US-Regierung schiebt 288 Mio. in Krypto zu Coinbase Prime

US-Regierung schiebt 288 Mio. in Krypto zu Coinbase Prime
US-Regierung schiebt 288 Mio. in Krypto zu Coinbase Prime (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Eine Krypto-Transaktion im Wert von rund 288 Millionen US-Dollar sorgt in den USA für neue Fragen zur praktischen Umsetzung der staatlichen Bitcoin-Reserve. Aus Wallets, die der US-Regierung zugeordnet werden, wurden innerhalb von etwa acht Stunden 3.941 BTC und 30.007 ETH an Coinbase Prime überwiesen.

Transfer an Coinbase Prime löst Fragen zur Bitcoin-Reserve aus

Blockchain-Daten, auf die sich unter anderem Lookonchain und Arkham beziehen, beziffern den Gesamtwert der Bewegung auf etwa 288,33 Millionen US-Dollar. Besonders brisant ist der Vorgang deshalb, weil Coinbase Prime nicht nur als Verwahrlösung dient, sondern auch Handelsfunktionen anbietet.

Hinzu kommt: Coinbase hatte bereits im Juli 2024 bekanntgegeben, dass der U.S. Marshals Service das Unternehmen für die Verwahrung und den Handel mit großen digitalen Vermögenswerten ausgewählt hat. Damit ist derzeit offen, ob es sich bei dem Transfer lediglich um eine organisatorische Verschiebung in die Verwahrung handelt, um eine Vorbereitung für Verwaltungsvorgänge oder sogar um einen autorisierten Verkauf.

Genau an diesem Punkt beginnt die Unsicherheit: Eine Überweisung an eine Börseninfrastruktur bedeutet nicht automatisch, dass ein Verkauf stattgefunden hat. Sie zeigt zunächst nur, dass die Vermögenswerte in ein System übertragen wurden, das sowohl Verwahrung als auch Handel ermöglicht.

Entscheidend ist der rechtliche Status der Bitcoin-Bestände

Auslöser der Debatte ist eine Executive Order vom März 2025. Darin heißt es, dass Bitcoin, die in die Strategic Bitcoin Reserve der USA eingebracht wurden, nicht verkauft werden dürfen. Diese Regel gilt jedoch nicht pauschal für alle staatlich kontrollierten Krypto-Bestände.

Ob ein Verkauf gegen diese Vorgabe verstoßen würde, hängt davon ab, ob die übertragenen Bitcoin rechtlich und buchhalterisch tatsächlich bereits als Teil dieser Reserve gelten. Dafür reicht ein öffentlich sichtbares Wallet-Label allein nicht aus. Maßgeblich sind behördliche Unterlagen, Forfeiture-Entscheidungen und interne Zuordnungen.

Ein tatsächlicher Regelverstoß ließe sich also nur belegen, wenn zwei Bedingungen erfüllt wären: Erstens müssten die 3.941 BTC offiziell der Reserve zugeordnet worden sein. Zweitens müsste danach ein verbotener Verkauf erfolgt sein. Bisher ist öffentlich lediglich die Überweisung an Coinbase Prime nachvollziehbar.

Bei Ethereum gelten andere Regeln als bei Bitcoin

Für die 30.007 ETH gilt ohnehin ein anderer Rahmen. Laut der Anordnung sollen endgültig eingezogene digitale Vermögenswerte, die nicht Bitcoin sind, in den Bestand der U.S. Digital Asset Stockpile aufgenommen werden. Für diese Vermögenswerte soll das Finanzministerium Strategien für einen „verantwortungsvollen Umgang“ entwickeln.

Außerdem bleiben rechtliche Ausnahmen bestehen. Dazu zählen etwa Fälle von Opferentschädigung, Strafverfolgung, Vermögensaufteilung, gerichtlichen Anordnungen oder anderen gesetzlichen Verpflichtungen. Diese Ausnahmen könnten erklären, warum Ethereum anders behandelt wird als Bitcoin.

Bislang gibt es jedoch keine offizielle Erklärung von Treasury, Justizministerium oder U.S. Marshals Service zum Zweck des Transfers. Solange keine behördlichen Unterlagen, Gerichtsentscheidungen oder Custody-Nachweise vorliegen, bleibt unklar, ob hier nur Vermögenswerte umgelagert wurden oder ob bereits weitere Schritte geplant sind.

Fest steht damit vorerst nur eines: Die US-Regierung hat erhebliche Krypto-Bestände in die Infrastruktur von Coinbase Prime verschoben. Ob davon die Regeln der staatlichen Bitcoin-Reserve berührt werden, ist derzeit noch offen.

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