K Wave Media hat seine Bitcoin-Position vollständig aufgelöst. In einer Form F-3 vom 30. Juni gab das Unternehmen an, am 6. Mai alle Bitcoin-Bestände verkauft zu haben. Als Gesamterlöse nennt K Wave Media 64,2 Millionen US-Dollar. Parallel richtet das Unternehmen Kapital und verbleibende Finanzierungskapazität auf AI-Infrastruktur aus – während die Aktie an der Nasdaq zuletzt deutlich unter wichtigen Mindestanforderungen notierte.
64,2 Millionen Dollar Erlös – und 88 BTC im Rahmen der Anson-Struktur
Der vollständige Ausstieg aus Bitcoin ist in den aktuellen Registrierungsunterlagen klar benannt. Zusätzlich beschreibt K Wave Media, dass 88 Bitcoin im Zuge einer Änderung vom 29. April zur Wertpapierkaufvereinbarung mit Anson Funds liquidiert wurden. Ein Teil der Mittel floss laut Unternehmen in die Rückzahlung von 6 Millionen US-Dollar der ursprünglichen Notes.
Wichtig: In den Unterlagen werden die Verkäufe nicht ausdrücklich als erzwungene Verkäufe bezeichnet. Das Filing liefert zudem keinen Hinweis, den Bitcoin-Verkauf einem Default zuzuschreiben. Die genannten 64,2 Millionen US-Dollar sind als vom Unternehmen angegebene Gesamterlöse zu verstehen, nicht als unabhängig nachgerechneter Verkaufspreis.
Finanzierung und Sicherheiten: AI-Infrastruktur rückt an die Stelle von BTC
Die Verschiebung der Strategie zeichnet sich auch über die Finanzierungsbausteine ab. Bereits ein Exhibit vom 4. Mai hält fest, dass K Wave Media verbleibende Finanzierungskapazität in AI-Infrastruktur umleitet und dies mit dem Abbau von Verbindlichkeiten verknüpft. Eine Änderung vom 29. April erlaubte außerdem, Erlöse aus künftigen Verkäufen zusätzlicher Wertpapiere unter der Anson-Vereinbarung für AI-Infrastruktur-Assets zu verwenden. Diese Vermögenswerte sollten dann als Sicherheiten unter der Sicherheitsvereinbarung dienen.
Im Juli 2025 schloss K Wave Media eine Wertpapierkaufvereinbarung mit Anson Funds ab, die senior secured convertible notes und Warrants umfasst. Der erste Abschluss brachte Bruttoerlöse von 15 Millionen US-Dollar. Die Notes enthalten Umwandlungsrechte in Ordinary Shares sowie alternative Umwandlungsmechanismen, die an Handelskurse gekoppelt sind. Zinsen fallen laut Unterlagen grundsätzlich nicht an – außer bei einem Default, dann sollen 12 Prozent Jahreszins rückwirkend ab Emission gelten.
Die Dokumente beschreiben zudem Default-Regeln, nach denen ausstehende Hauptforderung, aufgelaufene Zinsen und weitere Beträge vorzeitig fällig gestellt werden können. Bei einem Default auf gesicherte Verpflichtungen hätte die gesicherte Partei das Recht, Sicherheiten exklusiv zu kontrollieren und zu verkaufen oder zu übertragen. Reicht das nicht aus, bliebe K Wave Media für die Restschuld haftbar.
Nasdaq-Druck und niedriger Kurs: Warum Treasury-Strategien kippen können
Zur strategischen Neuausrichtung kommt spürbarer Marktdruck. Nasdaq informierte K Wave Media im Januar, dass die Mindestanforderung von 1 US-Dollar für den Schlusskurs nicht mehr erfüllt sei (Zeitraum: 20. November 2025 bis 6. Januar 2026). Die Frist zur Wiederherstellung läuft bis zum 6. Juli 2026. Laut Filing prüft das Unternehmen Optionen zur Wiedererlangung der Konformität, darunter einen Reverse Stock Split mit Zustimmung der Aktionäre.
Im Juni meldete Nasdaq außerdem, dass die Ordinary Shares die Anforderung eines Mindestmarktwerts der öffentlich gehaltenen Aktien von 15 Millionen US-Dollar im Zeitraum vom 4. Mai bis 15. Juni nicht erfüllten. Die Frist hier läuft bis zum 14. Dezember 2026. Am 29. Juni schloss die Aktie bei 0,164 US-Dollar.
K Wave Media betont zwar, die Treasury-Strategie sei pausiert und nicht vollständig aufgegeben worden. Faktisch steht jedoch ein kompletter Bitcoin-Verkauf einem kapitalintensiven Kurswechsel Richtung AI-Infrastruktur gegenüber. Bei Bitcoin selbst lagen die im Kontext genannten Marktdaten am 2. Juli bei rund 60.000 US-Dollar je BTC (Marktkapitalisierung: 1,21 Billionen US-Dollar, Dominanz: 58 Prozent). Entscheidend für Anleger bleibt damit weniger eine Bitcoin-Marke, sondern die Frage, ob K Wave Media die Nasdaq-Auflagen wieder erfüllt – und wie das Unternehmen seine Finanzierung und Sicherheiten nach dem BTC-Ausstieg strukturiert.