Binance-Gründer Changpeng Zhao (CZ) hält an einer klar bullischen Langfristprognose für Bitcoin fest. Trotz der jüngsten Korrektur nach dem Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar im Jahr 2025 ist er überzeugt, dass der Markt dieses Niveau nicht als Endpunkt, sondern als Zwischenstation betrachten wird. Ein Anstieg auf 200.000 US-Dollar sei für ihn kein spekulatives Szenario, sondern eine logische Fortsetzung der bestehenden Entwicklung.
CZ formulierte seine Einschätzung ungewöhnlich direkt: Bitcoin auf 200.000 US-Dollar sei „das Offensichtlichste der Welt“. Gleichzeitig räumte er ein, dass sich der Zeitpunkt nicht präzise bestimmen lasse. Seine Aussage ist damit weniger ein kurzfristiger Kurs-Call als eine strukturelle Bewertung der langfristigen Marktkräfte.
Rückblick: Der Weg zum Allzeithoch 2025
Die Argumentation des Binance-Gründers baut auf der Entwicklung der letzten Jahre auf. Seit der Einführung der US-Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 hat sich das Marktumfeld grundlegend verändert. Institutionelle Investoren erhielten erstmals einen regulierten Zugang, was zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage führte. In der Folge bewegte sich Bitcoin über längere Phasen mit vergleichsweise geringen Rücksetzern nach oben.
Der Höhepunkt dieser Bewegung wurde 2025 erreicht, als Bitcoin erstmals die Marke von 126.000 US-Dollar überschritt. Zwar folgte darauf eine spürbare Korrektur, doch CZ wertet diese nicht als Trendbruch. Für ihn handelt es sich um eine typische Marktphase nach einem starken Anstieg – nicht um ein strukturelles Ende des Bullenmarkts.
Regulierung als Rückenwind, nicht als Bremse
Ein zentrales Element von CZs Optimismus ist das sich wandelnde regulatorische Umfeld in den USA. Während frühere Marktzyklen stark von Unsicherheit und Konfrontation mit Aufsichtsbehörden geprägt waren, sieht er nun eine schrittweise Normalisierung.
I could be wrong, but Super Cycle incoming. https://t.co/6TLldEMmGA
— CZ 🔶 BNB (@cz_binance) January 10, 2026
Gesetzesinitiativen wie der CLARITY Act, auch wenn dessen Zeitplan weiterhin offen ist, signalisieren aus seiner Sicht eine Bewegung hin zu klareren Spielregeln. Auch die Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC, Krypto-Assets aus ihrer Risiko-Prioritätenliste für 2026 zu streichen, wertet CZ als Entlastung für die Branche. Für ihn sind solche Schritte ein Indiz dafür, dass regulatorischer Druck abnimmt und institutionelle Akteure langfristig eher zu- als abwandern.
Super-Zyklus statt klassischem Vierjahresmuster?
Neben der konkreten Preisprognose sprach CZ auch von einem möglichen Krypto-Superzyklus. Gemeint ist damit ein Szenario, in dem sich der Markt nicht mehr strikt an das traditionelle Vierjahres-Halving-Muster hält, sondern durch strukturelle Nachfrage – insbesondere von Institutionen – länger und gleichmäßiger wächst.
Diese Sichtweise teilen nicht alle Marktbeobachter, gewinnt aber an Gewicht, seit ETF-Zuflüsse, langfristige Verwahrung und globale Adoption einen größeren Einfluss auf Angebot und Nachfrage haben als kurzfristige Retail-Spekulation.
Analystenstimmen: $200.000 als Ziel für 2026
CZ ist mit seiner Einschätzung nicht allein. Der Analyst Rekt Fencer, der auf X eine große Anhängerschaft hat, sieht ebenfalls einen Anstieg auf 200.000 US-Dollar als realistisch an. Anders als CZ nennt er einen konkreteren Zeitraum und verortet dieses Ziel bis Ende 2026.
Seine Analyse orientiert sich an historischen Vergleichszyklen, insbesondere an der starken Aufwärtsbewegung nach dem 2020-Halving. In seinem Szenario könnte Bitcoin sogar in Richtung 240.000 US-Dollar laufen, ohne dass es zu extremen Abverkäufen kommt. Auch hier gilt jedoch: Es handelt sich um Modellannahmen, nicht um Garantien.
Einordnung: Überzeugung ersetzt keine Sicherheit
Die Aussagen von CZ und anderen Marktbeobachtern zeigen vor allem eines: Die Erwartung deutlich höherer Bitcoin-Preise ist im Markt weiterhin fest verankert – trotz zwischenzeitlicher Schwächephasen. Allerdings basiert diese Erwartung weniger auf kurzfristiger Technik als auf langfristigen Faktoren wie institutioneller Nachfrage, regulatorischer Klarheit und globaler Akzeptanz.
Ein Kursziel von 200.000 US-Dollar ist damit kein kurzfristiger Ausbruch, sondern eine These über die nächste Marktphase. Ob und wann sie aufgeht, hängt weniger von Einzelpersonen ab als von Makrobedingungen, Kapitalflüssen und dem Vertrauen großer Marktteilnehmer.
Kurz gesagt: Die Prognose ist ambitioniert, aber nicht aus der Luft gegriffen. Sicher ist sie dennoch nicht.