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Bitwise-CIO Matt Hougan: Drei Faktoren entscheiden, ob Krypto 2026 wirklich durchstartet

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Krypto-Investitionen sind riskant und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet; Sie könnten Ihre gesamte Investition verlieren. Krypto-Verwahrung durch Tangany. Informieren Sie sich über die Risiken.

Der Jahresauftakt 2026 hat dem Kryptomarkt Rückenwind gegeben. Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, warnt jedoch davor, den frühen Anstieg vorschnell als neuen Bullenmarkt zu interpretieren. Entscheidend sei nicht das Chartbild, sondern drei strukturelle Prüfsteine, die darüber bestimmen, ob die Bewegung Bestand hat oder wieder verpufft.

In einem Memo vom 6. Januar stellte Hougan fest, dass Bitcoin und Ethereum zu diesem Zeitpunkt rund sieben Prozent seit Jahresbeginn zugelegt hatten, während risikoreichere Assets wie Dogecoin mit knapp 30 % deutlich stärker performten. Für Hougan ist das kein Beweis für Stärke, sondern ein klassisches Frühphasen-Signal: Momentum ist da – die Frage ist, ob es trägt.


Die Altlast vom Oktober 2025: Ist das System wirklich stabil?

Der erste und wichtigste Prüfstein liegt laut Hougan in der Vergangenheit. Am 10. Oktober 2025 erlebte der Kryptomarkt das größte Liquidationsereignis seiner Geschichte. Rund 19 Milliarden US-Dollar an Futures-Positionen wurden innerhalb eines Tages ausgelöscht. Der unmittelbare Schaden war sichtbar, doch der eigentliche Effekt war psychologischer Natur.

Wochenlang fürchteten Investoren, dass große Market Maker oder Hedgefonds durch diese Kaskade strukturell beschädigt worden sein könnten. Solche Akteure verkaufen nicht freiwillig, sondern müssen Assets liquidieren – oft über Monate hinweg. Diese Angst habe laut Hougan maßgeblich dazu beigetragen, dass der Markt im vierten Quartal 2025 nicht mehr nachhaltig steigen konnte.

Anfang 2026 bewertet er diese Gefahr jedoch als weitgehend abgearbeitet. Seine Argumentation ist nüchtern: Wäre ein systemrelevanter Akteur zur Abwicklung gezwungen gewesen, hätte sich das sehr wahrscheinlich bis zum Jahresende gezeigt. Dass dies nicht passiert ist, wertet Hougan als klares Entlastungssignal. In seiner Ampellogik ist dieser Punkt daher bereits auf Grün geschaltet.


Regulierung als Fundament: Warum der CLARITY Act so entscheidend ist

Der zweite Faktor liegt außerhalb des Marktes selbst – in Washington. Konkret geht es um den sogenannten CLARITY Act, ein Gesetzespaket zur Marktstruktur von Krypto-Assets in den USA. Hougan macht unmissverständlich klar, dass ohne gesetzliche Verankerung selbst eine aktuell kryptofreundliche Regulierung auf wackeligen Beinen steht.

Solange Regeln nur auf Behördenebene existieren, können sie mit einem politischen Wechsel wieder kippen. Erst ein verabschiedetes Gesetz schafft Planungssicherheit für institutionelle Investoren, Unternehmen und Infrastrukturprojekte. Der CLARITY Act soll genau das leisten, ist aber noch nicht durch.

Hougan verweist darauf, dass der Senat Mitte Januar mit der sogenannten Markup-Phase beginnen will – ein kritischer Schritt, bei dem konkurrierende Entwürfe zusammengeführt werden. Er verschweigt die Risiken nicht: Streitpunkte rund um DeFi, Stablecoin-Erträge und politische Interessenkonflikte könnten den Prozess verzögern oder verwässern.

Gleichzeitig sieht er reale Fortschritte. Aussagen aus dem Weißen Haus deuten auf politischen Willen hin, und Prognosemärkte taxieren die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung bis Jahresende auf deutlich über 80 %. Für Hougan reicht das für vorsichtigen Optimismus – aber noch nicht für Entwarnung. Dieser Faktor bleibt vorerst Gelb.


Der externe Risikofaktor: Warum Aktienmärkte nicht kollabieren dürfen

Der dritte Prüfstein ist der unpopulärste unter Krypto-Investoren, aber laut Hougan unvermeidbar: die Stabilität der Aktienmärkte. Zwar betont er, dass Krypto nicht stark mit Aktien korreliert ist, doch es gibt eine klare Grenze. Ein massiver Einbruch an den Aktienmärkten zieht Liquidität aus allen Risikoanlagen ab – Krypto eingeschlossen.

Hougan nennt keine exakte Prognose, sondern ein Stressszenario: Ein Rückgang des S&P 500 um 20 % würde das Umfeld für digitale Assets kurzfristig massiv verschlechtern, unabhängig von deren eigener Fundamentallage. Er gibt offen zu, hier keine besondere Expertise zu haben, verweist jedoch auf Prognosemärkte, die für 2026 sowohl eine niedrige Rezessionswahrscheinlichkeit als auch eine hohe Chance auf steigende Aktienkurse sehen.

Das ist beruhigend, aber nicht bindend. Auch dieser Faktor bleibt in Hougans Modell Gelb – stabil, aber nicht garantiert.


Gute Ausgangslage, aber kein Selbstläufer

Hougan zieht ein bewusst ausgewogenes Fazit. Der Markt habe vieles hinter sich gelassen: strukturelle Risiken aus 2025 seien abgearbeitet, institutionelle Adoption schreite weiter voran, und reale Anwendungsfälle wie Stablecoins und Tokenisierung wüchsen unabhängig vom Preiszyklus.

Doch die Rallye von 2026 stehe und falle mit zwei offenen Variablen: gesetzlicher Klarheit in den USA und einem stabilen globalen Risikoumfeld. Sollten diese beiden Gelbphasen auf Grün springen, sieht Hougan erhebliches Aufwärtspotenzial.

Sein Kernpunkt ist dabei klar: Der nächste große Krypto-Zyklus wird nicht durch Charts entschieden, sondern durch Marktstruktur, Politik und Kapitalflüsse. Wer das ignoriert, versteht die Bewegung – egal in welche Richtung – zu spät.

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