Novogratz warnt: Ohne Krypto-Regeln wandern Jobs ab

Novogratz warnt: Ohne Krypto-Regeln wandern Jobs ab
Novogratz warnt: Ohne Krypto-Regeln wandern Jobs ab (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Mike Novogratz, CEO der Investmentfirma Galaxy, macht Druck auf die US-Politik: Amerika müsse „um den Sieg“ im Krypto-Sektor kämpfen. In einem Beitrag auf X warnt er, dass die USA gerade dabei seien, Einfluss und Geschäft ins Ausland zu verlieren, wenn der Kongress keine klaren Regeln für digitale Assets schafft.

Novogratz fordert Tempo beim „CLARITY Act“

Im Mittelpunkt seiner Kritik steht der „CLARITY Act“, ein Gesetzentwurf zur Marktstruktur von Kryptowährungen. Er soll festlegen, welche Behörden wofür zuständig sind und wie Kryptomärkte in den USA künftig geregelt werden. Laut Novogratz wurde das Paket im Repräsentantenhaus bereits mit breiter, parteiübergreifender Unterstützung angenommen, darunter auch viele Stimmen von Demokraten. Trotzdem hängt es seit Monaten im Senat fest.

Novogratz, der sich selbst als langjährigen demokratischen Wähler beschreibt, sieht das Problem weniger im Inhalt als in der politischen Haltung. Ein lauter Teil der Partei werte jede Regel, die Kryptofirmen das Arbeiten in den USA erlaubt, als Geschenk an Unternehmen. Für Novogratz führt genau das aber zur gegenteiligen Wirkung: Wenn es keine praktikablen Regeln gibt, wandern Firmen, Liquidität und Jobs in andere Länder ab.

„Ohne Regeln entsteht ein Offshore-Markt“

Um seine These zu untermauern, verweist Novogratz auf die Größenverhältnisse im Krypto-Handel. Binance, das international operiert und unter anderem in Abu Dhabi lizenziert ist, soll einen sehr großen Anteil am weltweiten Spot-Handel abwickeln. Coinbase, die größte US-Börse, liege deutlich dahinter. Für ihn ist das ein Zeichen dafür, dass die USA zwar eine riesige Nachfrage haben, aber zu wenig eigene Marktstruktur aufbauen.

Novogratz nennt außerdem Schätzungen, nach denen rund 55 Millionen Amerikaner Kryptowährungen besitzen. Gleichzeitig sei die US-Aktivität im Kryptomarkt in einem Jahr auf mehrere Billionen Dollar gekommen, deutlich mehr als in anderen Ländern. Der Punkt dahinter: Das Geschäft ist längst da, aber die passenden Leitplanken fehlen. Und genau das mache andere Finanzplätze wie Singapur, Dubai oder London attraktiver.

Tokenisierung als Machtfrage: „Projektion amerikanischer Infrastruktur“

Für Novogratz geht die Debatte weit über den Handel mit Bitcoin & Co. hinaus. Er betont vor allem die Tokenisierung: Also die Idee, dass klassische Vermögenswerte wie Aktien, Fonds oder sogar US-Staatsanleihen auf Blockchains abgebildet und so einfacher weltweit nutzbar werden. In diesem Bild wäre der CLARITY Act nicht nur ein Krypto-Gesetz, sondern auch ein Werkzeug, um amerikanische Finanzprodukte global stärker zu verankern.

Politisch setzt er noch einen weiteren Punkt: Krypto sei besonders beliebt bei jüngeren Wählern sowie bei Black- und Latino-Communities, Gruppen, um die Demokraten zuletzt zunehmend kämpfen. Novogratz verweist auf demokratische Politiker wie Senator Ruben Gallego und den Abgeordneten Ritchie Torres, die sich mit Krypto-Regulierung beschäftigen, weil das Thema in ihren Wahlkreisen angekommen ist.

Sein Fazit ist klar: Die USA könnten sich nicht leisten, bei einer Schlüsseltechnologie zuzuschauen, wie andere Länder die Regeln schreiben. Statt endloser Debatten fordert er, das Gesetz zügig zu verabschieden und „auf dem Spielfeld zu erscheinen“. Zum Zeitpunkt seines Posts lag die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarkts laut Bericht bei rund 2,64 Billionen US-Dollar.

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