Warum XDC auf CoinMarketCap mehr Klicks als Bitcoin hat

Warum XDC auf CoinMarketCap mehr Klicks als Bitcoin hat
Warum XDC auf CoinMarketCap mehr Klicks als Bitcoin hat (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Auf CoinMarketCap sorgt ein eher unbekannter Altcoin gerade für Aufmerksamkeit: XDC. In den vergangenen sieben Tagen wurde XDC dort zeitweise sogar häufiger angeklickt als Bitcoin. Ein Krypto-Kommentator erklärt, warum das Interesse plötzlich so stark steigt und welche Rolle dabei ein sehr spezieller Anwendungsfall spielt: internationaler Handel und sogenannte Trade Finance.

XDC überholt Bitcoin bei den Aufrufen: Was steckt dahinter?

Der Analyst „X Finance Bull“ schrieb auf X (ehemals Twitter), dass XDC in den letzten sieben Tagen auf CoinMarketCap als „meistbesuchte“ Kryptowährung vor Bitcoin lag. Seine These: Das kommt nicht zufällig, auch wenn viele Privatanleger den Coin bisher kaum auf dem Schirm hatten.

Im Zentrum steht laut ihm ein Problem aus der realen Wirtschaft, das riesig ist: die globale Trade-Finance-Lücke. Gemeint ist die Lücke zwischen dem Geld, das kleine und mittelgroße Unternehmen für Handel und Lieferketten finanzieren müssten, und dem, was Banken tatsächlich bereit sind zu geben. Diese Lücke wird häufig auf rund 2,5 Billionen US-Dollar beziffert. Ein Grund dafür sei, dass Handelsfinanzierung bis heute oft mit papierbasierten Dokumenten, manuellen Prüfungen und langen Abwicklungszeiten arbeitet.

XDC positioniert sich genau hier: als Blockchain, die nicht primär für Meme-Coins oder Gaming gebaut wurde, sondern für Prozesse im institutionellen Handel.

Warum XDC im Bereich Handelsfinanzierung punkten will

Laut X Finance Bull setzt das Netzwerk auf Eigenschaften, die für Unternehmen und größere Marktteilnehmer wichtig sind: hohe Geschwindigkeit (bis zu 2.000 Transaktionen pro Sekunde), schnelle Finalität (rund 2 Sekunden) und sehr niedrige Gebühren. Dazu kommt ein Ansatz mit KYC-verifizierten Masternodes, also Knotenpunkten, die geprüft sind. Das soll Vertrauen schaffen, gerade im regulierten Umfeld.

Ein weiterer Punkt: XDC ist nach Angaben des Kommentators ISO-20022-kompatibel. ISO 20022 ist ein Nachrichtenstandard, den auch klassische Finanzsysteme und Zahlungsnetzwerke nutzen. Das gilt als wichtig, wenn Krypto-Infrastruktur mit Banken- und Unternehmensprozessen zusammenspielen soll. Außerdem verweist er auf André Casterman, der über 20 Jahre bei SWIFT gearbeitet hat und heute bei XDC aktiv ist. Für manche Investoren ist so ein Lebenslauf ein Signal, dass das Projekt stärker auf Kooperationen mit der Finanzwelt zielt.

Adoption, Technik-Updates und Kurs: Das sind die wichtigsten Punkte

Als weitere Pluspunkte nennt X Finance Bull mehrere Namen und Integrationen aus dem Umfeld der Handelsfinanzierung und Verwahrung. So soll BitGo als regulierter Krypto-Verwahrer institutionelle Custody für XDC anbieten. Außerdem wird Liqi erwähnt, das laut seinen Angaben täglich Handelsfinanzierungen im Umfang von über 100 Millionen US-Dollar über das Netzwerk abwickeln soll. Singapurs TradeTrust nutze die Infrastruktur zudem für digitale Handelsdokumente, die MLETR-konform sind, also zu einem rechtlichen Rahmen für elektronische handelbare Dokumente passen.

Auch aus anderen Bereichen gibt es laut dem Beitrag Bewegung: ComTech Gold brachte demnach kürzlich scharia-konformes, tokenisiertes Gold auf den Markt. AUDDapt soll für Zahlungen von kleinen und mittleren Unternehmen in Australien kooperieren. Zusätzlich wird erwähnt, dass USDC von Circle über eine Bridge im XDC-Ökosystem verfügbar ist.

Technisch verweist der Kommentator auf ein Hard Fork-Update im Januar („Cancun“), das XDC an neuere Ethereum-Standards angenähert haben soll, inklusive EIP-1559 für besser planbare Gebührenmechanik. Zudem sei mit XDC 2.0 byzantinische Fehlertoleranz und Forensik-Monitoring eingeführt worden, wobei er auf eine Verbindung zur Forschung rund um Professor Pramod Viswanath (Princeton) hinweist.

Beim Blick auf die Bewertung argumentiert X Finance Bull, dass XDC trotz der Aufmerksamkeit weiterhin „unterbewertet“ sein könnte. Die Marktkapitalisierung lag laut Artikel bei rund 635 Millionen US-Dollar, während der Kurs um etwa 0,03 US-Dollar notierte. Zum Zeitpunkt der genannten Daten stand zudem ein Tagesplus von über 7 Prozent im Raum. Ob daraus ein nachhaltiger Trend wird, hängt am Ende aber davon ab, wie stark die reale Nutzung im Handelsfinanzierungsbereich tatsächlich wächst und ob weitere größere Partner folgen.

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