Bitcoin-Warnsignal: 12 Milliarden Dollar fließen aus Netzwerk

BitcoinWarnsignal-12-Milliarden-Dollar-fliessen-aus-Netzwerk
Bitcoin-Warnsignal: 12 Milliarden Dollar fließen aus Netzwerk (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Bitcoin sendet wieder ein klares Warnsignal aus der Blockchain. Laut dem aktuellen Bitcoin Morning Post von Axel Adler Jr. schrumpft die realisierte Kapitalisierung, während Verkäufe mit Verlust den Markt dominieren.

Entscheidend ist: Zwei unabhängige On-Chain-Indikatoren zeigen jetzt in dieselbe Richtung. Der Markt steckt erneut in einer Stressphase.

Besonders kritisch wirkt der Rückgang der Realized Cap. Sie fiel seit ihrem Hoch Mitte Mai um rund 12 Milliarden US-Dollar, von etwa 1,087 Billionen auf 1,075 Billionen US-Dollar. Die 30-Tage-Veränderung rutschte auf minus 1,1 Prozent. So schwach war dieser Wert zuletzt Mitte März, als Bitcoin bereits eine deutliche Kapitulationsphase durchlief.

Warum der Kapitalabfluss mehr ist als nur ein Rücksetzer

Die Realized Cap zeigt nicht einfach den aktuellen Marktwert von Bitcoin, sondern bewertet jede BTC-Einheit zu dem Preis, zu dem sie zuletzt bewegt wurde. Dadurch wird sichtbar, ob frisches Kapital ins Netzwerk kommt oder ob Kapital abgezogen wird.

Genau dort liegt das Problem. Noch am 1. Juni lag die 30-Tage-Veränderung der Realized Cap bei minus 0,15 Prozent. Bis zum 8. Juni fiel sie auf minus 1,1 Prozent. Gleichzeitig rutschte der Bitcoin-Kurs von 82.000 auf 63.000 US-Dollar ab. Das ist kein kleiner Dämpfer, sondern ein Rückgang von rund 23 Prozent.

Adler vergleicht die aktuelle Lage mit der Kapitulation im März. Damals fiel derselbe Indikator bis auf minus 2,4 Prozent. Das bedeutet: Der Markt ist bereits deutlich angeschlagen, aber noch nicht am Extrempunkt der letzten Stressphase angekommen. Genau deshalb bleibt die Gefahr eines zweiten Verkaufsdrucks bestehen.

Erst wenn sich die 30-Tage-Veränderung der Realized Cap in Richtung null stabilisiert und danach wieder ansteigt, würde sich das Bild verbessern. Solange das nicht passiert, zeigt die Blockchain vor allem eines: Kapital verlässt den Bitcoin-Markt.

Verkäufe mit Verlust zeigen, wer jetzt die Kontrolle hat

Das zweite Warnsignal kommt vom adjusted SOPR, kurz aSOPR. Dieser Indikator zeigt, ob Coins beim Verkauf im Schnitt mit Gewinn oder Verlust bewegt werden. Werte über 1 stehen für Gewinnmitnahmen. Werte unter 1 zeigen, dass Anleger Verluste realisieren.

Genau diese Schwelle wurde am 28. Mai unterschritten. Seitdem liegt der 30-Tage-Durchschnitt des aSOPR 13 Tage in Folge unter 1. Der aktuelle Wert von 0,987 bedeutet: Im Schnitt werden bewegte Coins mit einem Verlust von etwa 1,3 Prozent verkauft.

Das verändert die Qualität des Rückgangs. Es geht nicht nur darum, dass der Kurs fällt. Entscheidend ist, wer verkauft und unter welchen Bedingungen. Wenn Anleger ihre Coins mit Verlust abgeben, deutet das auf Druck, Unsicherheit und Kapitulation hin. In solchen Phasen werden schwache Hände aus dem Markt gedrängt.

Damit bleiben Verkäufer vorerst am Drücker. Eine echte Entspannung gäbe es erst, wenn der aSOPR wieder nach oben dreht und die Marke von 1 zurückerobert. Vorher bleibt jeder Erholungsversuch anfällig.

Diese beiden Marken entscheiden jetzt über Erholung oder neuen Druck

Brisant ist vor allem, dass beide Indikatoren dieselbe Geschichte erzählen. Die Realized Cap zeigt den großen Kapitalabfluss aus dem Netzwerk. Der aSOPR zeigt, dass dieser Abfluss nicht durch normale Gewinnmitnahmen entsteht, sondern durch Verkäufe mit Verlust.

Für Bitcoin zählt jetzt daher ein klarer Doppelfilter. Erstens muss der aSOPR wieder über 1 steigen. Zweitens müssen die Abflüsse bei der Realized Cap stoppen und sich in Richtung null bewegen. Ohne diese beiden Signale bleibt der Markt in einer Kapitulationszone.

Das Risiko liegt auf der Hand: Wenn sich der Kapitalabfluss weiter beschleunigt und in Richtung des März-Extrems von minus 2,4 Prozent fällt, könnte Bitcoin eine zweite Welle von Kapitulation erleben. Dann wäre der jüngste Rückgang nicht nur eine Bereinigung, sondern ein deutlich härterer Stresstest.

Noch lebt die Chance auf Stabilisierung. Aber sie hängt jetzt an genau diesen On-Chain-Marken. Solange Kapital abfließt und Coins mit Verlust verkauft werden, bleibt Bitcoin unter Druck. Jetzt entscheidet sich, ob der Markt den Boden findet oder ob die nächste Kapitulationswelle beginnt.


Auch interessant:


Teilen
Auch Interessant
Galaxy Digital verliert 85 Mio und setzt auf KI-Rechenzentren
Kreditgeber zählt AVAX-One-Token nicht mehr als Liquidität
XRP wackelt über 1 Dollar - Hebel-Risiko verlagert sich