Eine neue langfristige Bitcoin-Analyse sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Der Analyst Leshka.eth hat auf X eine technische Betrachtung veröffentlicht, die Bitcoins aktuelle Struktur auf dem Wochenchart mit früheren Zyklus-Höhepunkten vergleicht. Sein Fazit fällt drastisch aus: Sollte sich das historische Muster erneut vollständig durchspielen, könnte Bitcoin vor einer tiefen Korrektur stehen – mit einem theoretischen Zielbereich bis in die Nähe von 30.000 US-Dollar.
identical pattern as 2021
— Leshka.eth ⛩ (@leshka_eth) January 25, 2026
bitcoin will bottom at $30k-$40k range
altcoins straight to 0
short everything and walk away from this space pic.twitter.com/Od8Vou6USH
Die Analyse basiert nicht auf kurzfristigen Indikatoren oder Momentum-Signalen, sondern auf einer über mehrere Marktzyklen hinweg gültigen Makrostruktur.
Die langfristige Struktur: Ein steigender Kanal als Zyklusbegrenzung
Seit 2018 bewegt sich Bitcoin in einem übergeordneten, steigenden Preiskanal, der auf dem Wochenchart klar erkennbar ist. Innerhalb dieses Kanals bildet Bitcoin über Jahre hinweg höhere Hochs und höhere Tiefs aus – ein klassisches Merkmal eines langfristigen Aufwärtstrends.
Auffällig ist jedoch, dass jede große Bullenphase exakt an der oberen Begrenzung dieses Kanals endet. Sowohl im Zyklus 2017 als auch 2021 prallte der Kurs an derselben steigenden Widerstandslinie ab, nachdem sich das Momentum erschöpft hatte. Diese Abweisungen markieren rückblickend sehr präzise die jeweiligen Zyklus-Tops.
Leshka argumentiert, dass es sich hierbei nicht um Zufall handelt, sondern um eine wiederkehrende Marktmechanik: Bitcoin tendiert dazu, nach längeren Expansionsphasen an dieser Grenze zu scheitern, bevor ein ausgedehnter Abbauzyklus beginnt.
2025: Wiederholung des Musters?
Im Oktober 2025 erreichte Bitcoin ein neues Allzeithoch oberhalb von 126.000 US-Dollar – und traf dabei erneut exakt auf die obere Begrenzung dieses mehrjährigen Kanals. Kurz darauf verlor der Markt an Dynamik, der Ausbruch scheiterte, und Bitcoin begann eine deutliche Korrektur.
Seit diesem Hoch ist der Kurs um rund 30 % gefallen und notiert inzwischen unterhalb von 90.000 US-Dollar. Für Leshka ist das ein bekanntes Bild: In früheren Zyklen begann der eigentliche Abverkauf erst nach dem Verlust der oberen Trendlinie – nicht sofort am Hoch.
Aus dieser Perspektive ist die aktuelle Schwäche kein Anomalie-Ereignis, sondern der mögliche Beginn einer tieferen Korrekturphase.
Wie tief fielen frühere Zyklen wirklich?
Um die mögliche Dimension einzuordnen, blickt Leshka auf die vergangenen Bärenmärkte. Nach dem Hoch von 2017 verlor Bitcoin rund 84,99 % vom Top bis zum Tiefpunkt. Nach dem Zyklushoch 2021 folgte ein Rückgang von etwa 77,47 %, bevor der Markt am unteren Rand des steigenden Kanals einen Boden fand.
Auf Basis dieser historischen Spanne projiziert Leshka für den aktuellen Zyklus einen Rückgang von etwa 72,86 % vom Hoch. Wendet man diese Größenordnung auf das jüngste Allzeithoch an, ergibt sich ein rechnerisches Ziel im Bereich von 30.000 US-Dollar.
Wichtig: Das ist keine Prognose im Sinne einer Gewissheit, sondern eine technische Projektion, die zeigt, wo frühere Zyklen endeten, wenn sich die Struktur vollständig entfaltete.
Warum diese Analyse ernst zu nehmen ist – und warum sie nicht zwangsläufig eintreffen muss
Die Stärke dieser Betrachtung liegt in ihrer Konsistenz über mehr als ein Jahrzehnt hinweg. Der steigende Kanal hat bislang jeden großen Zyklus sauber eingerahmt. Dass Bitcoin auch 2025 erneut an derselben Struktur scheiterte, ist zumindest bemerkenswert.
Gleichzeitig gibt es gewichtige Gegenargumente. Der Markt hat sich seit 2021 fundamental verändert. Institutionelle Investoren, ETFs, Derivate und regulatorische Klarheit beeinflussen Angebot und Nachfrage anders als in früheren Zyklen. Ein Rückgang von über 70 % wäre in diesem Umfeld deutlich schwerer durchzusetzen als in einem primär retailgetriebenen Markt.
Alternative Sicht: Warum viele Analysten ein $30.000-Szenario für unwahrscheinlich halten
Interessanterweise wurde unter demselben X-Beitrag auch Grok AI zu Wort gebeten, das aggregierte Einschätzungen aus Quellen wie CNBC, Reddit und Forbes auswertete. Das Ergebnis fällt deutlich moderater aus.
Laut dieser Zusammenfassung sehen viele bärische Zyklusmodelle die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls in den Bereich von 30.000 bis 40.000 US-Dollar lediglich bei 15–25 %. Die Mehrheit der Analysten geht von höheren Preisböden aus, häufig oberhalb von 50.000 US-Dollar.
Dem gegenüber stehen langfristig sehr optimistische Szenarien. Persönlichkeiten wie Changpeng Zhao sprechen von 200.000 US-Dollar, während Tom Lee sogar 250.000 US-Dollar im Jahr 2026 für möglich hält.
Fazit: Struktur warnt, Marktumfeld relativiert
Leshkas Analyse ist kein Crash-Alarm, sondern eine Erinnerung an die Macht langfristiger Strukturen. Bitcoin hat in der Vergangenheit wiederholt an derselben Stelle seine Zyklus-Höhepunkte markiert – und 2025 passt technisch in dieses Muster.
Ob sich daraus erneut ein extremer Bärenmarkt entwickelt, hängt jedoch weniger vom Chart allein ab als von Liquidität, institutionellem Verhalten und makroökonomischen Bedingungen. Ein Rückfall auf 30.000 US-Dollar ist technisch erklärbar, aber kein Basisszenario für den Markt.