Das Wichtigste in Kürze
- Schwacher Oktober: Bitcoin liegt trotz der jüngsten Erholung auf rund 81.000 Dollar weiterhin etwa drei Prozent unter dem September-Schlusskurs.
- Nachfrage bricht ein: CryptoQuant meldet ein rechnerisches Nachfragedefizit von 76.000 BTC und auffällig schwache Kaufbereitschaft auf dem US-Markt.
- Bullenmarkt noch intakt: Der Bull Score Index liegt bei 60 Punkten. Entscheidend werden jetzt die Unterstützungen bei 77.600, 74.000 und 73.000 Dollar.
Der erhoffte „Uptober“ bleibt für Bitcoin bislang aus. Statt der historisch oft kräftigen Oktober-Rallye kämpft BTC weiterhin um 81.000 Dollar. Eine neue CryptoQuant-Analyse zeigt nun, warum die Erholung so schwerfällt: Die Nachfrage ist schwach, US-Investoren halten sich zurück und der Gewinnpuffer vieler kurzfristiger Händler schrumpft.
Dennoch stuft CryptoQuant den übergeordneten Markt weiterhin als bullisch ein.
76.000 BTC Nachfragedefizit: Warum die US-Käufer fehlen
Zwischen 2020 und 2024 erzielte Bitcoin im Oktober durchschnittlich 18,1 Prozent Kursgewinn. Im vergangenen Jahr endete die Erfolgsserie mit einem Minus von 3,8 Prozent.
Am 25. Oktober lag Bitcoin laut CryptoQuant bereits 4,2 Prozent im Minus. Durch die anschließende Erholung hat sich der Monatsverlust auf aktuell rund drei Prozent verringert.
Besonders kritisch fällt die Nachfrageentwicklung aus.
Seit dem 14. Oktober weist CryptoQuant täglich eine negative rechnerische Bitcoin-Nachfrage aus. Die 30-Tage-Bilanz lag am 25. Oktober bei minus 76.000 BTC.
Das ist kein bestätigtes Verkaufsvolumen, sondern ein On-Chain-Modell für das Verhältnis zwischen neuem Angebot und Nachfrage.
Auch der US-Markt liefert Warnsignale.
Der Coinbase Premium Index war an sämtlichen ersten 25 Oktobertagen negativ. Am 24. Oktober fiel er auf minus 0,146, den niedrigsten Stand seit Ende Juni.
Das deutet darauf hin, dass Bitcoin auf Coinbase günstiger gehandelt wurde als auf wichtigen internationalen Börsen.
Die amerikanische Spot-Nachfrage reicht bislang offenbar nicht aus, um den Markt nachhaltig nach oben zu treiben.
Warum die Bitcoin-Bullen trotzdem noch nicht geschlagen sind
Auch bei kurzfristigen Händlern wird der Spielraum kleiner. Der Abstand zwischen Bitcoin-Kurs und durchschnittlichem Einstandspreis der seit einem bis drei Monaten gehaltenen Coins lag am 22. September noch bei 33,4 Prozent.
Am 26. Oktober waren es nur noch 8,1 Prozent. Der entsprechende realisierte Preis lag bei 74.041 Dollar.
Damit ist ein großer Teil des bisherigen Gewinnpuffers verschwunden.
Trotzdem gibt es ein wichtiges Gegenargument zum bearischen Szenario.
Der CryptoQuant Bull Score Index liegt aktuell bei 60 Punkten. Ende September erreichte er noch 90 Punkte.
Sechs von zehn untersuchten Indikatoren bleiben somit positiv. CryptoQuant bezeichnet die Situation ausdrücklich als bullische Abkühlung, nicht als bestätigten Bärenmarkt.
Erst bei einem Rückgang auf 50 Punkte oder weniger würde sich die bisherige Markteinstufung verändern.
Drei Bitcoin-Marken entscheiden jetzt über Erholung oder Absturz
Für die kommenden Tage nennt CryptoQuant drei besonders wichtige Unterstützungen:
77.585 Dollar: Hier verläuft der gleitende 365-Tage-Durchschnitt.
74.041 Dollar: Das ist der durchschnittliche Einstandspreis der untersuchten kurzfristigen Händlergruppe.
73.028 Dollar: Dort liegt der gleitende 200-Tage-Durchschnitt.
Die gesamte Zone bildet einen möglichen Auffangbereich, sollte Bitcoin die aktuelle Stabilisierung verlieren.
Kurzfristig muss BTC zunächst 82.000 bis 82.600 Dollar zurückerobern. Darüber wären 83.700 und 85.000 Dollar die nächsten Hürden.
Zusätzliche Unsicherheit bringen die heutige Zinsentscheidung der US-Notenbank und die amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November.
Die CryptoQuant-Daten sprechen für eine gefährlich schwache Nachfrage, aber noch nicht für einen abgeschlossenen Bullenmarkt. Hält Bitcoin die Unterstützung bei 77.600 Dollar, bleibt eine Erholung möglich. Fällt auch diese Marke, dürften 74.000 und 73.000 Dollar zur entscheidenden Bewährungsprobe werden.
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