XRP bekommt ausgerechnet an der kritischen 1-Dollar-Zone ein seltenes Entlastungssignal. Große Marktteilnehmer schicken derzeit deutlich weniger XRP zu Binance als noch vor wenigen Monaten. Der über drei Monate geglättete Wal-Zufluss ist auf rund 61 Millionen Dollar gefallen und liegt damit so niedrig wie seit 2021 nicht mehr. Doch für eine echte Trendwende fehlt noch etwas Entscheidendes: neue Nachfrage.
Der Zeitpunkt könnte kaum wichtiger sein. XRP wird aktuell bei rund 1,06 Dollar gehandelt und kämpft damit weiterhin unmittelbar über der psychologisch entscheidenden 1-Dollar-Marke.
Warum der Einbruch der Wal-Zuflüsse XRP plötzlich Luft verschafft
Noch im Januar 2025 lag der geglättete Zufluss großer XRP-Wallets zu Binance bei rund 456 Millionen Dollar. Im Oktober waren es noch etwa 355 Millionen Dollar. Mit aktuell 61 Millionen Dollar ist das Volumen damit auf einen Bruchteil früherer Werte zusammengeschrumpft.
Für XRP ist das zunächst eine Entlastung. Große Transfers auf eine Handelsplattform wie Binance werden genau beobachtet, weil dort eingezahlte Coins grundsätzlich schneller verkauft oder für andere Handelsaktivitäten eingesetzt werden können. Wenn deutlich weniger XRP von Walen auf die Börse gelangen, sinkt entsprechend der unmittelbare Angebotsdruck, der über solche Großtransfers entstehen könnte.
Ähnliche Signale waren bereits im Juli zu beobachten. Damals fielen kurzfristige Wal-Zuflüsse laut Daten des On-Chain-Analysten Darkfost von zuvor bis zu 583 Millionen XRP auf nur noch 25,3 Millionen XRP. Auch diese Entwicklung wurde als Hinweis darauf gewertet, dass sich der Verkaufsdruck großer Marktteilnehmer abschwächt.
Für Anleger ist das ein Unterschied mit Gewicht: XRP muss derzeit nicht zwingend mit einer neuen Kaufwelle steigen. Schon das Ausbleiben großer zusätzlicher Verkäufe kann reichen, um den Kurs an einer entscheidenden Unterstützung zu stabilisieren.
Doch ein Wert verhindert noch die Entwarnung
Das Bild ist allerdings nicht vollständig bullisch. Die Nettoflüsse liegen weiterhin bei rund +18,8 Millionen Dollar. Unter dem Strich gelangen damit nach wie vor mehr XRP auf Binance, als die Plattform verlassen.
Genau hier liegt der entscheidende Konflikt. Der Verkaufsdruck scheint sich zu erschöpfen, aber die Daten zeigen noch keinen klaren Nachfrageboom, der XRP aus eigener Kraft deutlich nach oben ziehen würde.
Auch am breiteren Markt zeigt sich dieses Muster: Sinkende Handelsaktivität und schwächere Zuflüsse können bedeuten, dass Verkäufer zunehmend die Kraft verlieren. Ohne Käufer, die das frei werdende Angebot aggressiv aufnehmen, entsteht daraus jedoch noch kein neuer Aufwärtstrend.
Das macht die aktuelle Situation für XRP besonders sensibel. Weniger Verkaufsdruck schafft eine Chance. Er ersetzt aber keine Nachfrage.
Diese Marke entscheidet jetzt über Entlastung oder neuen Druck
Damit rückt 1 Dollar noch stärker in den Mittelpunkt. Hält XRP diese psychologische Unterstützung trotz des schwierigen Marktumfelds, könnten die stark gesunkenen Wal-Zuflüsse zu einem wichtigen Fundament für eine Stabilisierung werden. Neue Nachfrage hätte dann deutlich bessere Voraussetzungen, den Kurs wieder nach oben zu bewegen.
Bricht die 1-Dollar-Marke dagegen nachhaltig, verliert auch das positive On-Chain-Signal einen Teil seiner Wirkung. Dann würde der Markt zeigen, dass selbst deutlich weniger potenzieller Verkaufsdruck von Walen nicht ausreicht, um die Unterstützung zu verteidigen.
Noch ist deshalb keine Siegesrunde angebracht. Dass große XRP-Halter so wenig Kapital zu Binance bewegen wie seit Jahren nicht mehr, nimmt Druck aus dem Markt. Für eine echte Erholung müssen nun aber Käufer übernehmen.
Genau deshalb wird 1 Dollar zur entscheidenden Linie: Hält sie, lebt die Chance auf eine Bodenbildung. Fällt sie, könnte aus der aktuellen Ruhe schnell neuer Druck werden.