Bitcoin zittert vor CPI und Fed-Rede-fällt die 60.000?

Bitcoin zittert vor CPI und Fed-Rede-fällt die 60.000?
Bitcoin zittert vor CPI und Fed-Rede-fällt die 60.000? (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Der Bitcoin-Kurs steht vor einem nervösen Handelstag. Aktuell notiert die Kryptowährung bei rund 62.172 US-Dollar und damit etwa 3,1 Prozent tiefer als am Vortag. Zwischenzeitlich schwankte der Kurs stark und bewegte sich zwischen einem Tageshoch von 64.273 Dollar und einem Tief bei 61.794 Dollar. In den kommenden Stunden könnten gleich drei wichtige Ereignisse darüber entscheiden, ob Bitcoin sich stabilisiert oder ob die Marke von 60.000 Dollar wieder in den Fokus rückt.

Drei Ereignisse setzen Bitcoin unter Zeitdruck

Innerhalb eines einzigen Handelstags treffen drei mögliche Kurstreiber aufeinander: zunächst die neuen US-Inflationsdaten für Juni, danach die Aussage von Fed-Chef Kevin Warsh vor dem Kongress und später der Beginn der US-Durchsetzung einer Blockade gegen iranische Schifffahrt.

Für den Markt ist diese Kombination heikel. Die Inflationsdaten könnten zunächst für Erleichterung sorgen, falls sie schwächer ausfallen als erwartet. Ökonomen rechnen damit, dass die jährliche Teuerung von 4,2 auf etwa 3,8 Prozent sinkt. Hintergrund sind vor allem niedrigere Benzinpreise im Juni während der kurzen Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Allerdings schauen Anleger nicht nur auf die Gesamtinflation, sondern vor allem auf die Kerninflation. Diese dürfte mit rund 2,8 bis 2,9 Prozent relativ hartnäckig bleiben. Genau das ist für die US-Notenbank entscheidend. Sollte dieser Wert höher ausfallen als erwartet, könnte das die Sorge vor weiter steigenden Zinsen erneut anfachen.

Hinzu kommt: Die Entlastung bei den Energiepreisen dürfte nur bedingt relevant sein, weil sich die Lage inzwischen wieder verändert hat. Nach den jüngsten Nachrichten zur Blockade stiegen die Ölpreise deutlich. Brent legte um mehr als 9 Prozent zu und schloss bei 83,30 Dollar, WTI bei 78,14 Dollar. Gleichzeitig zogen auch US-Anleiherenditen und der Dollar an – beides Faktoren, die für Bitcoin meist eher negativ sind.

Fed und Hormus-Lage könnten die Richtung vorgeben

Besonders wichtig wird deshalb, wie Fed-Chef Kevin Warsh die Inflationsdaten einordnet. Er kann einen freundlichen Inflationsbericht als Fortschritt im Kampf gegen die Teuerung bewerten. Genauso gut könnte er aber betonen, dass die Kerninflation, steigende Ölpreise, Zölle und erhöhte Inflationserwartungen weiter ein Problem darstellen.

Der Markt ist hier bereits nervös. Nachdem Fed-Gouverneur Christopher Waller zuletzt vor einer möglichen nahen Zinserhöhung gewarnt hatte, stieg die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Juli auf rund 40 Prozent. Sollte Warsh diesen vorsichtigen bis straffen Ton bestätigen, dürfte das den Druck auf risikoreiche Anlagen wie Bitcoin erhöhen.

Am Nachmittag kommt dann der dritte Unsicherheitsfaktor hinzu: die angekündigte Durchsetzung der US-Blockade gegen iranisch verbundene Schiffe und Häfen. Offiziell sollen neutrale Schiffe mit nicht-iranischen Zielen nicht betroffen sein. Für die Märkte ist aber entscheidend, ob diese Maßnahme begrenzt bleibt oder ob sich die Lage im Umfeld der Straße von Hormus weiter zuspitzt.

Je stärker die Sorge vor Störungen im Schiffsverkehr und bei den Öllieferungen wächst, desto höher könnte die sogenannte Risikoprämie auf Öl ausfallen. Das würde die Inflationserwartungen erneut anheizen und den Druck auf die US-Notenbank vergrößern.

Diese Kursmarken sind jetzt entscheidend

Aus charttechnischer Sicht bleibt die Lage angespannt. Auf der Oberseite wäre es ein positives Signal, wenn Bitcoin das jüngste Tageshoch bei 64.273 Dollar zurückerobern könnte. Das wäre ein Hinweis darauf, dass die Käufer nach den Inflationsdaten und den Aussagen der Fed wieder mehr Kontrolle gewinnen.

Auf der Unterseite bleibt dagegen das Tief bei 61.794 Dollar die erste wichtige Unterstützung. Fällt Bitcoin klar unter dieses Niveau, dürfte die psychologisch wichtige Marke von 60.000 Dollar schnell erneut zum Thema werden.

Das positive Szenario: Die Kerninflation fällt nicht höher aus als erwartet, Warsh bleibt in seiner Wortwahl vorsichtig und die Blockade sorgt nicht für größere Störungen. Dann könnten Renditen und Dollar nachgeben, während Bitcoin wieder in Richtung der oberen Handelsspanne steigt.

Das negative Szenario: Die Kerninflation überrascht nach oben, Warsh signalisiert weiter Zinshärte und die Lage rund um Hormus verschärft sich. In diesem Fall könnten Ölpreise, Dollar und Renditen weiter steigen – und Bitcoin erneut in Richtung 61.794 Dollar oder sogar 60.000 Dollar drücken.

Für Bitcoin werden die nächsten Stunden damit zu einem echten Belastungstest. Die Inflationsdaten blicken zwar auf einen bereits vergangenen Monat zurück, doch erst die Reaktion der Fed und die Entwicklung am Ölmarkt entscheiden, ob daraus eine kurze Erholung wird – oder die nächste Abwärtswelle.

Teilen
Auch Interessant
Galaxy Digital verliert 85 Mio und setzt auf KI-Rechenzentren
Kreditgeber zählt AVAX-One-Token nicht mehr als Liquidität
XRP wackelt über 1 Dollar - Hebel-Risiko verlagert sich