Ripple-CEO: SEC-Klage brachte uns nahe an die Schließung

Ripple-CEO: SEC-Klage brachte uns nahe an die Schließung
Ripple-CEO: SEC-Klage brachte uns nahe an die Schließung (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat erklärt, dass das Unternehmen nach der Klage der US-Börsenaufsicht SEC im Jahr 2020 zeitweise ernsthaft über eine Schließung nachdachte. Zusammen mit Mitgründer Chris Larsen habe man erwogen, Ripple abzuwickeln und die XRP-Bestände des Unternehmens anteilig an die Aktionäre zu verteilen. Am Ende entschied sich Ripple jedoch, den Rechtsstreit auszutragen – trotz hoher Kosten und jahrelanger Unsicherheit.

Ripple dachte über das Aus nach

In einem Interview sagte Garlinghouse, die SEC-Klage habe Ripple an einen Punkt gebracht, an dem eine komplette Schließung des Unternehmens im Raum stand. Hintergrund sei gewesen, dass die Regierung aus Sicht des Unternehmens praktisch unbegrenzte Mittel und großen Druck ausüben könne.

Statt Ripple dichtzumachen, habe sich die Führung aber für den Rechtskampf entschieden. Laut Garlinghouse spielte dabei auch eine wichtige Rolle, dass bei einer Aufgabe des Geschäfts hunderte Arbeitsplätze verloren gegangen wären. Der CEO bezifferte die Kosten des rund vier Jahre langen Verfahrens auf etwa 150 Millionen US-Dollar.

Nach Angaben der SEC wurde das Verfahren im August 2025 durch die Rücknahme der jeweiligen Berufungen beendet. Dennoch blieb das Urteil des Bezirksgerichts bestehen, darunter eine Zivilstrafe von 125,04 Millionen US-Dollar sowie eine gerichtliche Anordnung gegen Ripple.

Was eine mögliche Schließung für XRP bedeutet hätte

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Ripple als Unternehmen, den XRP-Beständen von Ripple, dem XRP Ledger als Netzwerk und den XRP-Beständen privater Anleger. Garlinghouse sprach über eine mögliche Auflösung des Unternehmens – nicht über ein Ende des XRP Ledgers.

Das bedeutet: Selbst wenn Ripple den Betrieb eingestellt hätte, wäre das XRP Ledger nicht automatisch abgeschaltet worden. Auch XRP, die sich im Besitz der Öffentlichkeit befinden, wären dadurch nicht einfach verschwunden oder übertragen worden.

Die Überlegung bezog sich vielmehr darauf, die von Ripple gehaltenen XRP im Fall einer Abwicklung an die Anteilseigner zu verteilen. Garlinghouse machte damit keine Aussage über den XRP-Kurs und stellte auch nicht in Aussicht, dass das Netzwerk selbst wegen des Unternehmensschicksals stillgelegt worden wäre.

XRP-Reserve gab Ripple Handlungsspielraum

Die XRP-Reserve von Ripple verschaffte der Unternehmensführung offenbar eine strategische Option. Sie hätte im Fall einer Schließung als Grundlage für eine Verteilung an die Aktionäre dienen können. Genau dieser Bestand gab Ripple laut dem Bericht einen gewissen Spielraum, als das Unternehmen zwischen Aufgabe und Gegenwehr abwägen musste.

Der Interviewausschnitt sagt allerdings nicht ausdrücklich, dass Ripple seine Verteidigung direkt aus diesen XRP-Beständen bezahlt hat. Klar wird aber, dass die Reserve für das Management ein wichtiger Faktor war, um in einer extrem angespannten Lage verschiedene Wege überhaupt in Betracht ziehen zu können.

Letztlich entschied sich Ripple dafür, den Betrieb aufrechtzuerhalten und den Konflikt mit der SEC durchzustehen – selbst um den Preis jahrelanger Prozesse und enormer Anwaltskosten.

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