Bitcoin über 80.000 Dollar: Analyst warnt vor falscher Ruhe

Bitcoin über 80.000 Dollar: Analyst warnt vor falscher Ruhe
Bitcoin über 80.000 Dollar: Analyst warnt vor falscher Ruhe (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin hat sich zuletzt wieder über die Marke von 80.000 US-Dollar geschoben. Für viele ist das ein Zeichen, dass die Korrektur vielleicht schon vorbei ist. Doch ein Analyst mahnt zur Vorsicht: Ein Blick auf die Monatskerzen zeigt ein Muster, das in früheren Bärenmärkten oft erst deutlich später ein echtes Tief signalisiert hat.

Neun rote Monatskerzen: Das Muster aus früheren Bitcoin-Bärenmärkten

Die Idee ist schnell erklärt: In den vergangenen zwei großen Abwärtsphasen soll Bitcoin demnach erst dann seinen Boden ausgebildet haben, nachdem neun rote Monatskerzen in Folge entstanden sind. Also neun Monate, in denen der Kurs jeweils tiefer schließt als er eröffnet hat.

Als Beispiel wird häufig der Zyklus 2018 genannt. Nach dem Hoch Anfang 2018 folgten demnach neun rote Monatskerzen, bevor Bitcoin im Dezember 2018 bei rund 3.200 US-Dollar einen Boden fand.

Auch im Zyklus 2022 sei etwas Ähnliches passiert: Vom Allzeithoch im November 2021 ging es monatelang abwärts. Nach neun roten Monatskerzen soll Bitcoin im November 2022 bei etwa 15.500 US-Dollar gedreht haben, insgesamt rund 77 Prozent unter dem Hoch.

Warum der aktuelle Anstieg über 80.000 US-Dollar noch kein Entwarnungssignal ist

Im aktuellen Zyklus passt das Muster bislang nur teilweise. Bitcoin erreichte laut der Analyse sein jüngstes Allzeithoch bei 126.080 US-Dollar am 6. Oktober 2025. Danach folgten mehrere rote Monate, was die Theorie zunächst stützte. Allerdings änderte sich die Struktur zuletzt: März und April schlossen im Plus, und auch der Mai könnte grün enden, auch wenn das noch offen ist.

Genau deshalb versteht sich die Kerzen-Regel eher als Warnhinweis und nicht als feste Vorhersage. Sie soll vor allem daran erinnern, dass ein kurzer Bounce nicht automatisch der Start einer neuen Rally ist. Viele Trader achten zusätzlich darauf, ob Bitcoin wichtige Kursbereiche im Wochenchart zurückerobert und dort stabil bleibt. Erst dann würde sich für manche ein klareres Bild abzeichnen.

Hinzu kommt die Stimmung am Markt: Trotz der Rückkehr über 80.000 US-Dollar wirkt die Erholung bislang eher vorsichtig. Kapitalzuflüsse und Momentum gelten bei einigen Beobachtern noch nicht als stark genug, um die Sorgen vor einer weiteren Abwärtswelle auszuräumen.

Was Anleger daraus ableiten können

Die zentrale Aussage lautet: Der Boden könnte bereits drin sein, aber er muss es nicht. Das Muster mit den neun roten Monatskerzen ist kein Naturgesetz, es ist nur ein Vergleich mit zwei früheren Zyklen. Trotzdem nehmen manche Analysten solche Wiederholungen ernst, weil sich Verhaltensmuster an Finanzmärkten manchmal ähneln.

Wer daraus eine vorsichtige Schlussfolgerung ziehen will, kann vor allem auf zwei Dinge achten: Erstens, ob Bitcoin im Wochenverlauf wichtige Marken zurückerobert und hält. Zweitens, ob die Erholung breiter wird, also mit stärkerem Handelsvolumen und sichtbarerem Kaufdruck. Solange diese Signale fehlen, halten einige Marktbeobachter es für möglich, dass sich die Korrektur noch zieht und ein belastbarer Boden im schlimmsten Fall erst später entsteht, teilweise wird sogar ein Zeitfenster bis in das vierte Quartal 2026 diskutiert.

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