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Vitalik Buterin: Ethereum hat das Blockchain-Trilemma faktisch gelöst

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Beitragsbild: KI-generiert
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Der Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat Anfang Januar eine der weitreichendsten Thesen seiner letzten Jahre formuliert: Ethereum habe das klassische Blockchain-Trilemma – Dezentralisierung, Konsens und hohe Bandbreite – nicht nur theoretisch, sondern praktisch überwunden. Entscheidender Punkt dabei: Die dafür nötigen Technologien laufen entweder bereits auf dem Mainnet oder stehen kurz vor produktivem Einsatz.

In einem Beitrag vom 3. Januar auf X ordnete Buterin den aktuellen Stand rund um zwei zentrale Bausteine ein: PeerDAS, das inzwischen auf Ethereum live ist, und ZK-EVMs, die laut ihm bereits produktionsreife Performance erreichen, auch wenn sicherheitsrelevante Arbeiten noch ausstehen.

Seine Kernaussage ist bewusst provokant formuliert: Das Trilemma sei nicht mehr ein ungelöstes Dilemma, sondern ein historisches Problem, das Ethereum gerade hinter sich lässt.


Warum das Blockchain-Trilemma bisher real war – nicht nur ein Meme

Um seine These zu erklären, greift Buterin bewusst weit zurück. Er unterscheidet zwei grundlegende Klassen verteilter Netzwerke, die es bisher gab.

Die erste Kategorie sind klassische Peer-to-Peer-Systeme wie BitTorrent. Sie sind hochgradig dezentral und können enorme Datenmengen bewegen, aber sie haben keinen globalen Konsens. Jeder Knoten weiß nicht, was der andere „für wahr“ hält – es gibt keine gemeinsame Zustandsmaschine.

Die zweite Kategorie sind Blockchains wie Bitcoin. Sie erreichen starken Konsens und hohe Sicherheit, bezahlen das aber mit geringer Bandbreite. Der Grund ist strukturell: Arbeit wird nicht aufgeteilt, sondern repliziert. Jeder Full Node prüft alles. Das ist sicher, aber ineffizient.

Ethereum bewegte sich lange in dieser zweiten Kategorie – etwas flexibler als Bitcoin, aber immer noch durch Bandbreite limitiert. Genau hier setzt Buterins Argument an.


PeerDAS: Warum Datenverfügbarkeit der eigentliche Engpass war

Der erste Schlüssel zur Trilemma-Auflösung ist Peer Data Availability Sampling (PeerDAS). Die Idee dahinter ist technisch, aber zentral: Ein Node muss nicht mehr alle Daten selbst herunterladen, um sicher zu sein, dass sie existieren und verfügbar sind.

Stattdessen prüfen Nodes zufällig kleine Datenstücke. Wenn genügend unabhängige Nodes bestätigen, dass diese Fragmente abrufbar sind, kann das Netzwerk mit sehr hoher Sicherheit davon ausgehen, dass die gesamten Daten verfügbar sind.

Das ändert fundamental, wie viel Daten ein dezentrales Netzwerk sicher veröffentlichen kann, ohne dass einzelne Nodes überfordert werden. PeerDAS ist laut Buterin kein Forschungsprojekt mehr, sondern läuft bereits auf Ethereum-Mainnet. Damit ist die Bandbreiten-Seite des Trilemmas erstmals praktisch adressiert.


ZK-EVMs: Konsens ohne vollständige Replikation

Der zweite Baustein sind Zero-Knowledge Ethereum Virtual Machines, kurz ZK-EVMs. Sie erlauben es, die korrekte Ausführung von Transaktionen kryptografisch zu beweisen, statt sie von jedem Node selbst ausführen zu lassen.

Buterin ist hier bewusst präzise: Die Performance der ZK-EVMs sei bereits „production-quality“. Was noch fehle, sei Sicherheit auf Protokoll-Niveau, also formale Absicherung, Audits und Robustheit gegen Edge-Cases. Das ist kein Detail, sondern der entscheidende Unterschied zwischen Labor und Mainnet-kritischem Einsatz.

Langfristig bedeutet das: Nodes müssen nicht mehr alles selbst rechnen, sondern verifizieren Beweise. Damit wird Konsens skalierbar, ohne Zentralisierung zu erzwingen.


„Das Trilemma ist gelöst“ – was Buterin damit wirklich meint

Wenn Buterin sagt, das Blockchain-Trilemma sei gelöst, meint er nicht, dass Ethereum heute schon unbegrenzte Skalierung bei perfekter Sicherheit bietet. Er meint etwas Präziseres: Die fundamentalen technischen Blockaden, die diese drei Eigenschaften bisher gegenseitig ausgeschlossen haben, existieren nicht mehr.

Ethereum bewegt sich laut ihm in eine dritte Netzwerk-Kategorie: dezentral, konsensfähig und hochbandbreitig. Nicht als Whitepaper-Versprechen, sondern als System mit laufendem Code.

Wichtig: Ein Teil davon ist Realität (PeerDAS). Ein anderer Teil ist in greifbarer Nähe (ZK-EVMs). Der Übergang ist evolutionär, nicht schlagartig.


Der Zeitplan: Evolution bis 2030 statt plötzlicher Durchbruch

Buterin skizziert eine mehrjährige Roadmap, die bemerkenswert nüchtern ist. Für 2026 erwartet er zunächst deutliche Gas-Limit-Erhöhungen, die noch nicht zwingend ZK-EVMs voraussetzen, sondern auf Verbesserungen wie BALs und ePBS aufbauen.

Zwischen 2026 und 2028 sieht er dann eine Phase tiefgreifender Anpassungen: Gas-Repricing, State-Reorganisation, das Verlegen von Ausführungsdaten in Blobs. Alles mit dem Ziel, höhere Durchsatzraten sicher zu machen.

Ab etwa 2027 bis 2030 sollen ZK-EVMs dann schrittweise zur primären Validierungsmethode werden. Das ist ambitioniert, aber konsistent mit der bisherigen Ethereum-Entwicklung: langsam, vorsichtig, iterativ.


Die „dritte Säule“: Verteiltes Block-Building

Neben Bandbreite und Ausführung spricht Buterin noch einen dritten Punkt an, der oft unterschätzt wird: Block-Building. Heute werden Blöcke faktisch an wenigen Orten zusammengestellt – ein Zentralisierungsrisiko.

Sein langfristiges Ziel ist ein System, in dem kein einzelner Akteur jemals den vollständigen Block kontrolliert. Kurzfristig geht es ihm jedoch um etwas Praktischeres: die Verteilung von Entscheidungsmacht bei der Transaktionsaufnahme.

Er nennt sowohl In-Protocol-Lösungen (z. B. eine Ausweitung von FOCIL) als auch externe Builder-Marktplätze. Der Kernpunkt ist nicht Performance, sondern Resilienz: weniger Zensur-Risiko, mehr geografische Fairness, weniger Angriffsfläche für politische oder wirtschaftliche Einflussnahme.


Einordnung: Starkes Argument, aber kein Endzustand

Buterins These ist technisch sauber argumentiert, aber sie ist kein Freifahrtschein. Ethereum hat die Werkzeuge, um das Trilemma zu überwinden. Ob es das auch ökonomisch, sozial und politisch dauerhaft schafft, bleibt offen.

PeerDAS und ZK-EVMs lösen reale Probleme. Gleichzeitig verschieben sie Komplexität in neue Schichten: Beweis-Systeme, Kryptografie, Governance. Das Trilemma verschwindet nicht – es wird transformiert.

Was Buterin jedoch überzeugend darlegt, ist dies: Ethereum ist nicht mehr an denselben physikalischen Grenzen gefangen wie vor fünf oder zehn Jahren. Das allein ist ein struktureller Wendepunkt.

Ob man das „gelöst“ nennen will, ist semantisch. Technisch ist der Punkt valide: Das Spielfeld hat sich geändert.

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