Bitcoin- und Ether-ETFs verlieren 520 Millionen Dollar

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Bitcoin- und Ether-ETFs verlieren 520 Millionen Dollar (Foto KI generiert)
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US-Anleger haben am 16. September erneut massiv Kapital aus Bitcoin- und Ether-ETFs abgezogen. Die Spot-Bitcoin-Produkte verloren netto 295,9 Millionen US-Dollar, bei den Ether-ETFs flossen weitere 224,1 Millionen US-Dollar ab. Damit summieren sich die Abflüsse an nur einem Handelstag auf rund 520 Millionen US-Dollar.

Brisant ist vor allem die Dynamik: Bereits am Vortag hatten Bitcoin-ETFs 450,4 Millionen US-Dollar und Ether-ETFs 142,3 Millionen US-Dollar verloren. Innerhalb von zwei Handelstagen wurden den beiden ETF-Kategorien damit zusammen rund 1,11 Milliarden US-Dollar entzogen.

Die Kurse zeigen sich am Donnerstag bislang dennoch stabiler. Bitcoin notiert wieder bei rund 76.270 US-Dollar, Ether im Bereich von etwa 2.430 US-Dollar. Beide Kryptowährungen konnten sich damit von den jüngsten Tiefs etwas lösen.

BlackRock zieht die größten Abflüsse auf sich

Bei den Bitcoin-Produkten führte BlackRocks iShares Bitcoin Trust, kurz IBIT, die Abflüsse mit 144,1 Millionen US-Dollar an. ARK Invest und 21Shares kamen mit ARKB auf minus 84,4 Millionen US-Dollar, während Fidelitys FBTC 52,7 Millionen US-Dollar verlor. Beim Grayscale Bitcoin Trust flossen weitere 18,2 Millionen US-Dollar ab.

Eine auffällige Ausnahme war Morgan Stanley. Der erst 2026 gestartete Morgan Stanley Bitcoin Trust MSBT verbuchte einen Nettozufluss von rund 3,5 Millionen US-Dollar und stemmte sich damit als einziges Bitcoin-Produkt gegen den breiten Abwärtstrend.

Noch geschlossener fiel das Bild bei Ether aus. BlackRocks ETHA verzeichnete mit 110 Millionen US-Dollar die höchsten Verkäufe. Fidelitys FETH verlor 55,6 Millionen US-Dollar, während aus BlackRocks ETHB weitere 19,8 Millionen US-Dollar abflossen. Auch VanEck, Grayscale und 21Shares verbuchten Nettoabzüge. Kein Ether-Produkt mit gemeldetem Kapitalfluss schaffte es an diesem Tag ins Plus.

Die Zahlen bedeuten nicht automatisch, dass professionelle Investoren Bitcoin und Ether langfristig den Rücken kehren. Tagesbewegungen bei ETFs können stark schwanken. Zwei aufeinanderfolgende Sitzungen mit insgesamt mehr als einer Milliarde US-Dollar an Abflüssen erhöhen jedoch den Druck auf die kommenden Handelstage deutlich.

Warum die Kurserholung noch nicht für Entwarnung reicht

Zusätzlich zum schwächeren ETF-Bild mussten die Kryptomärkte eine veränderte Zinslage verarbeiten. Die US-Notenbank erhöhte am 16. September den Zielkorridor für den Federal Funds Rate um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Höhere Zinsen können riskante Anlagen unter Druck setzen, weil sichere verzinste Anlagen relativ attraktiver werden.

Bitcoin hält sich trotzdem oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 75.000 US-Dollar. Genau dort entstand bereits am 15. September Kaufinteresse, als der Kurs zwischenzeitlich bis auf rund 75.000 US-Dollar gefallen war. Auf der Oberseite liegt zwischen etwa 78.000 und 79.500 US-Dollar eine erste entscheidende Rückeroberungszone aus den jüngsten Handelstagen.

Solange Bitcoin über 75.000 US-Dollar bleibt, besteht damit die Chance auf eine Stabilisierung. Ein erneuter Bruch darunter würde dagegen zeigen, dass die Nachfrage den Verkaufsdruck bislang nicht ausreichend auffängt. Für eine überzeugendere Erholung müsste BTC zunächst wieder über den Bereich zwischen 78.000 und 79.500 US-Dollar steigen.

Bei Ether ist das Bild ähnlich. Der ETH-Kurs fiel am 15. September bis in den Bereich von 2.360 US-Dollar, bevor Käufer zurückkehrten. Die Zone um 2.400 US-Dollar bleibt deshalb kurzfristig entscheidend. Auf der Oberseite muss ETH dagegen zunächst den Bereich um 2.520 US-Dollar zurückerobern. Darüber wartet mit den jüngsten Hochs um 2.600 US-Dollar die nächste Hürde.

Jetzt entscheidet sich, ob die ETF-Abflüsse nur ein Rücksetzer sind

Der entscheidende Test folgt mit den nächsten ETF-Daten. Kehren die US-Fonds schnell zu Nettozuflüssen zurück, könnten die starken Abflüsse vom 15. und 16. September als kurzfristige Risikoanpassung interpretiert werden. Bleiben die Abflüsse dagegen hoch, würde eine wichtige Nachfragequelle für Bitcoin und Ether zunächst fehlen.

Bei Bitcoin steht deshalb vor allem die Marke von 75.000 US-Dollar im Fokus. Hält sie und gelingt anschließend die Rückkehr über 78.000 bis 79.500 US-Dollar, bleibt eine deutlichere Erholung möglich. Fällt BTC erneut darunter, steigt das Risiko eines weiteren Abverkaufs.

Ether muss gleichzeitig den Bereich um 2.400 US-Dollar verteidigen. Erst oberhalb von 2.520 US-Dollar würde sich das kurzfristige Chartbild wieder klar aufhellen.

Die 520 Millionen US-Dollar an ETF-Abflüssen sind deshalb noch kein endgültiges Urteil über die Nachfrage. Entscheidend wird, ob frisches Kapital zurückkehrt, bevor Bitcoin 75.000 US-Dollar und Ether 2.400 US-Dollar erneut ernsthaft testen.

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