US-Bundesstaatsanwälte werfen dem Krypto-Investor Benjamin Paul Wiener aus Sioux Falls vor, ein mutmaßliches Betrugs- und Geldwäschesystem über acht Firmen betrieben zu haben. Nach Angaben der Behörden sollen dabei Investorengelder über Banken und Krypto-Börsen verschoben worden sein, um Herkunft, Eigentum und Kontrolle der Mittel zu verschleiern. Der geschätzte Schaden liegt bei rund 20 Millionen US-Dollar.
Anklage mit 29 Punkten
Das US-Justizministerium teilte am 16. Juli mit, dass eine Grand Jury Wiener bereits im Vormonat angeklagt hatte. Die Anklage umfasst insgesamt 29 Punkte, darunter Überweisungsbetrug, Geldwäsche, Bankbetrug und schweren Identitätsdiebstahl.
Wiener plädierte am 10. Juli vor der US-Magistratsrichterin Veronica L. Duffy auf nicht schuldig. Bis zum Prozess, der für den 15. September angesetzt ist, bleibt er gegen Auflagen auf freiem Fuß. Wie in den USA üblich gilt auch hier: Er ist unschuldig, solange seine Schuld nicht vor Gericht bewiesen ist.
Laut Anklageschrift soll Wiener Anleger mit wesentlichen Falschangaben und irreführenden Versprechen dazu gebracht haben, Geld und digitale Vermögenswerte in seine Firmen zu investieren. Betroffen seien zahlreiche Opfer in der Region, unter anderem in South Dakota und Minnesota.
Acht Firmen und neue Investorengelder im Fokus
Die Ermittler führen acht Gesellschaften an, die mit dem mutmaßlichen System in Verbindung stehen: Benaiah Capital LLC, Benaiah Holdings, Inc., Benaiah Digital Fixed Income LP, Benaiah Digital LP, Benaiah Management Company, Inc., Benaiah Enterprises, LLC, Aslan Management, LLC und Runway Four10.
Welche genaue Rolle jede einzelne Firma bei bestimmten Transaktionen gespielt haben soll, wird in der veröffentlichten Anklage allerdings nicht im Detail erklärt.
Den Vorwürfen zufolge soll Wiener erhaltene Investorengelder über verschiedene Finanzinstitute und Krypto-Handelsplattformen bewegt haben, um deren Spur zu verwischen. Die Staatsanwaltschaft behauptet zudem, dass er über die Mittel selbst verfügte und Teile davon für persönliche Ausgaben verwendete.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass Wiener immer dann, wenn frühere Einlagen aufgebraucht waren oder Anleger ihr Geld zurückforderten, gezielt neue Investoren suchte. Deren Kapital soll dann nicht nur für eigene Ausgaben, sondern auch zur Rückzahlung früherer Anleger genutzt worden sein. Dieses Muster erinnert an die Struktur eines klassischen Systems, das nur durch frisches Geld weiterlaufen kann.
Zusätzliche Vorwürfe wegen Bankkredit und Identitätsmissbrauch
Unabhängig von den mutmaßlichen Verlusten der Anleger enthält die Anklage noch einen weiteren Komplex: Wiener soll im April 2025 bei einem Finanzinstitut in Sioux Falls eine Kreditlinie über 1 Million US-Dollar erschlichen haben.
Nach Darstellung der Anklage soll er dafür Dokumente, Angaben und Korrespondenz gefälscht haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, ohne Erlaubnis die persönlichen Identifikationsdaten einer anderen Person genutzt zu haben, um den Kredit zu sichern.
Das Justizministerium nennt weder den Namen der betroffenen Bank noch die Identität der Person, deren Daten missbraucht worden sein sollen. Auch ein direkter Zusammenhang zwischen dieser Kreditlinie und den geschätzten 20 Millionen US-Dollar Anlegerverlust wird in der Mitteilung nicht hergestellt. Die Vorwürfe rund um Bankbetrug und Identitätsmissbrauch stehen damit als eigener Teil im Raum.
Der Fall zeigt erneut, wie Ermittler im Kryptobereich nicht nur auf mögliche Täuschung von Anlegern achten, sondern auch auf die Nutzung komplexer Firmenstrukturen und den Transfer von Geldern über mehrere Kanäle. Ob sich die schweren Vorwürfe vor Gericht bestätigen, wird nun der Prozess im September zeigen.