Krypto-basierte Exchange-Traded Products (ETPs) haben ihre negative Serie ausgeweitet und verzeichneten die vierte Woche in Folge Nettoabflüsse. Laut aktuellen Daten von CoinShares führten vor allem Schwäche im US-Markt und eine anhaltend fragile Risikostimmung zu globalen Mittelabzügen von rund 173 Millionen US-Dollar in der vergangenen Woche.
Damit summieren sich die Nettoabflüsse über die letzten vier Wochen auf insgesamt 3,47 Milliarden US-Dollar – ein deutlicher Dämpfer nach der starken Phase zuvor.
US-Markt als Haupttreiber der Kapitalabflüsse
Wie James Butterfill, Head of Research bei CoinShares, in einem Montagsbericht erklärte, waren die USA klarer Belastungsfaktor. US-basierte Produkte verzeichneten allein in der vergangenen Woche Abflüsse in Höhe von 403 Millionen US-Dollar.
Im Gegensatz dazu zeigten sich andere Regionen deutlich robuster. Außerhalb der USA flossen netto 230 Millionen US-Dollar in Krypto-ETPs. Besonders stark waren:
- Deutschland mit 114,8 Millionen US-Dollar Zuflüssen
- Kanada mit 46,3 Millionen US-Dollar
- Schweiz mit 36,8 Millionen US-Dollar
Diese regionale Divergenz deutet auf unterschiedliche Risikoeinschätzungen und Kapitalströme hin, während US-Investoren derzeit vorsichtiger agieren.
Januar markierte Höhepunkt der Abverkäufe
Besonders heftig fielen die Abflüsse in den letzten beiden Januarwochen aus. In diesem Zeitraum zogen Investoren jeweils mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar aus Krypto-Investmentprodukten ab – die stärksten negativen Nettoflüsse seit November 2025.
In den vergangenen zwei Wochen beliefen sich die Abflüsse auf 187 Millionen US-Dollar beziehungsweise 173 Millionen US-Dollar. Die jüngsten Zahlen zeigen zwar eine Verlangsamung des Verkaufsdrucks, jedoch noch keine echte Trendwende.
Butterfill erklärte, dass die Woche zunächst positiv begonnen habe: Zu Wochenbeginn verzeichneten die Fonds Zuflüsse von 575 Millionen US-Dollar. Diese wurden jedoch durch anschließende Abflüsse von 853 Millionen US-Dollar wieder übertroffen – vermutlich ausgelöst durch erneute Kursschwäche. Erst am Freitag sorgten schwächer als erwartete Inflationsdaten (CPI) für eine leichte Stimmungsverbesserung und Zuflüsse von 105 Millionen US-Dollar.
Neben den Kapitalströmen ging auch die Handelsaktivität spürbar zurück. Das Volumen der Krypto-ETPs sank auf 27 Milliarden US-Dollar, nachdem es in der Vorwoche noch ein Rekordniveau von 63 Milliarden US-Dollar erreicht hatte.
Der Rückgang unterstreicht die aktuell zurückhaltende Positionierung institutioneller Investoren.
Bitcoin und Ethereum führen die Abflüsse an
Unter den einzelnen Assets verzeichneten die beiden größten Kryptowährungen die stärksten Mittelabflüsse.
Bitcoin führte die Negativliste mit 133 Millionen US-Dollar an Nettoabflüssen an. Besonders auffällig war hier BlackRocks IBIT-ETF, der allein 235 Millionen US-Dollar an Abflüssen verbuchte.
Interessant ist jedoch, dass auch Short-Bitcoin-Produkte in den letzten zwei Wochen Abflüsse von insgesamt 15,4 Millionen US-Dollar verzeichneten. Laut Butterfill ist ein solches Muster häufig in der Nähe von Markttiefs zu beobachten – wenn Anleger beginnen, auch ihre Absicherungspositionen zu reduzieren.
Ethereum verzeichnete 85,1 Millionen US-Dollar an Abflüssen, angeführt vom BlackRock-Produkt ETHA mit 112,7 Millionen US-Dollar. Auch Hyperliquid-Produkte registrierten Abflüsse von rund 1 Million US-Dollar.
Altcoins zeigen selektive Stärke
Trotz des insgesamt negativen Umfelds zeigten einige Altcoin-Produkte bemerkenswerte Resilienz.
XRP-basierte Fonds führten die Zuflüsse mit 33,4 Millionen US-Dollar an und knüpften damit an die Vorwoche an, in der bereits 63,1 Millionen US-Dollar zugeflossen waren.
Solana-Produkte verzeichneten Zuflüsse von 31 Millionen US-Dollar – deutlich mehr als die 8,2 Millionen US-Dollar der Woche zuvor. Das deutet darauf hin, dass Investoren trotz der allgemeinen Marktunsicherheit selektiv Positionen in bestimmten Altcoins aufbauen.
Verkaufsdruck lässt nach, Trend aber noch nicht gedreht
Die vierte Woche in Folge mit Nettoabflüssen unterstreicht die derzeit angespannte Stimmung im Kryptomarkt. Während sich der Verkaufsdruck zuletzt etwas abgeschwächt hat, ist eine nachhaltige Trendwende bislang nicht erkennbar.
Auffällig ist jedoch die regionale Divergenz sowie die selektive Stärke einzelner Altcoins. Sollte sich die Makrostimmung weiter stabilisieren, könnten diese Bereiche als erste von einer erneuten Kapitalrotation profitieren.