Grayscale will die Staking-Erträge seiner Ethereum- und Solana-Fonds künftig regelmäßig in bar an Anleger ausschütten. Laut Einreichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC sollen die Belohnungen aus dem Staking von ETH und SOL mindestens einmal pro Quartal verkauft und nach Abzug bestimmter Kosten als Cash-Auszahlung weitergegeben werden. Der Start ist laut Unterlagen für die Zeit um den 7. August vorgesehen.
Quartalsweise Ausschüttungen sollen ETH und SOL direkt vergleichbar machen
Mit dem Schritt verfolgt Grayscale ein klares Ziel: Investoren sollen leichter erkennen können, welche realen Nettoerträge die jeweiligen Produkte tatsächlich liefern. Statt nur auf theoretische Staking-Renditen zu schauen, gäbe es dann einen wiederkehrenden Maßstab in Form konkreter Barausschüttungen.
Betroffen sind der Grayscale Ethereum Staking ETF und der Grayscale Solana Staking ETF. Grayscale plant, die zugrunde liegenden Trust-Vereinbarungen entsprechend anzupassen. Die dabei erhaltenen Staking-Rewards in ETH oder SOL würden verkauft und anschließend als Bargeld an die Anteilseigner ausgeschüttet.
Wichtig ist dabei: Die Regelung legt nur ein Mindestintervall fest. Grayscale könnte also auch häufiger auszahlen. Wie hoch die Ausschüttungen am Ende ausfallen, hängt jedoch davon ab, wie viele Staking-Erträge im jeweiligen Zeitraum tatsächlich anfallen. Eine feste Auszahlungshöhe gibt es daher nicht.
ETHE diente bereits als Vorlage
Ganz neu ist das Modell nicht. Beim Ethereum-Fonds ETHE hatte Grayscale bereits Anfang des Jahres eine solche Auszahlung vorgenommen. Am 6. Januar zahlte der Fonds rund 0,083 US-Dollar je Anteil aus, insgesamt etwa 9,39 Millionen US-Dollar. Grundlage waren Staking-Erträge, die zwischen dem 6. Oktober und dem 31. Dezember 2025 angefallen und anschließend in Cash umgewandelt worden waren.
Der Unterschied jetzt: Mit der Einbindung von GSOL und einem klaren quartalsweisen Rhythmus entsteht erstmals eine besser vergleichbare Struktur zwischen Ethereum- und Solana-Staking. Anleger könnten dann direkter nachvollziehen, wie stark sich Auszahlungen, Kostenbelastung und Timing bei beiden Produkten unterscheiden.
Das dürfte besonders für Investoren interessant sein, die nicht nur auf Kursgewinne setzen, sondern auch auf laufende Erträge aus Krypto-ETFs achten.
Steuern bleiben ein wichtiger Haken
Die geplante Struktur orientiert sich an den aktuellen steuerlichen Vorgaben in den USA. Eine IRS-Regelung aus dem Jahr 2025 erlaubt es qualifizierten Grantor Trusts, Netto-Staking-Erträge entweder direkt in der jeweiligen Kryptowährung oder nach einem Verkauf in bar auszuschütten – vorausgesetzt, dies geschieht mindestens quartalsweise. Grayscale entscheidet sich in beiden Fällen ausdrücklich für den Weg über Cash-Auszahlungen.
Für Anleger bedeutet das allerdings nicht, dass Steuern erst dann fällig werden, wenn das Geld tatsächlich auf dem Konto landet. Den Fondsunterlagen zufolge müssten US-Investoren ihren anteiligen Staking-Ertrag bereits dann als steuerpflichtiges Einkommen erfassen, wenn der Trust die Rewards erhält. Die spätere Veräußerung von ETH oder SOL zur Finanzierung der Auszahlung kann zusätzlich zu anteiligen Kapitalgewinnen oder -verlusten führen.
Unterm Strich schafft Grayscale mit dem Modell vor allem eines: mehr Transparenz und bessere Vergleichbarkeit zwischen zwei der wichtigsten Staking-Assets am Markt. Offen bleiben aber die üblichen Unsicherheiten – etwa bei Ertragshöhe, Kosten, Konvertierungskursen und den steuerlichen Folgen für einzelne Anleger.