Der französische Mobilfunk-Chiphersteller Sequans Communications hat im zweiten Quartal einen großen Teil seiner Bitcoin-Reserven verkauft und damit seine Bilanz deutlich entlastet. Das Unternehmen reduzierte seinen Bestand von 1.514 BTC Ende März auf 314 BTC zum 30. Juni. Mit den Erlösen aus dem Verkauf finanzierte Sequans vor allem die Rückzahlung seiner Wandelanleihen, strich damit seine Schulden und baute zugleich seine Barreserven spürbar aus.
1.200 Bitcoin weniger in nur drei Monaten
Innerhalb eines Quartals trennte sich Sequans von 1.200 Bitcoin. Das entspricht einem Rückgang des Bestands um rund 79,3 Prozent. Die verbleibenden 314 BTC wurden zum Quartalsende mit 18,4 Millionen US-Dollar bewertet. Nach Unternehmensangaben waren diese Coins zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als Sicherheit verpfändet und damit vollständig frei verfügbar.
Die Reduzierung lief bereits seit Frühjahr. Am 30. April hielt Sequans noch 1.114 BTC, davon waren allerdings 817 Bitcoin als Sicherheit für noch offene Schulden hinterlegt. Am 28. Mai teilte das Unternehmen dann mit, die Rückzahlung der verbleibenden Wandelanleihen abgeschlossen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt lag der Bestand nur noch bei etwa 658 BTC. Bis Ende Juni sank er weiter auf 314 BTC.
Bitcoin-Verkäufe halfen beim Schuldenabbau
Auslöser für den Schritt war eine Vereinbarung aus dem Februar: Sequans wollte die restlichen 94,5 Millionen US-Dollar an Wandelanleihen bis zum 1. Juni zurückzahlen. Genau dafür nutzte das Unternehmen die Erlöse aus den Bitcoin-Verkäufen.
Das Ergebnis ist aus Bilanzsicht klar: Die Wandelschulden fielen bis Ende Juni auf null. Gleichzeitig stiegen die liquiden Mittel von 10,6 Millionen auf 21 Millionen US-Dollar. Damit hat Sequans nicht nur seine Schuldenlast beseitigt, sondern auch seine finanzielle Beweglichkeit erhöht.
Wichtig ist dabei: Die verbliebenen 314 BTC dienen nun nicht mehr als Sicherheit für Kredite. Sie sind ein frei verfügbares Vermögensgut, das das Unternehmen bei Bedarf jederzeit weiter zu Geld machen könnte.
Kein Verlustgeschäft trotz sinkendem Bitcoin-Bestand
Die Verkäufe belasteten das Unternehmen nicht direkt durch realisierte Verluste. Im Gegenteil: Sequans verbuchte im zweiten Quartal einen realisierten Nettogewinn von 5,3 Millionen US-Dollar aus den Bitcoin-Verkäufen. Zusätzlich meldete das Unternehmen allerdings einen nicht realisierten Wertberichtigungsverlust von 3 Millionen US-Dollar auf die verbliebenen Bestände.
Operativ blieb Sequans dennoch in den roten Zahlen. Das Unternehmen erzielte im Quartal einen vorläufigen Umsatz von 7,5 Millionen US-Dollar und einen Nettoverlust von 9,8 Millionen US-Dollar. Der Quartalsverlust war also nicht die Folge der Bitcoin-Verkäufe selbst, sondern lag im laufenden Geschäft.
Unterm Strich hat Sequans seine Bitcoin-Strategie im zweiten Quartal deutlich zurückgefahren. Aus einer großen Krypto-Reserve wurde ein kleiner Restbestand, während Schulden verschwanden und der Cash-Bestand sich fast verdoppelte. Für das Unternehmen war der Bitcoin-Abbau damit vor allem ein Mittel, um die eigene Bilanz zu stabilisieren.