Bitcoin stürzt unter 80.000 Dollar – jetzt entscheidet diese Zone

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Bitcoin stürzt unter 80.000 Dollar – jetzt entscheidet diese Zone (Foto KI generiert)
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Bitcoin ist nach dem jüngsten Angriff auf die 82.000-Dollar-Marke innerhalb kurzer Zeit bis unter 79.000 Dollar eingebrochen. Der unmittelbare Auslöser kam aus den USA: Im August entstanden 162.000 neue Stellen und damit deutlich mehr als erwartet. Die Folge war ein schneller Anstieg der US-Renditen, ein stärkerer Dollar und neuer Druck auf Bitcoin.

Doch der Rücksetzer trifft aus technischer Sicht ausgerechnet eine Zone, die für die gesamte Erholung entscheidend ist. Bitcoin testet derzeit den zuvor überwundenen Makro-Abwärtstrend sowie frühere Monatshochs aus April und Mai als Unterstützung. Hält dieser Bereich, könnte der Absturz vor allem ein harter Post-Breakout-Retest sein. Bricht er, steigt dagegen das Risiko eines Fehlausbruchs deutlich.

Starke US-Jobs drehen die Fed-Wette gegen Bitcoin

Noch wenige Stunden zuvor sah die Lage komplett anders aus. Aussagen von Fed-Gouverneur Christopher Waller hatten Hoffnungen geweckt, dass die US-Notenbank im September auf eine weitere Zinserhöhung verzichten könnte. Die Renditen fielen, der Dollar gab nach und Bitcoin schoss von rund 77.000 Dollar bis über 81.000 Dollar nach oben.

Der neue Arbeitsmarktbericht hat diese Erleichterung zumindest teilweise wieder zerstört. Statt der erwarteten rund 55.000 neuen Stellen meldeten die USA einen Zuwachs von 162.000 Jobs. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September sprang nach den Daten laut CME-FedWatch von knapp 50 auf rund 58 Prozent.

Für Bitcoin ist genau das problematisch. Höhere Zinsen und steigende Renditen machen sichere US-Staatsanleihen attraktiver und entziehen spekulativeren Anlagen Liquidität. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang nach den Daten wieder in Richtung 4,8 Prozent, während gleichzeitig der Dollar anzog.

Damit wurde ein Teil des vorherigen Bitcoin-Anstiegs innerhalb weniger Minuten wieder ausgepreist. Die Bewegung wirkt deshalb weniger wie ein plötzliches fundamentales Problem bei Bitcoin selbst, sondern vielmehr wie eine abrupte Neubewertung der Fed-Politik.

Dieser Retest entscheidet jetzt über den gesamten Ausbruch

Technisch treffen derzeit zwei unterschiedliche Zeitebenen aufeinander. Auf dem kurzfristigen Stundenchart hatte Bitcoin nach Angaben von Analyst Ali Martinez zunächst einen parallelen Abwärtskanal verlassen und den Widerstand bei rund 80.600 Dollar überwunden. Nach dem Anstieg bis etwa 82.280 Dollar sollte genau diese Marke anschließend als neue Unterstützung dienen. Ein erfolgreicher Retest hätte Raum in Richtung 85.000 Dollar geöffnet.

Genau dieser kurzfristige Retest ist durch den aktuellen Einbruch zunächst gescheitert: Bitcoin fiel wieder deutlich unter 80.600 Dollar. Das bedeutet allerdings noch nicht automatisch, dass auch der größere Ausbruch zerstört ist.

Auf dem Monatschart sieht die Struktur deutlich robuster aus. Rekt Capital hatte bereits darauf hingewiesen, dass Bitcoin trotz des August-Schlusskurses unterhalb der dynamischen Makro-Abwärtstrendlinie oberhalb der Kerzenkörper-Hochs aus April und Mai geschlossen hatte. Diese alten Widerstände liegen inzwischen nahezu auf Höhe der fallenden Makro-Trendlinie und bilden damit eine wichtige Unterstützungszone.

Der aktuelle Rücksetzer testet genau diesen Bereich. Damit entsteht ein entscheidender Konflikt: Der kurzfristige Ausbruch über 80.600 Dollar ist angeschlagen, der übergeordnete Post-Breakout-Retest kann dagegen weiterhin intakt bleiben.

Besonders wichtig wird dabei die Region um 77.000 Dollar. Rekt Capital hatte diese Marke bereits zuvor als Schwelle bezeichnet, deren Bruch auf Tagesschlussbasis die bestehenden bearishen Divergenzen deutlich stärker bestätigen würde. Solange Bitcoin darüber bleibt, ist der aktuelle Absturz noch mit einem normalen Rücklauf nach dem Ausbruch vereinbar.

Fällt Bitcoin dagegen nachhaltig darunter, verändert sich das Bild. Dann würde aus einem gesunden Retest zunehmend ein Fehlausbruch, und die Bereiche um 75.500 bis 76.000 Dollar sowie anschließend rund 72.400 Dollar könnten wieder in den Fokus rücken.

Warum die großen Käufer noch nicht verschwunden sind

Gegen einen unmittelbaren Zusammenbruch der übergeordneten Erholung spricht vor allem die Kapitalstruktur hinter dem jüngsten Anstieg.

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten am 3. September Nettozuflüsse von rund 731 Millionen Dollar. Es war der stärkste Handelstag seit Januar. Allein BlackRocks IBIT zog rund 454 Millionen Dollar an, ARKB weitere rund 138 Millionen Dollar und Fidelitys FBTC rund 74 Millionen Dollar. Das ist relevant, weil Bitcoin damit nicht nur von gehebelten Tradern nach oben gedrückt wurde.

Auch Ali Martinez verweist darauf, dass während des größeren Bitcoin-Ausbruchs das Spot-Handelsvolumen um 153 Prozent zunahm, während das Volumen bei Perpetual Futures um 109 Prozent stieg. Gleichzeitig sank das in Bitcoin gemessene Open Interest trotz steigender Kurse. Das spricht dafür, dass tatsächlich neues Kapital in den Markt kam und nicht lediglich immer größere gehebelte Positionen aufgebaut wurden.

Hinzu kommt ein weiteres ungewöhnliches Signal: Während des vorherigen Rücksetzers von 81.474 auf 76.732 Dollar sollen große Bitcoin-Wallets rund 6.765 BTC im Gegenwert von etwa 521 Millionen Dollar hinzugekauft haben. Die großen Adressen nutzten die Schwäche damit eher zum Aufbau als zum Abbau ihrer Positionen.

Das schützt Bitcoin nicht vor weiteren Verlusten. Es zeigt aber, dass der aktuelle Verkaufsdruck bislang nicht wie ein breit angelegter institutioneller Rückzug aussieht.

Entscheidend sind jetzt deshalb drei Bereiche: Bitcoin muss zunächst wieder über 80.600 Dollar zurückkehren. Darüber wartet zwischen 82.000 und 83.000 Dollar weiterhin der große Widerstand, der bisher jeden Versuch eines klaren Makro-Ausbruchs ausgebremst hat.

Nach unten zählt dagegen vor allem die Region um 77.000 bis 78.000 Dollar. Bleibt sie auf höherer Zeitebene bestehen, könnte der heftige Rücksetzer tatsächlich genau das gewesen sein, was nach einem Ausbruch häufig folgt: ein schmerzhafter Test der neuen Unterstützung.

Bricht Bitcoin jedoch auch diese Zone auf Tagesschlussbasis, kippt die Geschichte. Nicht die aktuelle rote Kerze entscheidet über den Ausbruch. Entscheidend ist, ob Bitcoin die 77.000-Dollar-Zone verteidigt.


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