XRP hat sich innerhalb weniger Tage von rund 1 Dollar bis in den Bereich von 1,50 Dollar katapultiert. Doch ausgerechnet während dieser Rallye steigt im Hintergrund ein Risiko deutlich an: Das geschätzte Hebelverhältnis für XRP auf Binance liegt inzwischen bei rund 0,213 und damit auf dem höchsten Niveau seit sechs Monaten. Trader setzen also wieder deutlich stärker auf geliehenes Kapital.
Das kann eine Aufwärtsbewegung zusätzlich beschleunigen. Gleichzeitig macht es XRP aber wesentlich anfälliger für abrupte Liquidationen. Gerade nach dem starken Kursanstieg wird deshalb entscheidend, ob echte Käufer die Rallye übernehmen oder der Markt zunehmend von gehebelten Wetten getragen wird.
Warum der Hebel-Anstieg jetzt zum Risiko wird
Die sogenannte Estimated Leverage Ratio setzt die offenen Positionen am Terminmarkt ins Verhältnis zu den auf der Börse verfügbaren Reserven. Steigt dieser Wert, bedeutet das vereinfacht gesagt: Trader gehen mit ihrem vorhandenen Kapital größere Positionen ein.
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Weitere InformationenBei XRP ist dieses Verhältnis auf Binance nun auf etwa 0,213 gestiegen. Noch im Mai lag der Wert bei rund 0,179 und wurde damals bereits als erhöht eingestuft. Im Juli war das Verhältnis zeitweise auf ungefähr 0,16 zurückgefallen. Der aktuelle Sprung zeigt deshalb deutlich, wie schnell die Risikobereitschaft am Derivatemarkt zurückgekehrt ist.
Allein ein hoher Hebel bedeutet allerdings noch nicht, dass XRP unmittelbar fallen muss. Solange der Kurs steigt, können zusätzliche gehebelte Long-Positionen die Bewegung sogar verstärken.
Problematisch wird es, sobald der Kurs dreht.
Dann können Positionen, die mit zu wenig Sicherheit hinterlegt sind, automatisch liquidiert werden. Diese Verkäufe erzeugen zusätzlichen Druck, wodurch weitere Positionen ihre Liquidationsmarken erreichen können. Aus einem normalen Rücksetzer kann dadurch innerhalb kurzer Zeit ein deutlich schärferer Abverkauf entstehen.
Die XRP-Rallye hat einen entscheidenden Schwachpunkt
Besonders auffällig ist, wie schnell XRP zuletzt gestiegen ist. Von einem Tief bei ungefähr 0,99 Dollar am 16. Augustging es zeitweise bis über 1,50 Dollar. Am 25. August bewegt sich XRP weiterhin ungefähr in diesem Bereich.
Eine aktuelle CryptoQuant-Auswertung sieht jedoch einen möglichen Schwachpunkt dieser Rallye. Demnach wurden der starke Kursanstieg und die Aktivität am Derivatemarkt wesentlich durch Short-Liquidationen und höhere Hebelwirkung begleitet, während die Nachfrage am Spotmarkt vergleichsweise zurückhaltend blieb.
Genau hier liegt der Konflikt für Anleger.
Steigt XRP weiter und gleichzeitig ziehen echte Käufe am Spotmarkt nach, könnte der erhöhte Hebel zunächst Teil einer starken Aufwärtsphase bleiben. Neue Käufer würden den Kurs stützen, während Short-Positionen weiter unter Druck geraten könnten.
Bleibt diese Nachfrage jedoch aus, wird der Markt zunehmend abhängig davon, dass gehebelte Trader ihre Positionen halten können.
Jetzt entscheidet sich, ob der Hebel die Rallye trägt oder kippt
Der Derivatemarkt sendet damit kein eindeutiges Verkaufssignal. Er zeigt vielmehr, dass XRP nach seinem starken Anstieg deutlich empfindlicher geworden ist.
Für Anleger zählt deshalb jetzt vor allem das Zusammenspiel aus Kurs, Open Interest, Spot-Nachfrage und Liquidationen. Ein steigender XRP-Kurs bei wachsender echter Nachfrage wäre das konstruktivere Szenario. Bleibt dagegen vor allem der Hebel hoch, während der Kurs ins Rutschen gerät, steigt die Gefahr einer Kettenreaktion am Terminmarkt.
Nach dem Sprung von rund 1 Dollar auf etwa 1,50 Dollar ist XRP damit an einem Punkt angekommen, an dem weitere Spekulation die Rallye noch einmal beschleunigen kann. Sie kann aber genauso schnell zum Problem werden.
Die Marke von 0,213 zeigt: Der XRP-Markt fährt inzwischen mit deutlich mehr Hebel. Dreht der Kurs jetzt nach unten, könnte genau dieser Hebel aus einem gewöhnlichen Rücksetzer einen wesentlich härteren Abverkauf machen.
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