Bitcoin könnte kurz vor einem größeren Ausbruch nach oben stehen. Darauf deutet laut Charles Edwards, Gründer von Capriole, eine ganze Reihe von Signalen hin, die zuletzt in eine positivere Richtung gedreht haben. Trotz geopolitischer Unsicherheit und nervöser Märkte sehen seine Daten inzwischen wieder mehr Chancen als Risiken.
Warum die Marke bei 71.500 US Dollar jetzt so wichtig ist
Im Mittelpunkt von Edwards Analyse steht ein klares Kursniveau. Ein Wochen und Monatsschluss über 71.500 US Dollar wäre aus seiner Sicht ein entscheidender Schritt. Er spricht sogar vom stärksten bullischen Monatsschluss seit rund einem Jahr, falls Bitcoin dieses Level halten kann.
Auf dem Tageschart wirkt die Bewegung für ihn ebenfalls konstruktiv. Er verweist auf eine deutliche Aufwärtskerze und auf eine auffällige relative Stärke. Seit Beginn des Iran Kriegs habe sich Bitcoin besser gehalten als viele andere Märkte. Das sei bemerkenswert, weil BTC in den vergangenen Monaten oft wie ein klassisches Risiko Asset gehandelt wurde.
On Chain Daten sprechen für Akkumulation und weniger Verkaufsdruck
Edwards stützt seine Einschätzung nicht nur auf den Chart, sondern auch auf On Chain Indikatoren. Mehrere Kennzahlen erinnern ihn an frühere Phasen, in denen Anleger eher gesammelt als verkauft haben.
So sei die Normalized Dormancy niedrig, was darauf hindeutet, dass langfristige Anleger ihre Coins nicht in Schwächephasen auf den Markt werfen. Außerdem beobachtet er wieder mehr sogenanntes Restacking bei langfristigen Haltern, auch bei der Gruppe, die Bitcoin seit über zwei Jahren hält.
Ein weiterer Punkt ist der SOPR, also eine Kennzahl, die vereinfacht zeigt, ob Coins im Gewinn oder Verlust bewegt werden. Die Werte seien stark gedrückt, was historisch häufig mit besseren Chancen in den Monaten danach zusammenfiel.
Auch von der Miner Seite kommen laut Edwards Signale, die man im Blick behalten sollte. Er spricht von einer weiterhin ausgeprägten Miner Kapitulation, unter anderem gestützt durch den Indikator Hash Ribbons. Gleichzeitig sei der Verkaufsdruck der Miner ungewöhnlich niedrig. Besonders wichtig findet er zudem eine Entwicklung, die er in seinen Daten sieht, Institutionen treten wieder als Netto Käufer auf. In den vergangenen fünf Jahren sei das bei jeder großen Aufwärtsphase ein wichtiger Rückenwind gewesen, wenn die Nachfrage die neu geminten Coins überstieg.
Sein Fazit fällt entsprechend klar aus. Es sei schwierig, oberhalb von 71.500 US Dollar nicht bullisch zu sein.
Makro Lage entspannt sich, aber Edwards warnt vor neuen Risiken
Neben Krypto Metriken zieht Edwards auch klassische Marktindikatoren heran. Er verweist auf ein VIX Signal nach fallender Volatilität, auf eine Fear and Greed Anzeige zurück im Kaufbereich und auf den größten wöchentlichen Anstieg der US Liquidität seit Mai 2025. Das alles spreche dafür, dass die stärkste Phase der Panik langsam nachlässt.
In seiner Einschätzung beginnt der Markt den Iran Konflikt eher als begrenztes Risiko einzuordnen. Öl sei wieder unter 100 US Dollar gefallen, ein Waffenstillstand sei in Kraft, und Bitcoin habe seit Beginn des Konflikts Aktien deutlich geschlagen. Edwards spricht außerdem von einer Art Ermüdung bei der Volatilität, Anleger reagierten nicht mehr auf jede neue Schlagzeile, sondern achten wieder stärker auf Liquidität und Fundamentaldaten.
Gleichzeitig bleibt Edwards nicht nur optimistisch, sondern mahnt auch zur Vorsicht bei einem anderen Thema. Er sieht eine wachsende AI getriebene Sicherheitsbedrohung für Krypto Infrastruktur, besonders für DeFi und komplexe Smart Contracts. Seine Warnung ist deutlich, wer keinen wirklich guten Grund hat, solch komplexe Protokolle zu nutzen, sollte die Risiken neu abwägen. Der mögliche Zusatzgewinn stehe oft in keinem Verhältnis zur zusätzlichen Angriffsfläche.
Edwards verbindet beides, Chancen und Risikomanagement. Er plädiert dafür, sich auf das positive Szenario zu positionieren, aber die Daten eng zu verfolgen und bei einer Trendwende konsequent umzuschalten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin Kurs bei rund 74.117 US Dollar.