XRP am Range-Tief: Warnsignal entscheidet über Erholung oder Abverkauf

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XRP am Range-Tief: Warnsignal entscheidet über Erholung oder Abverkauf (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

XRP steht an einer kritischen Marke. Der Kurs schloss am 3. August bei 1,075 US-Dollar und damit nahe der Unterkante seiner jüngsten Handelsspanne. Entscheidend ist jedoch nicht der Wochenverlust von 2,3 Prozent, sondern der massive Rückzug spekulativer Positionen im Hintergrund.

Das Open Interest, also der Gesamtwert noch offener Futures-Positionen, ist auf 362 bis 369 Millionen US-Dollar gefallen. Damit erreicht der Wert den niedrigsten Stand innerhalb der vergangenen sechs Monate. Gleichzeitig bewegt sich auch die eingesetzte Hebelwirkung nahe ihrem Halbjahrestief.

Für Anleger stellt sich damit eine entscheidende Frage: Wird der Markt gerade gesund bereinigt oder fehlt XRP inzwischen die Kraft, die wichtige Unterstützungszone zu verteidigen?

Warum der Rückgang gefährlich wirkt, aber kein echter Ausverkauf ist

Das Open Interest lag im betrachteten Sechsmonatszeitraum durchschnittlich bei rund 435 Millionen US-Dollar. Die aktuellen Werte befinden sich deutlich darunter. Gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen 90 Tage sind Open Interest und Hebelwirkung um etwa 12 bis 18 Prozent zurückgegangen.

Das zeigt, dass Trader ihre Positionen nicht nur kurzfristig reduziert haben. Der Abbau läuft bereits über einen längeren Zeitraum und deutet auf sinkende Risikobereitschaft hin.

Normalerweise kann ein solcher Rückgang zwei sehr unterschiedliche Folgen haben. Einerseits nimmt der Verkaufsdruck aus überhebelten Positionen ab. Der Markt wird dadurch stabiler und weniger anfällig für plötzliche Liquidationswellen. Andererseits fehlt ohne neue Positionen oft auch der Treibstoff für eine schnelle Kurserholung.

Auffällig ist, dass der Rückgang von 1,143 auf zeitweise 1,061 US-Dollar nicht von einer klassischen Liquidationskaskade begleitet wurde. Am 27. Juli wurden zwar Long-Positionen im Wert von 3,24 Millionen US-Dollar liquidiert, während Short-Liquidationen nur rund 470.000 US-Dollar erreichten. Zwei Tage später war das Verhältnis mit 640.000 US-Dollar bei Longs und 548.000 US-Dollar bei Shorts jedoch nahezu ausgeglichen.

Bei einem panikartigen Abverkauf würde normalerweise eine Seite klar dominieren. Genau das ist bislang nicht zu erkennen.

Diese Daten sprechen für eine stille Bereinigung

Auch die Finanzierungsraten blieben weitgehend neutral. Sie bewegten sich zwischen minus 0,009 und plus 0,010 Prozent. Prozentual wirkten einzelne Veränderungen zwar extrem, absolut gesehen zahlten jedoch weder Long- noch Short-Trader dauerhaft hohe Gebühren.

Das spricht gegen eine stark einseitige Positionierung. Der Markt wirkt nicht überhitzt, sondern vorsichtig und zunehmend ausgedünnt.

Ein weiteres Signal liefert das Verhältnis von Netzwerkbewertung zu Transaktionsaktivität, kurz NVT. Dieser Wert fiel gegenüber seinem Dreimonatsdurchschnitt um 42,7 Prozent. Die Zahl der Transaktionen ging im gleichen Zeitraum jedoch nur um 23,3 Prozent zurück.

Damit ist die Bewertung von XRP deutlich schneller gesunken als die tatsächliche Netzwerkaktivität. Das kann darauf hindeuten, dass der Markt kurzfristig stärker abgewertet wurde, als es die Nutzung des Netzwerks allein rechtfertigen würde.

Auch auf Binance ist weniger Aktivität zu erkennen. Die Zahl der Einzahlungsadressen liegt mehr als 95 Prozent unter dem Durchschnitt des vergangenen Quartals. Ein Zufluss von rund 2,3 Millionen US-Dollar am 30. Juli zeigt allerdings, dass die Liquidität nicht vollständig verschwunden ist. Sie ist lediglich deutlich dünner geworden.

Jetzt entscheidet sich, ob XRP einen Boden findet

Das Gesamtbild spricht bislang eher für einen kontrollierten Positionsabbau als für eine panische Flucht aus XRP. Hebel und Open Interest befinden sich nahe ihren Mehrmonatstiefs, die Liquidationen bleiben vergleichsweise ausgeglichen und die Finanzierungsraten zeigen keine extreme Wette in eine Richtung.

Damit sinkt das Risiko, dass weitere überhebelte Positionen eine unkontrollierte Abwärtsspirale auslösen. Eine automatische Erholung bedeutet das jedoch nicht. Entscheidend ist nun, wie sich das Open Interest an der Unterkante der Handelsspanne verhält. Stabilisiert es sich, während der XRP-Kurs die Zone um 1,06 bis 1,08 US-Dollar verteidigt, könnte die Bereinigung abgeschlossen sein. Neue Käufer hätten dann die Chance, den Kurs zurück in Richtung des Hochs bei 1,143 US-Dollar zu drücken.

Fällt das Open Interest dagegen gemeinsam mit dem Kurs weiter, wäre das kein gesunder Neustart mehr. Es würde zeigen, dass Marktteilnehmer nicht nur Hebel abbauen, sondern XRP vollständig den Rücken kehren. Genau deshalb zählt jetzt die Unterkante der Range: Hält sie, lebt die Chance auf eine Erholung. Bricht sie, droht aus der stillen Bereinigung ein echter Abverkauf zu werden.

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