-App wird laut Zilliqa gemeinsam mit Ledger vorbereitet. Dieses Update soll die fehlerhafte Nonce-Erzeugung beheben und künftige Signaturen wieder sicher machen. Bereits offengelegte Informationen auf der Blockchain lassen sich dadurch aber nicht zurückholen. Schlüssel, die durch frühere Signaturen potenziell enttarnt wurden, bleiben gefährdet und müssen langfristig ersetzt werden.

Für die Aufklärung des Vorfalls bedankte sich Zilliqa unter anderem bei KuCoin. Die Börse soll die Schwachstelle gemeldet, betroffene private Schlüssel anhand öffentlicher Signaturen rekonstruiert und bei der Analyse des Fehlers geholfen haben.

Unterm Strich zeigt der Vorfall, wie kritisch selbst kleine Fehler in kryptografischen Implementierungen sein können. In diesem Fall genügte offenbar ein Bug in der Signaturerstellung, um aus öffentlich sichtbaren Blockchain-Daten innerhalb kürzester Zeit private Schlüssel ableiten zu können. Für betroffene Nutzer zählt nun vor allem, die offiziellen nächsten Schritte von Zilliqa genau zu verfolgen.

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