Garlinghouse: Ripple bleibt bei XRP – trotz RLUSD-Strategie

Garlinghouse: Ripple bleibt bei XRP – trotz RLUSD-Strategie
Garlinghouse: Ripple bleibt bei XRP – trotz RLUSD-Strategie (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Ripple-Chef Brad Garlinghouse hat bei einem Auftritt auf der Konferenz „XRP Las Vegas“ am 30. April Zweifel zurückgewiesen, Ripple könne sich von XRP entfernen. Seine Botschaft: Das Unternehmen sei „extrem engagiert“ für XRP, auch wenn Ripple parallel stärker in Themen wie institutionelle Finanzprodukte, Stablecoins und regulierte US-Infrastruktur investiert.

Garlinghouse: Ripple ist wirtschaftlich eng an XRP gebunden

Auf der Bühne sagte Garlinghouse, er finde die Kritik an Ripples XRP-Treue „komisch und seltsam“. Begründung: Ripple sei weiterhin der größte XRP-Halter weltweit und habe damit ein klares Eigeninteresse, dass sich der Token gut entwickelt.

Er betonte zudem, Ripple baue Produkte rund um Liquidität, Nutzen und Vertrauen auf. In seinen Worten ist es deshalb unlogisch, Ripple eine mangelnde Ausrichtung auf XRP zu unterstellen. Hinter vielen Entscheidungen stecke ein längerer Plan: Nicht jeder Schritt müsse sofort wie ein direkter Vorteil für XRP wirken, am Ende solle das Gesamtpaket aber genau darauf einzahlen, also mehr Liquidität, mehr Nutzung und mehr Vertrauen in XRP zu bringen.

Institutionelle Strategie, Stablecoin RLUSD und neue Produktlinien

Garlinghouse ordnete Ripples aktuelle Strategie so ein: XRP soll „der nützlichste“, „der liquideste“ und „der vertrauenswürdigste“ digitale Vermögenswert werden. Er verknüpfte das mit dem Ausbau des Geschäftes für Banken und große Finanzakteure, etwa über Angebote wie Ripple Prime sowie Ripple Treasury.

Ein Punkt, der in der Community immer wieder diskutiert wird, ist Ripples Stablecoin-Strategie inklusive RLUSD. Manche XRP-Anleger befürchten, ein Stablecoin könnte XRP in der Produktwelt von Ripple an den Rand drängen. Garlinghouse widersprach: Ripple erkläre nicht jeden Schritt öffentlich, auch um Wettbewerbern keine Details zu liefern. Entscheidend sei aber, dass auch scheinbar „indirekte“ Initiativen langfristig XRP stärken sollen.

Außerdem sprach er über Tokenisierung als großes Zukunftsthema. Als Beispiel nannte er den Markt für Anleihen: Die Abwicklung sei langsam und veraltet. Seiner Einschätzung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis Vermögenswerte wie Anleihen stärker „on-chain“ abgewickelt werden. Dabei könne auch der XRP Ledger eine Rolle spielen, selbst wenn Ripple nicht jede einzelne Anwendung selbst betreibt.

Garlinghouse erwähnte zudem, Ripple habe inzwischen rund 1.500 Mitarbeitende und er sprach von einem Rekordjahr in mehreren Bereichen.

US-Politik: Clarity Act, Ripple-Argumente und Blick auf Bankenschienen

Im politischen Teil ging es um den „Clarity Act“, also um US-Gesetze zur Marktstruktur für Krypto. Garlinghouse sagte, die Branche sei vor einigen Monaten näher am Ziel gewesen, der Prozess habe sich jedoch verlangsamt. Er machte dabei auch Aussagen, wonach die Debatte unter anderem durch Forderungen nach Vorsicht aus der Branche gebremst worden sei.

Wichtig war ihm eine klare Trennung: Ripple unterstütze zwar Gesetzgebung, weil sie der US-Kryptoindustrie insgesamt helfen und Institutionen mehr Sicherheit geben könnte. Für XRP selbst sieht er jedoch bereits einen entscheidenden Vorteil: Nach dem Gerichtsurteil im Streit mit der US-Börsenaufsicht SEC gebe es aus seiner Sicht rechtliche Klarheit, weil XRP „an sich“ nicht als Wertpapier eingestuft wurde.

Gleichzeitig warnte er vor einem engen Zeitfenster: Wenn der Gesetzentwurf nicht bis etwa zur dritten Maiwoche aus dem zuständigen Senatsausschuss komme, werde es schwierig. Sollte er den Ausschuss passieren, hält Garlinghouse eine Zustimmung im Senat wegen parteiübergreifender Unterstützung für möglich.

Auch Ripples Pläne in Richtung US-Bankeninfrastruktur kamen zur Sprache. Garlinghouse erklärte, die (bedingte) OCC-Trust-Charter-Genehmigung hänge mit der Stablecoin-Strategie rund um RLUSD zusammen. Eine doppelte Aufsicht durch die New Yorker Finanzaufsicht (NYDFS) und die OCC bezeichnete er als „doppelte Absicherung“, passend zu Ripples Fokus auf institutionelle Kunden. Außerdem bestätigte er, dass ein Federal-Reserve-Master-Account ein Thema für Ripple sei und im Erfolgsfall ein großer Hebel werden könnte.

Zum Zeitpunkt der Aussagen lag der XRP-Kurs bei rund 1,37 US-Dollar.

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