Bitcoin bei 63.000: Warum Analysten den Boden erst 2026 sehen

Bitcoin bei 63.000: Warum Analysten den Boden erst 2026 sehen
Bitcoin bei 63.000: Warum Analysten den Boden erst 2026 sehen (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin rutscht weiter Richtung 60.000 US-Dollar und sorgt damit erneut für Nervosität am Markt. Die Stimmung in der Krypto-Community ist laut mehreren Indikatoren wieder im Bereich „extreme fear“ angekommen. Viele Anleger fragen sich deshalb: War das schon der Boden oder kommt der Tiefpunkt erst noch?

Ein Krypto-Analyst blickt weniger auf den Chart, mehr auf den Kalender

Der Krypto-Beobachter Ardi sieht den möglichen Wendepunkt nicht in der aktuellen Tageskerze, sondern in einem Muster, das sich über mehrere Zyklen gezogen hat. Seine Kernaussage: In früheren Bärenmärkten hat Bitcoin den endgültigen Tiefpunkt stets im vierten Quartal (Q4) markiert, also eher spät im Jahr.

Das macht die aktuelle Lage für Optimisten schwierig. Wir befinden uns noch im zweiten Quartal (Q2). Wenn sich die Geschichte wiederholt, müsste Bitcoin die Zone um 60.000 US-Dollar noch viele Monate verteidigen, ohne davor ein neues Tief auszubilden.

Ardi verweist dabei auf die Zeitdauer früherer Abwärtsphasen:

  • Nach dem Hoch 2013 dauerte die Korrektur rund 413 Tage, bis der Boden im November 2014 erreicht war.
  • Im Zyklus nach 2017 waren es etwa 378 Tage bis zum Tief im Dezember 2018.
  • Nach dem Hoch 2021 dauerte der Bärenmarkt ungefähr 364 Tage bis zum November 2022.

In der aktuellen Phase zählt Ardi rund 245 Tage seit dem Zyklushoch im Oktober 2025 (bei etwa 126.000 US-Dollar). Das würde bedeuten: Rein zeitlich wäre noch Platz, falls sich Bitcoin an früheren Mustern orientiert.

Warum mehrere Stimmen Q4 2026 als mögliche Boden-Zone nennen

Ardi ist mit dieser Einschätzung nicht allein. Auch andere bekannte Analysten sehen den wahrscheinlicheren Zeitraum für einen Zyklusboden eher im Herbst oder Winter 2026. Der Into-the-Cryptoverse-Gründer Benjamin Cowen argumentiert beispielsweise, dass der grobe Vierjahres-Rhythmus weiterhin intakt sei. Sein Basisszenario für das Tief liegt im Oktober 2026.

Weitere Marktbeobachter kommen über unterschiedliche Ansätze zu ähnlichen Zeitfenstern:

  • Ali Martinez nennt ebenfalls Oktober 2026, gestützt auf die durchschnittliche Dauer früherer Bärenmärkte.
  • Xanrox sieht das Tief im September oder Oktober, mit einer möglichen Erholung ab November oder Dezember.
  • Auch bei CryptoQuant taucht als Zeitraum häufig Oktober bis Dezember auf, unter anderem wegen Kennzahlen wie dem MVRV Z-Score.

Wichtig: Das sind keine festen Vorhersagen, sondern Zeitfenster, die sich aus historischen Vergleichen, Zyklus-Modellen und On-Chain-Daten ableiten. Der Markt kann jederzeit anders reagieren, besonders wenn makroökonomische Faktoren oder Nachrichtenlage abrupt drehen.

Aktuelle Lage: 60.000 US-Dollar werden zur Schlüsselmarke

Zum Zeitpunkt der Beobachtung notierte BTC bei rund 62.950 US-Dollar, nachdem der Kurs innerhalb von 24 Stunden um etwa 6,2 % gefallen war. Damit erreichte Bitcoin den tiefsten Stand seit vier Monaten. Besonders im Fokus steht jetzt die Unterstützung bei 60.000 US-Dollar: Fällt diese Marke, könnte sich der Verkaufsdruck verstärken.

Als zusätzliche Belastung werden in der Diskussion unter anderem Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs genannt, die auf die Stimmung drücken können. Für Anleger bedeutet das: Kurzfristig bleibt die Lage angespannt, während manche Analysten den „echten“ Zyklusboden erst deutlich später im Jahr 2026 erwarten.

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