Trump-Insiderwette bei Kalshi-über 100.000 Dollar Gewinn

Trump-Insiderwette bei Kalshi-über 100.000 Dollar Gewinn
Trump-Insiderwette bei Kalshi-über 100.000 Dollar Gewinn (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Ein Mitarbeiter aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump soll laut mehreren Medienberichten mehr als 100.000 US-Dollar verdient haben, indem er auf der Prognosebörse Kalshi auf Inhalte von Trump-Reden setzte, bevor diese öffentlich bekannt waren. Der Fall wirft neue Fragen zur Marktintegrität bei politischen Wettmärkten auf und dazu, wie schnell die Plattform bei verdächtigen Geschäften tatsächlich eingegriffen hat.

Verdacht auf Insider-Vorteil bei Trump-Reden

Im Zentrum der Vorwürfe steht der langjährige Teleprompter-Operator Gabriel Perez. Das Weiße Haus versetzte ihn am 16. Juli in unbezahlten Verwaltungsurlaub, nachdem ABC News berichtet hatte, dass er seinen Zugang zu vorbereiteten Redetexten von Trump genutzt haben soll, um auf Kalshi profitabel zu handeln.

Laut den Berichten sollen sich die fraglichen Geschäfte auf mehr als ein Dutzend Reden über einen Zeitraum von rund drei Monaten erstreckt haben. Demnach soll Perez mit Wetten auf sogenannte „Mention Markets“ gehandelt haben – also Märkte, bei denen darauf spekuliert wird, ob bestimmte Begriffe oder Themen in einer Rede erwähnt werden.

ABC News zufolge spricht Perez inzwischen offenbar über einen möglichen Vergleich mit der US-Aufsichtsbehörde CFTC. Die Behörde selbst wollte sich dazu bislang nicht äußern.

Kalshi erklärte, das eigene Überwachungsteam habe die verdächtigen Trades erkannt, untersucht und an die CFTC weitergeleitet. NPR berichtete zudem unter Berufung auf anonyme Quellen, dass die Plattform rund 90.000 US-Dollar eingefroren und Perez dauerhaft gesperrt habe.

Kalshi reagierte offenbar

Dass Kalshi den Fall intern erkannt und an die Aufsicht gemeldet haben will, spricht zunächst für funktionierende Kontrollmechanismen. Entscheidend ist jedoch eine andere Frage: Wann genau wurde das Konto auffällig, wann wurde der Handel eingeschränkt und wann erfolgte die Meldung an die CFTC?

Diese Zeitangaben fehlen bislang in den Berichten von ABC News, AP und NPR. Genau das macht die Bewertung schwierig. Denn ohne diese Daten lässt sich nicht sagen, ob Kalshi schnell genug gehandelt hat – oder ob nach dem ersten Verdacht noch weitere mutmaßlich problematische Trades stattfinden konnten.

Rechtlich ist der Rahmen relativ klar. In einer Mitteilung vom Februar hatte die CFTC erklärt, dass die missbräuchliche Nutzung vertraulicher Informationen unter bestimmten Umständen gegen Section 6(c)(1) des Commodity Exchange Act sowie gegen Regulation 180.1 verstoßen kann. Dazu zählt insbesondere der Fall, dass jemand nicht öffentliche Informationen aus einer Vertrauensstellung für eigene Handelsvorteile verwendet.

Auch Kalshis eigenes Regelwerk ist eindeutig: Wer über wesentliche nicht öffentliche Informationen verfügt oder Einfluss auf den Ausgang eines Kontrakts hat, darf den betreffenden Markt nicht handeln. Außerdem muss ungewöhnliche Handelsaktivität geprüft und gegebenenfalls untersucht werden.

Der Fall verschärft die Debatte um Prognosemärkte

Die Vorwürfe gegen Perez passen in ein größeres Bild. Die CFTC hatte bereits vor einem wachsenden Insiderproblem bei Prediction Markets gewarnt. Der jetzt bekannt gewordene Fall ist besonders heikel, weil es nicht um Sport oder Unternehmensdaten geht, sondern um den möglichen Vorteil aus dem Vorabwissen über Aussagen eines amtierenden Präsidenten – gehandelt auf einer bundesrechtlich regulierten Börse.

Zusätzliche Brisanz erhält die Sache durch eine fast zeitgleiche Ankündigung von Trump Media. Das Unternehmen stellte am 16. Juli die Truth API vor – einen kostenpflichtigen Datenfeed, der institutionellen Kunden Beiträge von Truth Social in Millisekunden liefern soll. Zielgruppe sind unter anderem Hochfrequenzhändler und algorithmische Trading-Firmen.

Zwar unterscheidet sich dieses Angebot klar von den Vorwürfen gegen Perez: Bei der API geht es um schnelleren Zugang nach Veröffentlichung, nicht um vorab geleakte Inhalte. Trotzdem zeigen beide Entwicklungen, wie wertvoll Trumps öffentliche Aussagen für Händler geworden sind – und wie stark sich rund um seine Worte eigene Märkte gebildet haben.

Kalshi hatte im Juni neue Integritätsmaßnahmen angekündigt, darunter Risikobewertungen für Märkte und Beschäftigungsprüfungen für besonders sensible Handelsbereiche. Diese Änderungen kamen jedoch erst nach dem Zeitraum, in dem Perez laut Berichten gehandelt haben soll. Unklar ist bisher auch, ob diese Schutzmechanismen inzwischen auf Präsidenten-bezogene Erwähnungsmärkte ausgeweitet wurden.

Unterm Strich bleibt damit ein gemischtes Bild: Kalshi scheint den Fall erkannt und an die Behörden gemeldet zu haben. Ob das aber früh genug geschah, um weiteren möglichen Missbrauch zu verhindern, ist derzeit offen. Genau diese unbeantwortete Frage dürfte nun darüber entscheiden, wie glaubwürdig die Kontrollsysteme von Prognosebörsen wirklich sind.

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