XRP-ETFs trotzen dem Trend – doch der Kurs bleibt schwach

XRP-ETFs trotzen dem Trend – doch der Kurs bleibt schwach
XRP-ETFs trotzen dem Trend – doch der Kurs bleibt schwach (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Während viele Krypto-Anleger zuletzt eher auf die Bremse getreten sind, zeigt ein Bereich überraschende Stärke: XRP-ETFs ziehen weiterhin frisches Kapital an. Gleichzeitig verlieren Bitcoin- und Ethereum-ETFs seit Tagen Geld. Das sorgt für Fragen, denn bei XRP spiegelt der Kurs die steigende Nachfrage bisher kaum wider.

XRP-ETFs legen zu, Bitcoin- und Ethereum-ETFs verlieren

On-Chain- und ETF-Daten deuten aktuell auf eine klare Verschiebung hin: Produkte mit Fokus auf XRP verzeichnen weiter Zuflüsse, während bei Bitcoin- und Ethereum-ETFs anhaltend Kapital abgezogen wird. Der Analyst CryptoKrali spricht von einer wachsenden „Split“-Bewegung bei den großen Krypto-ETFs: Institutionelle Investoren setzen nicht mehr automatisch auf die beiden Marktführer, sondern suchen gezielter nach Alternativen.

Laut den von ihm zitierten Zahlen sammelten US-gelistete XRP-ETFs seit dem 20. Mai insgesamt rund 35 Millionen US-Dollar an Nettozuflüssen ein. Im selben Zeitraum sollen Bitcoin- und Ethereum-ETFs zusammen fast 2 Milliarden US-Dollar an Nettoabflüssen gesehen haben. Für den Markt ist das ein deutliches Signal: Die Nachfrage verteilt sich nicht mehr „breit“ über Top-Coins, sondern folgt bestimmten Themen und Erwartungen.

Warum Institutionelle ausgerechnet XRP bevorzugen

CryptoKrali führt die stärkere Nachfrage nach XRP-Exposure vor allem auf eigene XRP-Narrative zurück. Dazu gehören Überlegungen rund um regulatorische Einordnung, mögliche Erweiterungen im ETF-Umfeld und Spekulationen über eine Art „Treasury“-Nachfrage, also die Idee, dass größere Akteure XRP ähnlich wie Unternehmensreserven halten könnten. Solche Storylines eignen sich häufig für institutionelle Strategien, weil sie weniger vom Tageskurs abhängen und eher auf mittelfristige Entwicklungen setzen.

Wichtig ist aber auch: Trotz der stabilen ETF-Zuflüsse bleibt die Kursreaktion bei XRP bisher verhalten. Der Coin bewegte sich zuletzt eher seitwärts und rutschte zwischenzeitlich sogar unter 1,30 US-Dollar. Auf Wochensicht stand damit ein Minus von mehr als 6 Prozent im Raum. Das zeigt, dass ETF-Nachfrage allein nicht automatisch zu steigenden Kursen führen muss, besonders wenn der Gesamtmarkt gleichzeitig vorsichtig bleibt.

Zusätzlich kocht ein älteres Gerücht wieder hoch: Immer wieder wird über eine mögliche XRP-Treasury-Struktur mit Bezug zu Ripple spekuliert. Konkrete, offiziell bestätigte Updates gibt es dazu bislang jedoch nicht. Für viele Trader bleibt es daher vorerst ein „Watchlist“-Thema, kein gesicherter Kurstreiber.

Die neuesten Zahlen: 17 Tage Zuflüsse bei XRP, lange Abfluss-Serien bei BTC und ETH

Daten von SoSoValue zeigen, dass XRP-ETFs zuletzt erneut Zuflüsse verzeichneten und damit eine Serie von 17 Tagen am Stück ohne Abflüsse ausbauten. Am 1. Juni kamen demnach rund 4,13 Millionen US-Dollar hinzu. Der kumulierte Nettozufluss lag damit bei etwa 1,43 Milliarden US-Dollar.

Bei Spot-Bitcoin-ETFs sieht das Bild deutlich schwächer aus: Sie sollen inzwischen den 11. Tag in Folge Abflüsse verbucht haben. Für den 1. Juni werden rund 483,7 Millionen US-Dollar genannt, die aus den Produkten abgezogen wurden. Der kumulierte Nettozufluss sank dadurch laut Datensatz auf rund 55,1 Milliarden US-Dollar.

Auch Ethereum-ETFs stehen unter Druck: Dort wird von 15 Tagen in Folge mit Abflüssen gesprochen. Am 1. Juni sollen etwa 44,4 Millionen US-Dollar abgeflossen sein, wodurch der kumulierte Nettozufluss auf ungefähr 11,3 Milliarden US-Dollar gefallen sei.

Unterm Strich wirkt der Markt derzeit selektiver: Während Bitcoin und Ethereum kurzfristig weniger gefragt sind, scheint XRP bei manchen größeren Investoren als thematische Wette attraktiver zu sein. Ob daraus ein nachhaltiger Trend wird, dürfte sich vor allem daran entscheiden, ob die ETF-Zuflüsse irgendwann auch im XRP-Kurs ankommen und ob sich die zugrunde liegenden Narrative tatsächlich bestätigen.

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