XRP hat sich nach mehreren schwachen Wochen wieder über die Marke von 1,40 US-Dollar geschoben. Das gibt vielen Anlegern Hoffnung, dass der Kurs einen Boden findet. Ein Analyst warnt aber: Auf kurzen Zeitebenen sieht es zwar besser aus, doch das große Bild ist noch nicht eindeutig.
Wöchentliche Signale: Erste Erholung, aber noch kein Befreiungsschlag
Der Krypto-Analyst ChartNerd sieht auf dem Wochenchart mehrere Hinweise, die oft in der Nähe von wichtigen Wendepunkten auftreten. Laut seiner Auswertung ist der RSI (Relative Strength Index) auf dem Wochenchart in einen Bereich gefallen, der in vergangenen Zyklen häufig ein Tief markiert hat. Außerdem hat der MACD auf Wochenbasis ein bullisches Signal geliefert: eine sogenannte „Golden Cross“-Konstellation, die für nachlassenden Abwärtsdruck stehen kann.
Zusätzlich hält sich der Kurs nach seiner Beobachtung weiterhin in der Nähe der 200-Wochen-EMA, einer viel beachteten Durchschnittslinie. Auch die 50er-EMA im Monatschart dient demnach noch als Unterstützung. Unterm Strich bedeutet das: Kurzfristig wirkt es so, als würde XRP rund um 1,40 US-Dollar eine Basis aufbauen.
Die „realistische“ Sicht: Im großen Zeitfenster fehlt noch die Bestätigung
ChartNerd betont allerdings, dass man nicht nur auf den Wochenchart schauen sollte. Seine „realistische Haltung“ leitet er aus dem 3‑Monats-Chart ab, weil dieser kurzfristige Schwankungen herausfiltert und die Struktur eines gesamten Marktzyklus besser zeigt.
Ein Beispiel ist der RSI im 3‑Monats-Chart: Er liegt aktuell bei rund 54. In früheren bärischen Phasen sei XRP teils tiefer gefallen, näher an den Bereich um 47, bevor es zu stärkeren Aufwärtsbewegungen kam. Übersetzt heißt das: Der größere „Reset“ könnte noch nicht komplett abgeschlossen sein.
Beim MACD im 3‑Monats-Chart sieht der Analyst zudem Anzeichen von Ermüdung, obwohl der Wert noch erhöht ist. Dadurch steige zumindest das Risiko, dass sich dort später ein bärisches Signal („Death Cross“) entwickeln könnte. Wichtig ist auch: Während der MACD im Wochenchart bereits bullisch dreht, wirkt er im 3‑Monats-Chart eher wie ein Widerstand, der erst überwunden werden muss.
Was das für Anleger bedeutet: Rallye möglich, aber Gefahr eines „Lower High“
Der Analyst schließt nicht aus, dass XRP im Mai oder Juni weiter zulegen kann. Er hält eine Fortsetzung der Erholung kurzfristig für möglich. Seine Sorge ist eher, dass es sich am Ende um eine Gegenbewegung im Abwärtstrend handeln könnte: also eine Rallye, die nur ein tieferes Hoch („Lower High“) bildet, bevor später im Jahr noch einmal ein neues Tief folgt.
Für eine wirklich überzeugende Trendwende reicht aus seiner Sicht deshalb nicht nur ein Rebound im Wochenchart. Entscheidend wäre, dass XRP auch auf dem 3‑Monats-Chart die dortigen Widerstände knackt und damit bestätigt, dass der übergeordnete Abwärtstrend tatsächlich endet.