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Vitalik Buterin: Ethereum muss auch ohne seine Entwickler funktionieren

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Beitragsbild: KI-generiert
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Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin stellt eine unbequeme, aber zentrale Frage: Was passiert mit Ethereum, wenn die Menschen, die es heute warten und weiterentwickeln, eines Tages nicht mehr da sind?

In einem Beitrag vom 12. Januar argumentiert Buterin, dass die langfristige Glaubwürdigkeit von Ethereum genau davon abhängt – und dass ein globaler Settlement-Layer denselben Standard erfüllen muss wie die Anwendungen, die auf ihm laufen.

Sein Maßstab ist der sogenannte „Walkaway Test“. Ein System besteht diesen Test nur dann, wenn es auch dann noch sinnvoll nutzbar bleibt, wenn seine Betreuer, Entwickler oder Institutionen schlicht „weggehen“.


Warum ein Base Layer andere Anforderungen erfüllen muss als Apps

Buterins Ausgangspunkt ist fundamental. Ethereum will die Grundlage für vertrauenslose oder vertrauensminimierte Anwendungen sein – in den Bereichen Finanzen, Governance, Identität und darüber hinaus. Solche Anwendungen dürfen nicht davon abhängen, dass ein bestimmtes Team sie dauerhaft wartet oder regelmäßig eingreift.

Genau dieses Prinzip müsse aber auch für den Base Layer selbst gelten. Wenn Ethereum als Blockchain nur deshalb sicher, skalierbar oder wettbewerbsfähig bleibt, weil Entwickler kontinuierlich neue Hard Forks liefern, entstehe ein Widerspruch. Dann wäre Ethereum selbst ein System, das auf implizites Vertrauen in eine menschliche Governance angewiesen ist.

Buterins Formulierung ist bewusst scharf:

Selbst wenn dieses „Vendor“-Modell aus den All-Core-Devs bestehe, sei das strukturell nicht besser als ein klassischer Softwareanbieter.


„Ossify or die“ – aber richtig verstanden

Buterin fordert keinen sofortigen Entwicklungsstopp. Sein Punkt ist subtiler und langfristiger. Ethereum soll an einen Zustand gelangen, in dem es ossifizieren könnte, ohne seine Daseinsberechtigung zu verlieren.

Ossifikation bedeutet hier nicht Stillstand, sondern Unabhängigkeit. Ethereum darf sich weiterentwickeln, aber es sollte nicht müssen, um glaubwürdig zu bleiben. Seine Kernversprechen – Sicherheit, Zensurresistenz, globale Nutzbarkeit – sollen bereits im bestehenden Protokoll verankert sein.

Kurz gesagt: Fortschritt soll ein Bonus sein, kein Überlebensfaktor.


Kryptografie: Sicherheit darf kein aufgeschobenes Upgrade sein

Der zeitkritischste Punkt in Buterins Augen ist die Kryptografie. Er warnt explizit davor, Quantenresistenz immer weiter zu verschieben, um kurzfristig effizienter oder einfacher zu bleiben.

Sein Anspruch ist hoch, aber klar formuliert: Ethereum sollte in der Lage sein zu sagen, dass es in seiner heutigen Form kryptografisch für 100 Jahre sicher ist. Nicht als Marketingaussage, sondern als ernsthafte technische Behauptung.

Für Buterin ist das keine Frage von „noch nicht“, sondern von Prioritätensetzung. Wer diesen Schritt zu lange hinauszögert, tausche langfristige Sicherheit gegen kurzfristige Bequemlichkeit – und laufe Gefahr, später unter Zeitdruck schlechte Entscheidungen treffen zu müssen.


Skalierung als Architektur, nicht als Dauerbaustelle

Auch beim Thema Skalierung verschiebt Buterin den Fokus. Ethereum solle Skalierung nicht als endlose Serie neuer Features verstehen, sondern als architektonisches Ziel mit klarer Endform.

Er nennt hier ausdrücklich PeerDAS und ZK-EVM-basierte Validierung als zentrale Bausteine. Der langfristige Idealzustand wäre ein Netzwerk, das hohe Bandbreite sicher verarbeiten kann, ohne ständig neue Mechanismen einführen zu müssen.

In dieser Vision verlagert sich Fortschritt zunehmend auf Parameteranpassungen – etwa Gas-Limits –, die im Zweifel sogar über Validator-Abstimmungen verändert werden können. Das Protokoll selbst würde stabil bleiben, während seine Leistungsfähigkeit feinjustiert wird.


State-Wachstum als unterschätztes Langzeitrisiko

Ein weiterer Kernpunkt ist der Zustandsspeicher („State“). Buterin macht deutlich, dass ein Netzwerk, das über Jahrzehnte hinweg tausende Transaktionen pro Sekunde verarbeitet, nicht unbegrenzt State anhäufen kann, ohne an Nutzbarkeit zu verlieren.

Deshalb fordert er eine State-Architektur, die Jahrzehnte übersteht. Dazu gehören Konzepte wie partielle Statelessness und State Expiry, damit Nodes nicht irgendwann an Hardware- oder Synchronisationsgrenzen stoßen.

Auch hier gilt das Walkaway-Prinzip: Ethereum soll nicht davon abhängen, dass ständig neue Hardwaregenerationen oder Speziallösungen nötig sind, um teilnehmen zu können.


Account-Abstraktion, Gas-Resilienz und Proof-of-Stake-Ökonomie

Buterin listet weitere strukturelle Baustellen, die aus seiner Sicht zwingend walkaway-tauglich sein müssen. Dazu gehört eine vollständig generalisierte Account-Abstraktion, die flexible, langlebige Nutzer- und Vertragsmodelle erlaubt.

Ebenso wichtig ist eine Gas-Kalkulation, die dauerhaft gegen Denial-of-Service-Angriffe robust bleibt – sowohl bei klassischer Ausführung als auch im Kontext von ZK-Proofs. Das System darf nicht durch neue Angriffsvektoren destabilisiert werden, nur weil sich Ausführungsmodelle ändern.

Beim Proof-of-Stake betont Buterin, dass die ökonomischen Anreize so gestaltet sein müssen, dass das Netzwerk über Jahrzehnte hinweg dezentral bleibt. ETH soll dabei weiterhin als vertrauensloses Sicherheiten-Asset funktionieren, nicht als Governance-Token mit impliziter Zentralisierung.


Block Building als langfristige Zentralisierungsgefahr

Ein letzter, oft unterschätzter Punkt ist die Block-Erstellung selbst. Buterin sieht im Block Building einen der größten künftigen Zentralisierungstreiber – insbesondere unter unbekannten politischen oder wirtschaftlichen Bedingungen.

Ethereum brauche ein Modell, das auch in extremen Zukunftsszenarien Zensurresistenz garantiert. Ob das über Protokollmechanismen oder externe Märkte geschieht, ist für ihn zweitrangig. Entscheidend ist, dass kein einzelner Akteur strukturell zu viel Kontrolle über die Transaktionsaufnahme erhält.


Der Walkaway Test ist eine Haltung, kein Feature

Buterins Beitrag ist weniger ein konkreter Fahrplan als eine grundsätzliche Haltung zur Systemarchitektur. Ethereum soll nicht ewig von menschlicher Steuerung, schnellen Hotfixes oder politischer Koordination abhängig sein.

Die Arbeit müsse jetzt geleistet werden, damit künftige Fortschritte vor allem aus Optimierung bestehen – nicht aus permanentem Umbau. Nur so könne Ethereum langfristig das sein, was es verspricht: eine neutrale, langlebige Infrastruktur für digitale Gesellschaften.

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