Pentagon zu Bitcoin: „ermöglichen oder besiegen“ gegen China

Pentagon zu Bitcoin: „ermöglichen oder besiegen“ gegen China
Pentagon zu Bitcoin: „ermöglichen oder besiegen“ gegen China (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin rückt in Washington immer stärker in den Bereich der Sicherheitspolitik. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat in einer Anhörung vor dem Kongress deutlich gemacht, dass die Kryptowährung aus Sicht des Pentagon nicht nur ein Finanzthema ist, sondern auch ein mögliches Instrument im strategischen Wettbewerb mit China.

Anhörung im Kongress: Bitcoin als Machtfaktor?

Auslöser war eine Befragung am 30. April, bei der der Abgeordnete Lance Gooden Hegseth direkt fragte, ob Bitcoin als Werkzeug zur „Power Projection“ taugt, also zur Demonstration und Durchsetzung von Einfluss und Stärke. Gooden argumentierte, Bitcoin habe sich in den vergangenen zehn Jahren von einem Nischen-Asset zu einem Thema entwickelt, das auch nationale Sicherheitsinteressen berührt.

Zur Begründung nannte Gooden mehrere Beispiele: Iran habe Bitcoin demnach bereits als eine Art „Maut“ im Umfeld der Straße von Hormus ins Spiel gebracht. Nordkoreanische Hackergruppen würden Bitcoin in Erpressungs- und Ransomware-Kampagnen nutzen. Und China werde verdächtigt, größere Bestände aufzubauen, die als strategische Reserve dienen könnten.

Spannend wurde es, als Gooden den Bogen in den Indopazifik schlug. Er verwies auf Aussagen von Admiral Samuel Paparo, dem Chef des US Indo-Pacific Command (USINDOPACOM). Paparo habe Bitcoin „direkte Auswirkungen auf die Machtprojektion“ attestiert. Außerdem sei demnach bekannt geworden, dass USINDOPACOM einen eigenen Bitcoin-Node betreibt.

Hegseth sagt „ja“: Pentagon arbeitet an zwei Fronten

Hegseths Antwort fiel kurz aus, war aber ungewöhnlich klar. Auf die Frage, ob Bitcoin ein Mittel zur Machtausübung sei und ob das Verteidigungsministerium damit auch einen Vorteil gegenüber Chinas „digitalem Autoritarismus“ sichern wolle, sagte er sinngemäß: „Ja und ja.“ Er bezeichnete sich zudem als langjährigen Befürworter des Potenzials von Bitcoin und Krypto.

Besonders aufmerksam macht eine Formulierung, die er in diesem Zusammenhang nutzte: Das Pentagon arbeite daran, Bitcoin zu „ermöglichen oder zu besiegen“. Gemeint ist offenbar ein zweigleisiger Ansatz. Einerseits soll die Technologie dort genutzt werden, wo sie den USA Vorteile verschafft. Andererseits sollen Szenarien abgewehrt werden, in denen Gegner Bitcoin gegen US-Interessen einsetzen, etwa bei Cyberangriffen, Finanzierung oder Umgehung von Sanktionen.

Hegseth deutete außerdem an, dass ein Teil dieser Aktivitäten geheim ist. Es gebe laufende, klassifizierte Vorhaben im Department of Defense, die in unterschiedlichen Situationen „viel Hebelwirkung“ bringen könnten.

Rückenwind durch Militärführung: Bitcoin als Sicherheitsdomäne

Die Aussagen passen zu dem Kurs, den Admiral Paparo zuletzt öffentlich angedeutet hatte. Bereits am 21. April sagte er vor dem Senate Armed Services Committee, Bitcoin könne für die US-„Power Projection“ relevant sein. Er betonte dabei, alles, was alle Instrumente nationaler Macht der USA unterstütze, sei grundsätzlich positiv zu bewerten.

Ein weiterer Punkt sorgt in der Szene für Aufmerksamkeit: Nach Angaben aus Goodens Umfeld soll Paparo in einer Anhörung im Repräsentantenhaus erklärt haben, das US-Militär betreibe einen Bitcoin-Node, um Netzwerke „zu sichern und zu schützen“. Details dazu sind nicht öffentlich, aber das Signal ist deutlich: Teile des US-Verteidigungsapparats betrachten Bitcoin zunehmend als eigenständigen Bereich, der strategisch relevant sein kann, ähnlich wie Cybersecurity oder Satellitenkommunikation.

Zum Zeitpunkt der Meldung lag der Bitcoin-Kurs bei rund 77.168 US-Dollar.

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