Strategy meldet 8,3 Mrd. BTC-Verlust und verkauft Coins

Strategy meldet 8,3 Mrd. BTC-Verlust und verkauft Coins
Strategy meldet 8,3 Mrd. BTC-Verlust und verkauft Coins (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Strategy hat im zweiten Quartal einen deutlichen Rückschlag auf seine Bitcoin-Bestände verbucht. Das Unternehmen um Michael Saylor meldete einen bilanziellen Verlust von 8,32 Milliarden US-Dollar auf seine Krypto-Positionen und verkaufte zugleich 3.588 BTC im Wert von rund 216 Millionen US-Dollar. Damit nutzt die Firma Bitcoin inzwischen nicht mehr nur zum langfristigen Halten, sondern auch als Finanzierungsquelle.

Bitcoin-Verkäufe trotz weiter riesiger Bestände

Laut einer Pflichtmitteilung vom 6. Juli verkaufte Strategy, früher unter dem Namen MicroStrategy bekannt, seine Bitcoin in zwei Schritten: Zunächst gingen zwischen dem 29. und 30. Juni 1.363 BTC zu einem Durchschnittspreis von 59.256 US-Dollar je Coin vom Tisch. Danach folgten zwischen dem 1. und 5. Juli weitere 2.225 BTC zu durchschnittlich 60.773 US-Dollar.

Zusammen mit einem bereits zuvor gemeldeten Verkauf von 32 BTC trennte sich das Unternehmen im zweiten Quartal insgesamt von 3.620 BTC. Trotzdem bleibt Strategy unter dem Strich ein klarer Käufer: Im selben Zeitraum kamen mehr als 85.000 BTC neu hinzu.

Die Größenordnung der Verkäufe ist gemessen am Gesamtbestand zwar überschaubar. Strategy hält weiterhin 843.775 Bitcoin. Diese wurden laut Unternehmen für insgesamt etwa 63,69 Milliarden US-Dollar gekauft, was einem durchschnittlichen Einstiegspreis von 75.476 US-Dollar pro BTC entspricht.

Genau darin liegt jedoch ein wichtiger Punkt: Die jüngsten Verkäufe erfolgten deutlich unter dem durchschnittlichen Kaufpreis. Die Analyseplattform Lookonchain schätzt, dass Strategy dadurch einen realisierten Verlust von mehr als 55 Millionen US-Dollar eingefahren hat.

Verkaufserlöse fließen in Dividenden und Dollar-Reserven

Besonders bemerkenswert ist, wofür das Geld aus dem Bitcoin-Verkauf verwendet wurde. Strategy erklärte, dass die Erlöse aus den 3.588 verkauften BTC zur Finanzierung von Ausschüttungen an Inhaber verschiedener Vorzugsaktien dienen sollen. Michael Saylor sagte, es handle sich um die Quartalsdividenden für STRF, STRE, STRK und STRD sowie um die volle Monatsdividende für Juni bei STRC.

Zusätzlich soll mit dem Verkauf ein Teil der US-Dollar-Reserve wieder aufgefüllt werden, die für diese Zahlungen genutzt wurde. Diese Reserve lag zum 5. Juli bei 2,55 Milliarden US-Dollar. Sie dient dazu, Dividenden auf Vorzugsaktien und Zinszahlungen auf bestehende Schulden abzudecken.

Damit wird klar: Bitcoin ist bei Strategy nicht mehr nur ein Vermögenswert, der möglichst nie angerührt wird. Stattdessen wird der Bestand nun auch aktiv genutzt, um die eigene Finanzierungsstruktur zu stützen. Das ist ein spürbarer Wandel für ein Unternehmen, das lange vor allem für kompromissloses Nachkaufen bekannt war.

Gleichzeitig zeigt die Mitteilung auch, was Strategy nicht getan hat. In der Woche bis zum 5. Juli wurden keine Stammaktien über das bestehende Aktienprogramm verkauft. Auch Rückkäufe von Stamm- oder Vorzugsaktien gab es nicht. Das bedeutet: Bitcoin rückt immer stärker in den Mittelpunkt des Kapitalmanagements.

Neuer Druck auf Saylors Bitcoin-Modell

Der Quartalsverlust von 8,32 Milliarden US-Dollar entstand, weil der Bitcoin-Kurs im Berichtszeitraum gefallen ist und der faire Marktwert der Bestände unter deren bilanziellen Anschaffungskosten lag. Strategy teilte mit, dass deshalb eine steuerliche Wertberichtigung auf nicht realisierte Bitcoin-Verluste vorgenommen werde.

Für Investoren ist die Lage damit komplizierter geworden. Solange Bitcoin steigt und die Strategy-Aktie mit Aufschlag auf den Wert der Bestände gehandelt wird, lässt sich frisches Kapital vergleichsweise leicht aufnehmen. Fällt der Kurs jedoch, muss das Management zwischen mehreren Zielen abwägen: Liquidität sichern, unattraktive Aktienverkäufe vermeiden und das Vertrauen der Kapitalgeber erhalten.

Genau an diesem Punkt setzt die aktuelle Debatte an. Kritiker sehen in den Verkäufen ein Signal dafür, dass Strategy im Zweifel weitere Bitcoin veräußern könnte, wenn Dividenden, Schuldenkosten oder Reserveanforderungen es nötig machen. Befürworter argumentieren dagegen, dass der Schritt zeige, wie liquide Bitcoin inzwischen ist und dass sich der Vermögenswert durchaus zur Deckung unternehmerischer Verpflichtungen eignet.

Michael Saylor selbst hält an seiner langfristigen Sicht fest. Er sieht Bitcoin weiterhin als eine Form von digitalem Kapital, dessen Zukunft stark von der Einbindung in klassische Finanzmärkte abhängt — etwa über ETFs, Unternehmensbilanzen, Kreditmärkte, Derivate und staatliche Reserven.

Der jüngste Verkauf macht aber auch deutlich, dass dieses Modell in der Praxis einen Preis hat: Je stärker Bitcoin in traditionelle Finanzstrukturen eingebunden wird, desto eher kann der Bestand auch als Quelle für Liquidität dienen. Für Strategy bedeutet das mehr Flexibilität, für Aktionäre aber auch eine neue Unsicherheit. Die zentrale Frage lautet nun, ob das Unternehmen auch in schwächeren Marktphasen an seinem Bitcoin-zentrierten Finanzierungsmodell festhalten kann, ohne zu weiteren Verkäufen gezwungen zu werden.

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