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Hoskinson greift Garlinghouse an: Streit um den US-Clarity-Act eskaliert

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Beitragsbild: KI-generiert

Cardano-Gründer Charles Hoskinson hat in einem Video vom 18. Januar 2026 scharfe Kritik an Ripple-CEO Brad Garlinghouse geübt und damit eine der deutlichsten internen Auseinandersetzungen über den zukünftigen regulatorischen Kurs der Kryptoindustrie ausgelöst. Im Zentrum steht der US-Clarity-Act, ein Gesetzesvorhaben, das nach Hoskinsons Darstellung nicht für Klarheit sorgt, sondern die Macht der US-Börsenaufsicht SEC dauerhaft ausweiten würde.

Hoskinson bettete die Attacke in einen längeren Monolog über Erschöpfung, Demoralisierung und Sinnkrise innerhalb der Branche ein. Dabei zeichnete er ein Bild einer Industrie, die kurz davor stehe, ihre ursprünglichen Prinzipien zugunsten politischer Bequemlichkeit aufzugeben.


Der Kern der Kritik: „Alle neuen Projekte als Wertpapiere“

Ausgangspunkt seiner Argumentation ist die aktuelle Fassung des Clarity-Acts, die Hoskinson zufolge mit über 130 Änderungsanträgen aufgebläht worden sei. Das Ergebnis sei ein Gesetz, das neue Krypto-Projekte standardmäßig als Wertpapiere behandelt und sie zwingt, aktiv Ausnahmen zu beantragen.

In dieser Logik müssten Projekte künftig bei genau jener Behörde um Erlaubnis bitten, die in den vergangenen Jahren durch aggressive Durchsetzungspolitik aufgefallen sei. Hoskinson stellte provokant die Frage, warum das besser sein solle als der Zustand unter dem früheren SEC-Chef Gary Gensler, den er sarkastisch als „Scary Gary“ bezeichnete.

Für Hoskinson ist das kein Kompromiss, sondern eine strategische Niederlage.


Der direkte Angriff auf Garlinghouse

Besonders brisant wurde Hoskinsons Wortmeldung, als er Garlinghouse namentlich erwähnte. Er kritisierte sinngemäß die Haltung, man müsse einen unvollkommenen regulatorischen Rahmen akzeptieren, weil „irgendeine Klarheit besser sei als gar keine“.

Hoskinsons Antwort darauf fiel ungewöhnlich hart aus. Ein Gesetz, das der SEC neue Befugnisse verleihe, sei nicht nur kein Fortschritt, sondern schlimmer als regulatorisches Chaos. Chaos lasse sich bekämpfen, korrigieren und politisch verhandeln – ein einmal verabschiedetes Gesetz hingegen verfestige sich über Jahrzehnte.

Er verwies explizit auf den Securities Exchange Act von 1933 und stellte die rhetorische Frage, ob es der US-Politik in fast hundert Jahren gelungen sei, dieses Fundament substanziell zu ändern. Seine Schlussfolgerung: Wer ein schlechtes Gesetz verabschiedet, bindet die Branche langfristig an dessen Konsequenzen.

Sein Appell an Garlinghouse war entsprechend klar: Nicht nachgeben, sondern den Konflikt austragen.


„Besser Chaos als falsche Klarheit“

Hoskinsons wohl zentralste These lautet, dass regulatorische Klarheit um jeden Preis ein Irrweg ist. Ein fehlerhafter Rahmen schaffe keinen Schutz, sondern institutionalisiere falsche Machtverhältnisse.

In seinen Worten müsse man „das Chaos in Kauf nehmen und für das Richtige kämpfen“, statt die Kontrolle jenen zu überlassen, die zuvor Projekte verklagt, blockiert oder kriminalisiert hätten. Diese Haltung stellt ihn bewusst gegen Teile der Branche, die stärker auf Lobbyarbeit und schrittweise Integration in bestehende Strukturen setzen.


Grundsätzliche Systemkritik: Vom Protokoll zur Genehmigungsindustrie

Der Konflikt geht bei Hoskinson jedoch weit über ein einzelnes Gesetz hinaus. Er sieht die Branche insgesamt in Gefahr, ihre ursprüngliche Mission aus den Augen zu verlieren. Statt neue Formen von Wertübertragung, Identität und Selbstbestimmung zu schaffen, verkomme Krypto zu einem Zulieferer für regulierte Finanzintermediäre.

Hoskinson warnte vor einer Zukunft, in der custodial Wallets, umfassende KYC-Pflichten und reversible Transaktionen zur Norm werden. In diesem Szenario liege die Kontrolle nicht mehr beim Nutzer, sondern bei einer kleinen Gruppe von Banken und Aufsichtsbehörden.

Sein drastisches Bild: eine „Revolution“, die am Ende von fünfzehn Banken verwaltet wird.


„Ich habe nicht unterschrieben, um Transaktionen einfrieren zu lassen“

Besonders deutlich wurde Hoskinson, als er das Thema individuelle Handlungsfreiheit ansprach. Er beschrieb eine Welt, in der Transaktionen „nach Belieben eingefroren“ werden können, als direkte Fortsetzung der bestehenden Machtstrukturen – nicht als Bruch mit ihnen.

Er verband diese Kritik mit einer breiteren Warnung vor technologischer Überwachung und dem Verlust persönlicher Autonomie. Aus seiner Sicht zieht das aktuelle Anreizsystem Branchenführer in Richtung Komfort, regulatorischer Sicherheit und Zugang zu Machtzentren – auf Kosten von Konfrontation und echter Dezentralisierung.


Kontext: Frustration, Müdigkeit und Rückzug aus der Debatte

Hoskinson ordnete seine Aussagen auch in einen persönlichen Kontext ein. Er sprach offen von einer „toxischen erlernten Hoffnungslosigkeit“ in der Krypto-Debatte, die durch soziale Medien verstärkt werde. Er selbst habe sich weitgehend von X/Twitter zurückgezogen, sende zwar weiterhin Inhalte, lese aber kaum noch Reaktionen.

Der ständige Druck nach sofortigen Ergebnissen, Ankündigungen und Siegen verzerrte aus seiner Sicht den Blick darauf, wie langwierig regulatorische Auseinandersetzungen und technologische Entwicklung tatsächlich sind.


Einordnung: Richtungsstreit statt persönlicher Fehde

Der Schlagabtausch zwischen Hoskinson und Garlinghouse ist weniger ein persönlicher Konflikt als ein grundsätzlicher Richtungsstreit innerhalb der Branche. Auf der einen Seite stehen Akteure, die auf Integration, Kompromiss und institutionelle Akzeptanz setzen. Auf der anderen Seite Vertreter, die warnen, dass genau dieser Weg die Kernidee von Krypto aushöhlt.

Der Clarity-Act ist dabei nur der Auslöser, nicht die Ursache. Die eigentliche Frage lautet:
Will Krypto ein neues System schaffen – oder lediglich einen Platz im alten bekommen?

Hoskinsons Antwort ist eindeutig. Ob die Branche ihm folgt, ist offen.

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