Ripple startet RLUSD in Japan – SBI setzt auf drei Stablecoins

Ripple startet RLUSD in Japan – SBI setzt auf drei Stablecoins
Ripple startet RLUSD in Japan – SBI setzt auf drei Stablecoins (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Ripple und die SBI Group haben den Dollar-Stablecoin RLUSD am 24. Juni offiziell in Japan gestartet. Der Markteintritt folgt auf eine Genehmigung durch die japanische Finanzaufsicht JFSA. Verfügbar ist RLUSD für institutionelle und private Nutzer über SBI VC Trade – und damit auf einer Plattform, die in Japan inzwischen gleich drei regulierte Stablecoins bündelt: RLUSD, USDC und den Yen-Stablecoin JPYSC.

Ripple ordnet RLUSD in Japan unter dem Payment Services Act als neue Form eines elektronischen Zahlungsinstruments für ausländisch emittierte Stablecoins ein. Ripple selbst beziffert die Marktkapitalisierung von RLUSD seit dem Start Ende 2024 auf rund 1,7 Milliarden US-Dollar.

JFSA-Liste zeigt: SBI baut eine regulierte Stablecoin-Drehscheibe

Ein Blick auf die FSA-registrierte Liste elektronischer Zahlungsinstrumente zeigt zum 24. Juni SBI VC Trade als Anbieter für USDC, RLUSD und JPYSC. USDC wird in Japan bereits seit März 2025 über SBI VC Trade vertrieben. JPYSC hat SBI in derselben Woche zusammen mit SBI Shinsei Trust Bank und Startale mitgestartet. SBI bezeichnet JPYSC als Japans ersten Trust-Type-Yen-Stablecoin im Rahmen des neuen Rechtsrahmens.

Für Ripple ist das mehr als ein reines Listing: Mit SBI als reguliertem Partner entsteht ein klarer Vertriebskanal für einen Dollar-Stablecoin in einem Markt, der zuletzt stark über Regulierung und Banknähe definiert wurde. Gleichzeitig erhöht die Mehrfach-Strategie den Druck, denn RLUSD konkurriert auf derselben Plattform direkt um Wallet-Anteile mit USDC und JPYSC.

USDC in Japan: Circle und Nomura zielen auf Unternehmenszahlungen

Während RLUSD nun im Handel verfügbar ist, planen Circle und Nomura einen weitergehenden Schritt: Beide Unternehmen wollen einen USDC-basierten Dienst für digitale Vermögensabwicklung und Unternehmenszahlungenin Japan aufbauen, frühestens ab 2027. Das Angebot soll Unternehmen den Tausch von Yen in USDC für Lieferantenzahlungen, Überweisungen an ausländische Tochtergesellschaften und FX-Abwicklungen ermöglichen. Laut den Angaben soll sich die Dauer grenzüberschreitender Transfers von zwei bis drei Geschäftstagen auf Minutenverkürzen.

Die adressierte Größenordnung ist erheblich: Nach BIS-Daten verarbeitete Japans Devisenmarkt 2025 täglich 440 Milliarden US-Dollar an Transaktionen. Eine Umfrage von Nomura und Laser Digital unter 518 japanischen Investmentprofis zeigt zudem, dass 63 Prozent Anwendungsfälle für Stablecoins in Treasury-Management, grenzüberschreitenden Zahlungen, Krypto-Investments und der Abwicklung tokenisierter Wertpapiere sehen. Auffällig: Stablecoins großer Finanzinstitute erhielten in der Umfrage die höchsten Vertrauenswertungen – über Yen-, Dollar- und Euro-Denominierungen hinweg.

Yen-Stablecoins rücken nach vorn – und verschieben die Rollen

Parallel arbeiten Japans Megabanken MUFG, SMBC und Mizuho an einem gemeinsamen Projekt, im Geschäftsjahr bis März 2027 Yen-basierte Stablecoins auszugeben. Die japanische FSA unterstützt die experimentelle Phase. JPYSC zielt laut SBI und Startale auf Großtransfers, On-Chain-FX, institutionelle Kreditvergabe sowie die Abwicklung tokenisierter Real-World-Assets.

Damit zeichnet sich eine Rollenverteilung ab: Ripple sieht sich in Japan vor allem bei grenzüberschreitenden Zahlungen, Remittances und Ripple-Payments-Flows gut positioniert – nicht zuletzt wegen der SBI-Partnerschaft, die bis zur SBI-Investition in Ripple im Jahr 2016 zurückreicht und mit SBI Remit bereits Überweisungskorridore auf Ripple Payments hervorgebracht hat. USDC wiederum gewinnt mit der Nomura-Partnerschaft ein Szenario, das direkt in Unternehmens-Treasuries und FX-Abwicklung zielt. Für inländische Yen-zu-Yen-Zahlungen dürften bankgestützte Yen-Stablecoins einen Vertrauensvorteil haben.

Entscheidend wird, ob RLUSD über den reinen Plattformzugang hinaus nennenswerte Transaktionsvolumina in grenzüberschreitenden Korridoren erreicht – und wie schnell USDC über Nomura tatsächlich in Corporate-FX-Prozesse integriert wird. Bis zu den für 2027 geplanten Starts dürfte sich klären, ob Ripples Vorsprung in der Zahlungsinfrastruktur trägt oder ob sich das größere Abwicklungsvolumen um Bankvertrieb und institutionelles Vertrauen bündelt.

Teilen
Auch Interessant
Beitragsbild zu Bitvavo vs. Phemex
Beitragsbild zu Bitvavo vs. WhiteBIT
Beitragsbild zu Bitvavo vs. Scalable Capital