CME stoppt Nasdaq-Bitcoin-Optionen SEC oder CFTC zuständig?

CME stoppt Nasdaq-Bitcoin-Optionen SEC oder CFTC zuständig?
CME stoppt Nasdaq-Bitcoin-Optionen SEC oder CFTC zuständig? (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Die geplanten Bitcoin-Indexoptionen von Nasdaq bleiben vorerst auf Eis. Grund ist ein Einspruch der CME Group, die die Zuständigkeit der US-Börsenaufsicht SEC in Frage stellt. Aus Sicht der Terminbörse geht es dabei nicht nur um ein einzelnes Krypto-Produkt, sondern um eine Grundsatzfrage: Wer darf solche Derivate regulieren – die SEC oder die Rohstoffaufsicht CFTC?

Warum CME den Nasdaq-Start blockiert

Im Zentrum des Streits steht das Produkt QBTC, mit dem Nasdaq direkte Bitcoin-Indexoptionen über die bekannte Infrastruktur des Aktien- und Optionsmarkts anbieten will. Die Kontrakte sollen bar abgerechnet werden und sich beim Preis an Bitcoin-Benchmarks aus dem CME-Umfeld orientieren.

Die SEC hatte das Vorhaben im Mai grundsätzlich genehmigt. Doch die Freigabe wurde automatisch ausgesetzt, nachdem CME am 11. Juni formell Widerspruch eingelegt hatte. Am 29. Juli nahm die SEC den Antrag zur Überprüfung an. Damit liegt der Fall nun bei der Kommission selbst, während das Produkt weiter blockiert bleibt. Öffentliche Stellungnahmen sind noch bis zum 24. August möglich.

Für CME ist der Fall auch wirtschaftlich brisant. Die Gruppe betreibt bereits den größten regulierten US-Markt für Krypto-Derivate unter Aufsicht der CFTC. Nasdaq würde mit QBTC ein sehr ähnliches Bitcoin-Exposure über den Wertpapiermarkt zugänglich machen. Genau darin sieht CME einen Wettbewerbsnachteil.

Besonders heikel: Nasdaq stützt sich bei der geplanten Struktur auf Benchmark-Indizes aus der CME-CF-Familie, die auch in CME-Produkten verwendet werden. CME argumentiert deshalb, dass Nasdaq ein wirtschaftlich vergleichbares Produkt anbieten könnte, ohne denselben regulatorischen Pflichten zu unterliegen, die für CFTC-regulierte Handelsplätze und Clearinghäuser gelten.

Der eigentliche Streit: Wertpapier oder Rohstoff-Derivat?

CME argumentiert, dass Bitcoin kein Wertpapier, sondern ein Rohstoff ist. Eine direkte Option auf den Bitcoin-Preis falle daher grundsätzlich unter das Rohstoff- und Derivaterecht – und damit in die exklusive Zuständigkeit der CFTC. Solche Produkte müssten normalerweise auf entsprechend regulierten Terminmärkten gehandelt werden.

Die SEC-Mitarbeiter hatten in ihrer früheren Genehmigung jedoch einen anderen Weg skizziert. Demnach könnte QBTC unter bestimmten Bedingungen als Wertpapier behandelt werden, wenn die CFTC eine Ausnahmegenehmigung erteilt und dabei eine parallele SEC-Aufsicht zulässt. Genau diese Konstruktion greift CME nun an.

Nach Ansicht der CME dehnt die SEC damit eine Regelung aus dem Dodd-Frank-Gesetz zu weit aus. Die Börse warnt, dass auf diesem Weg eine klassische Rohstoffoption faktisch in das Wertpapierrecht verschoben würde. Das könnte zu Unsicherheit bei Margin-Regeln, Kundenkonten, Meldepflichten und Clearing-Vorgaben führen.

Zudem kritisiert CME, dass diese rechtliche Auslegung nicht von der vollen SEC-Kommission beschlossen wurde, sondern auf Ebene des Fachbereichs entstanden sei. Dass die Kommission den Fall nun selbst prüft, bedeutet allerdings noch nicht, dass sie CME inhaltlich zustimmt.

Warum der Fall weit über Bitcoin hinausgeht

Aus Sicht der CME könnte der Präzedenzfall Folgen für den gesamten Rohstoffmarkt haben. Wenn Börsen wie Nasdaq über ETF-Strukturen oder ähnliche Konstruktionen direkte Optionen auf Rohstoffe im Wertpapiermarkt listen dürften, könnte das Modell später auch auf Gold, Öl, Mais, Weizen und andere Anlageklassen ausgeweitet werden.

CME warnt deshalb vor einem möglichen Schlupfloch, das die bisherige Trennung zwischen SEC- und CFTC-Märkten aufweichen würde. Das könnte dazu führen, dass Produkte mit ähnlicher wirtschaftlicher Funktion unter verschiedenen Regelwerken gehandelt und gecleart werden.

Für Nasdaq steht damit viel auf dem Spiel. Sollte CME mit ihrem Einspruch Erfolg haben, wäre der aktuelle Weg für QBTC faktisch versperrt. Falls Nasdaq am Ende gewinnt, ist ein Start trotzdem noch nicht sofort möglich. Dann wären weiterhin Ausnahmegenehmigungen der CFTC, Freigaben für das Clearing über die OCC sowie angepasste Produktunterlagen notwendig.

Bis zu einer Entscheidung bleibt Nasdaq also blockiert. Gleichzeitig ist der Fall zu einem Test geworden, der über Bitcoin hinausreicht: Dürfen Wertpapierbörsen in Märkte vordringen, die bislang klar den CFTC-regulierten Rohstoffderivaten vorbehalten waren? Genau diese Frage ist derzeit offen.

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