XRP nähert sich laut dem Marktbeobachter Will Taylor einem entscheidenden Punkt im Chart. Ein enger werdendes Kursmuster, schwache, aber überverkaufte Momentum Signale und auffällige Liquidationsdaten deuten darauf hin, dass der Abwärtsdruck bald nachlassen könnte.
Chartbild deutet auf eine mögliche Bodenbildung hin
In seinem Newsletter „The Weekly Insight“ beschreibt Taylor eine Formation, die er als absteigenden Keil oder als fallenden Parallelkanal auf Wochenbasis einordnet. Die zentrale Frage lautet für ihn, ob XRP vor einer größeren Erholung noch einmal zurück an die Unterkante dieses Bereichs fällt.
Als mögliches letztes Ziel nennt er dabei grob die Region um 1,10 US Dollar. Alternativ könnte XRP auch schon vorher nach oben ausbrechen und sich auf dem Weg nach oben wieder wichtige Unterstützungen zurückholen. Zum Zeitpunkt der Beobachtung lag der Kurs bei 1,35 US Dollar.
Ein weiteres Argument liefert der Wochenchart beim RSI. Taylor verweist darauf, dass der wöchentliche RSI wieder den überverkauften Bereich berührt, ähnlich wie in der Phase der markanten Tiefs im Jahr 2022. Für ihn ist das ein Hinweis, dass XRP historisch gesehen in einer Zone notiert, in der häufig größere Tiefpunkte entstanden sind.
Makro Lage bleibt wacklig, aber XRP könnte früher drehen
Taylor stellt XRP nicht isoliert dar, sondern ordnet die Bewegung in das größere Marktumfeld ein. Er hält die Lage an den klassischen Märkten weiterhin für angespannt. Unter anderem könnte der S&P 500 seiner Einschätzung nach noch tiefer korrigieren, und auch die Volatilität könnte nochmals steigen.
Für Altcoins und den Kryptomarkt insgesamt erwartet er zwar noch einen letzten kleineren Dip, betont aber gleichzeitig: Viele Werte bewegen sich bereits in Bereichen, die in früheren Zyklen entweder direkte Tiefs markiert haben oder zumindest nur noch etwa 10 bis 15 Prozent davon entfernt lagen. Aus seiner Sicht ist das Risiko nach unten daher begrenzter als die mögliche Chance nach oben.
Liquidationsdaten sprechen eher für eine Bewegung nach oben
Besonders auffällig findet Taylor die Verteilung möglicher Liquidationen. Seinen Daten zufolge würden bei einem Anstieg Richtung 3,60 US Dollar über 320 Millionen US Dollar an Short Positionen liquidiert. Auf der Unterseite wäre das Bild weniger stark: Ein Rückgang Richtung 0,39 US Dollar würde demnach nur etwa 130 Millionen US Dollar an Long Positionen aus dem Markt drücken.
Diese Schieflage interpretiert er als möglichen Anreiz für eine Bewegung nach oben, weil dort mehr „Liquidität“ zu holen ist. Zusätzlich erwähnte Taylor, dass das Open Interest seine bullischere Lesart nicht klar widerspricht, also dass die Hebelpositionierung derzeit nicht zwingend gegen das Setup arbeitet.
Unklar bleibt vor allem das Timing. Taylor rechnet damit, dass der Markt in den kommenden vier bis sechs Wochen stark von makroökonomischen Entwicklungen geprägt bleibt. Für XRP sieht er daher zwei realistische Szenarien: entweder ein letzter kurzer Rücksetzer an die Unterkante des Musters oder ein früherer Ausbruch nach oben, der das Keil Muster bestätigt, ohne dass es noch einmal zu einem tieferen Test kommt.